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Homeoffice: Regierung einigt sich auf 5-Euro-Pauschale – doch es gibt einen Haken

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Von: Katja Becher

Homeoffice in Corona-Zeiten: Viele Arbeitnehmer müssen aktuell von zu Hause aus arbeiten. Jetzt haben sich Finanzpolitiker auf eine Steuerpauschale von 5 Euro am Tag geeinigt. Was das bedeutet:

Berlin - Seit Ausbruch des Coronavirus in Deutschland arbeiten Millionen Menschen im Homeoffice. Das führt in der Regel zu höheren laufenden Kosten, die sie selbst tragen müssen. Jetzt haben sich Finanzpolitiker der großen Koalition laut Medienberichten auf eine Entlastung für Arbeitnehmer geeinigt, die viel von zu Hause arbeiten müssen. Was jetzt bereits über die Homeoffice-Pauschale bekannt ist:

Homeoffice in Corona-Zeiten: Steuer-Pauschale zur Entlastung der Arbeitnehmer

Wie die FAZ berichtet, soll es bald eine Steuer-Pauschale von 5 Euro pro Tag geben – höchstens jedoch von 600 Euro im Jahr. Unklar ist laut Bericht allerdings noch, ob die Homeoffice-Pauschale neben dem Arbeitnehmer Pauschbetrag von 1.000 Euro gewährt wird. Wenn sie wie andere Werbungskosten behandelt würde, könnten nur die profitieren, die auf mehr als 1.000 Euro Werbungskosten kommen.

Viele Menschen erwarten laut einer aktuellen Umfrage die Verlängerung des Lockdowns – und dementsprechend auch eine längere Zeit im Homeoffice.

Homeoffice-Pauschale: Arbeitnehmer müssen mit Steuernachzahlungen rechnen

Das Finanzministerium setzt sich nach einem aktualisierten Konzept, aus dem die „FAZ“ zitiert, für diesen Weg ein: „Würde die
Homeoffice-Pauschale unabhängig, also zusätzlich zum Werbungskosten-Pauschbetrag gewährt, wäre dies eine übermäßige (und damit verfassungsmäßig zweifelhafte) Begünstigung.“ Die Homeoffice-Pauschale sei die „flexible Antwort auf die
verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer“, sagte CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm der Zeitung. Sie sei „unbürokratisch und leicht nachvollziehbar“. Man wolle die Menschen entlasten, die während der Corona-Pandemie von zu Hause aus „Enormes geleistet“ hätten.

Ohne die neue Homeoffice-Pauschale müssen Arbeitnehmer, die 2020 regelmäßig von zu Hause aus gearbeitet haben, mit Steuernachzahlungen rechnen – zum Beispiel weil sie die Fahrtkosten zur Arbeit nicht absetzen können. Die Homeoffice-Pauschale von 5 Euro am Tag sei mit einer Entfernung von 15 Kilometer täglich vergleichbar – allerdings wegen der 600-Euro-Grenze nur bis 120 Tage, zitiert manager-magazin.de das Bundesfinanzministerium.

Homeoffice in Corona-Zeiten: Auch die Nebenkosten könnten steigen

Arbeit im Homeoffice kann nicht nur Steuernachzahlungen nach sich ziehen, sondern auch die privaten Nebenkosten nach oben treiben. Wer in den Wintermonaten statt ins Büro zu fahren komplett von zu Hause aus arbeitet, muss nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox zum Beispiel mit einem rund 4 Prozent höheren Heizbedarf rechnen. Je nach Heizsystem könnten dadurch Mehrkosten von bis zu 45 Euro anfallen.

Homeoffice in Corona-Zeiten: Bis zu 45 Euro höhere Heizkosten

Verivox macht folgende Rechnung auf: Bleibe ein Arbeitnehmer von Oktober bis einschließlich März durchgehend im Homeoffice, müsse er an etwa 120 Tagen mehr heizen als üblich. Werde die Wohnung bei einem achtstündigen Arbeitstag drei Grad wärmer beheizt als während der Außer-Haus-Tätigkeit, ergebe sich unter dem Strich ein Heizmehrbedarf von 4 Prozent. Beim Heizen mit Gas mache das bei einen Durchschnittsverbrauch Mehrkosten von 45 Euro aus. Bei einer Ölheizung müsse eine Steigerung in Höhe von rund 33 Euro eingeplant werden. Die Berechnungen beruhen auf den durchschnittlichen Energiepreisen im Oktober 2020. (kab/dpa)

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