Nach Diskussion in Herxheim

Hakenkreuz-Glocke im Saarland soll abgehängt werden

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Wegen der Diskussion um die Herxheimer Hitler-Glocke zieht eine Gemeinde im Saarland nun Konsequenzen 

Herxheim/Rilchingen-Hanweiler - Nach dem Wirbel um die Hitler-Glocke in Herxheim zieht eine evangelische Kirchengemeinde im Saarland nun Konsequenzen: 

In Rilchingen-Hanweiler soll eine Kirchenglocke mit vier Hakenkreuzen abgehängt werden. Das Geläut in der Erlöserkirche werde ab sofort nicht mehr zu Gottesdiensten oder anderen Anlässen läuten, teilt das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Obere Saar am Mittwoch mit.

In Zeiten, in denen der Nationalsozialismus verharmlost werde, sei das Abhängen der Glocke ein deutliches und wichtiges Zeichen. Bis die Glocke aus dem Kirchturm verschwunden ist, will die Gemeinde die Hakenkreuze zunächst abdecken. Zu einem späteren Zeitpunkt werde sie dann abgehängt. „Als zeitgeschichtliches Dokument soll die Glocke jedoch erhalten bleiben.“ Möglicherweise werde sie einem Museum übergeben, sagt ein Sprecher. 

Auslöser für die Entscheidung war den Angaben zufolge die Diskussion um die sogenannte Hitler-Glocke im rheinland-pfälzischen Herxheim. 

Hintergrund

Eine pensionierte Lehrerin hatte vor einigen Monaten in einem Zeitungsartikel kritisiert, dass die Glocke immer noch genutzt wird und nichts auf ihre Geschichte hinweist. Seitdem wird über die Zukunft des 240 Kilo schweren Bronzeklangkörpers diskutiert.

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Die Kirchengemeinde und die Ortsgemeinde haben unterdessen beschlossen, dass die Glocke vorerst nicht mehr läutet. Nach heftiger Kritik an seinen Äußerungen über die NS-Zeit im Zusammenhang mit der „Hitler-Glocke" trat der Bürgermeister von Herxheim am Berg zurück.

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dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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