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Bedrohlicher Anblick auf A6: Mehrere Panzer gesichtet – das war ihr Ziel

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Von: Daniel Hagen

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Hockenheim/Sinsheim - Auf der A6 werden zahlreiche Panzer in Richtung Osten transportiert. Die Bundeswehr hält sich zu ihrem Zielort bedeckt, nennt aber einen Grund.

Update vom 11. März: Nach den Panzer-Transporten auf der A6 am vergangenen Montag (7. März) ist inzwischen klar: Die Transportkolonnen waren auf dem Weg zum Truppenübungsplatz im bayerischen Grafenwöhr. Das teilten die US-Streitkräfte mit. Die Kampffahrzeuge – darunter Panzer der Typen „M1 Abrams“ und „M2 Bradley“ – kamen vornehmlich über die Mannheimer Coleman Barracks, sollen in Grafenwöhr zunächst gewartet und im Anschluss zur Unterstützung der 3. Infanteriedivision der 1. Panzerbrigade der US-Streitkräfte herangezogen werden.

Panzer-Transporte auf der A6: Was es damit auf sich hat

Update vom 9. März: Wieso transportieren Bundeswehr-Laster Abrams-Kampfpanzer der US Army durch die Bundesrepublik? Diese Frage stellten sich am Montag (7. März) Verkehrsteilnehmer auf der A6 zwischen Hockenheim und Sinsheim. Wie der „Mannheimer Morgen“ berichtet, handelt es sich bei den Militärtransporten um „Host Nation Support“. Damit bezeichnet man „in der NATO die zivile und militärische Unterstützung alliierter, ausländischer Streitkräfte in einem Gastland durch dessen Regierung“, heißt es dazu auf der Seite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Wegen seiner geostrategischen Lage in Mitteleuropa sei Deutschland „als logistische Drehscheibe gefordert“. Aufgrund von NATO-Bündnisverpflichtungen oder andere Vereinbarungen helfe die Bundeswehr bei „zivilen oder militärischen Unterstützungsleistungen für verbündete Streitkräfte“, erklärt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber dem „MM“. Wohin der Militärtransport die Panzer gebracht hat, ist unklar. Die NATO verstärkt seit dem Angriff Russland aus die Ukraine ihre Ostflanke.

Hockenheim/Sinsheim: Bedrohlicher Anblick – Panzer-Transporte auf der A6

Erstmeldung vom 7. März: Autofahrern bietet sich am Montag (7. März) ein ungewohnter Anblick auf der A6. Rund 20 Fahrzeuge der Bundeswehr fahren dort zwischen Hockenheim und Sinsheim, tragen dabei Panzer und andere Ausrüstung auf ihren Ladeflächen. Bereits am Samstag (5. März) hat es ähnliche Sichtungen auf der Autobahn gegeben. Nach Informationen von fnp.de hat der Transport von Panzern auf einem Zug über die Main-Weser-Bahn* zur selben Zeit für einige Verunsicherungen gesorgt. Unklar ist jedoch, was genau mit den schweren Kettenfahrzeugen passieren wird. Die Bundeswehr hält sich dazu bedeckt.

Hockenheim/Sinsheim: Bundeswehr-Transport mit Panzern auf der A6

Ein Sprecher der Bundeswehr erklärt dem SWR, dass man derzeit die Bereitschaft erhöhe. Was das genau bedeutet und ob es mit dem Ukraine-Krieg zusammen hängt, wird allerdings nicht beantwortet. Der Sprecher könne aus „operativen Gründen“ nicht mehr sagen. Es wird jedoch betont, dass es aufgrund der Schwertransporte zu Verkehrsbehinderungen kommen könnte, da „Transportkapazitäten zu Lande, zu Wasser und in der Luft für militärische Zwecke vorgehalten werden müssen.“

Auf der A6 werden Panzer transportiert.
Auf der A6 werden Panzer transportiert. © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Bereits am Freitag (4. März) hat die ukrainische Botschaft in Berlin die Bundesregierung um weitere Waffenlieferungen gebeten. Zu den gewünschten Mitteln gehören auch Kampfpanzer, U-Boote und Kampfflugzeuge. Ob die Panzer von der A6 bei Hockenheim und Sinsheim also am Ende in der Ukraine landen werden, ist derzeit noch unklar. „Es gilt in diesen dramatischen Tagen alles Mögliche zu unternehmen, um den Vernichtungskrieg Russlands zu stoppen“, heißt es in einer Verbalnote der Botschaft an das Kanzleramt.

Hockenheim/Sinsheim: Panzer auf A6 für den Ukraine-Krieg?

Nachdem die Bundesregierung lange Zeit keine Waffen an die Ukraine geben wollte, sind nun bereits 1.000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ „Stinger“ aus Bundeswehrbeständen an das Land übergeben worden. Zudem ist die Lieferung von 2.700 Flugabwehrraketen vom Typ „Strela“ aus ehemaligen Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR geplant, aber noch nicht beschlossen.

Dass die Bundeswehr oder die NATO selbst am Krieg in der Ukraine teilnehmen werden, schließt Bundeskanzler Olaf Scholz unterdessen komplett aus. „Wir sind nicht Teil der militärischen Auseinandersetzung, die dort stattfindet, und werden es auch nicht werden“, erklärt Scholz am Freitag (4. März). Der Bundeskanzler betont, dass die Bundesregierung alles für einen Waffenstillstand tun werde. Man werde dafür alle diplomatischen Spielräume nutzen, sagt er. „Die Bilder, die wir jetzt schon sehen von den Zerstörungen sind schrecklich genug, und da brauchen wir nicht noch viele weitere dazu.“ (pri/dpa/dh) *HEIDELBERG24 und fnp.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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