Interview zur Hitlerglocke

Wegen Aussage über NS-Zeit und Juden: Herxheims Bürgermeister vor Gericht

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Georg Welker, Bürgermeister von Herxheim, muss am Dienstag vors Gericht

Herxheim - Wegen seiner Aussagen über Juden, der NS-Zeit und der deutschen Staatsangehörigkeit muss Bürgermeister Georg Welker vor Gericht erscheinen. Die Entscheidung:

Wegen dem Satz – „Ich sage nur: Ich höre die Opfer, das waren auch deutsche Bürger, also nicht nur die jüdischen“ – muss sich der neue Bürgermeister von Herxheim Georg Welker (parteilos) verantworten. 

Diese Aussage ist im Zusammenhang mit der Hitler-Glocke in einem Interview mit ,Kontraste‘ gefallen und hat sofort für Empörung gesorgt, auch bei Gilbert Kallenborn. Der 63-Jährige verlangt Welkers Satz gerichtlich zu untersagen. 

Ergebnis des Prozesses

Am Dienstag (6. Februar) verpflichtet sich Georg Welker dazu, sein umstrittenes Zitat nicht zu wiederholen. Damit akzeptiert der 71-Jährige vor dem Amtsgericht Bad Dürkheim die Forderung von Kallenborn. 

Allerdings will der Bürgermeister nicht für die Kosten des Verfahrens aufkommen. Diese soll der Kläger aus dem Saarland übernehmen. Eine Entscheidung dafür soll am 14. Februar verkündet werden.

Jüdischer Zentralrat schaltet sich ein

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat nach dem Interview gefragt, ob Welker damit andeute wolle, dass Juden damals keine deutschen Bürger gewesen seien. Das entspräche der Nazi-Ideologie. Welke gebe zu, dass die Äußerung „in isolierter Form missverständlich" sein könne. „Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, dass jüdische Bürger deutsche Bürger sind.

Herxheims Bürgermeister stehen zum zweiten Mal schlecht da

Bereits der ehemalige Bürgermeister Roland Becker sorgte mit einer Aussage für schlechte Publicity. Ebenfalls in einem Betrag von ,Kontraste‘ hatte Becker unter anderem gesagt, man sei stolz auf die Glocke, davon gebe es deutschlandweit nur drei Exemplare. 

Außerdem kritisierte er, dass mit Hitler „immer gleich die Judenverfolgung“ verbunden werde. Man solle auch die Dinge nennen, „die er in die Wege geleitet hat“ und die man heute noch benutze. 

dpa/jol

Quelle: Mannheim24

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