Klarheit gefordert

Merkel nach Impf-Gipfel: Corona-Impfungen noch viele Jahre nötig

Am Montag (1. Februar) findet der Impf-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten statt. Das sind die Ergebnisse der Gespräche:

  • Impf-Gipfel am Montag (1. Februar) mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten.
  • Es wird über die Verbesserungsmöglichkeiten der Impfstrategie gegen das Coronavirus in Deutschland gesprochen.
  • Internes Papier des Gesundheitsamts verrät: So viele Impfdosen sollen 2021 nach Deutschland geliefert werden (Update vom 1. Februar, 17:20 Uhr)
  • Corona-Impfungen könnten in Zukunft auch in Arztpraxen durchgeführt werden (Update vom 1. Februar, 18 Uhr)
  • Merkel: Allen kann bis Ende des Sommers Impfangebot gemacht werden. (Update vom 1. Februar, 20:05 Uhr)

Update vom 1. Februar, 20:05 Uhr: Auch nach viel Kritik am Start der Corona-Impfkampagne in Deutschland hält Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Prognose fest, dass jedem Bürger bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden kann. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lieferzusagen der Hersteller könne diese Aussage aufrechterhalten werden, sagte Merkel am Montagabend nach dem Impf-Gipfel mit den Ministerpräsidenten.

Zum Ende des dritten Quartals, also zum Ende des Sommers, könne ein Impfangebot gemacht werden. Dies gelte sogar, wenn lediglich die bereits zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca verimpft werden könnten, ohne dass bis dann weitere Impfstoffe zugelassen sind. Auch in diesem Fall könne den 73 Millionen erwachsenen Menschen hierzulande ein Impfangebot gemacht werden, für Kinder seien die Impfstoffe nicht vorgesehen. Sollten andere Hersteller dazukommen, gebe es ein größeres Angebot.

Laut der Bundeskanzlerin würden unter den Impfstoff-Herstellern und einigen Pharmaunternehmen wichtige Kooperationen eingegangen. Es seien völlig neue Wege, die alle gingen, erklärt Merkel. Es gehe nicht nur um die Produktion der Impfstoffe, sondern auch um die Verteilung. Zum Thema Freiheiten für bereits geimpfte Personen sagt Merkel am Montagabend: „Es wird keine neuen Freiheiten geben“. Das sei beim Impf-Gipfel auch nicht besprochen worden. Über besondere Freiheiten könne man nicht diskutieren, so lange noch nicht geklärt sei, ob geimpfte Personen das Coronavirus noch übertragen könnten.

Impf-Gipfel mit der Bundeskanzlerin: Angela Merkel – Corona-Impfungen könnten noch über Jahre hinweg nötig sein

Update vom 1. Februar, 19:55 Uhr: Impfungen zur Eindämmung des Coronavirus könnten laut Angela Merkel noch über Jahre hinweg nötig sein. „Es kann sein, dass wir noch viele Jahre impfen müssen. So ähnlich wie beim Grippeimpfstoff, wo man jedes Mal die neue Mutation des Virus wieder verimpft“, sagte Merkel. „Wenn sich dieses Virus weiter verändert, haben wir noch ein Problem“, fügte sie hinzu. Merkel sagte, eine absolute Gewissheit könne es auch beim Thema Impfungen nicht geben. „Wenn zum Beispiel eine Mutante auftritt, auf die der Impfstoff nicht wirkt, dann fangen wir wieder von vorne an.“

Impf-Gipfel mit Merkel: Interne Papiere zur Konferenz – Hoffnung für chronisch kranke Menschen

Update vom 1. Februar, 18 Uhr: Laut Plänen des Bundesgesundheitsministeriums solle in Zukunft Corona-Impfungen auch in Arztpraxen durchgeführt werden können – allerdings erst, wenn die Impfstoff-Lieferungen deutlich ausgebaut wurden. Das steht laut Deutscher Presse-Agentur in einem Informationspapier des Ministeriums für dem Impf-Gipfel, der nach rund vier Stunden weiterhin andauert. Demnach kommen rund 50.000 Praxen in Deutschland für eine breiter angelegte Impfkampagne infrage.

Update vom 1. Februar, 17:20 Uhr: Nach dem schleppenden Start der Corona-Impfungen in Deutschland kommt mehr dringend erhoffter Nachschub in Sicht. Bis zum Sommer sollen die Liefermengen deutlich anziehen, wie aus einer neuen Schätzung des Gesundheitsministeriums hervorgeht, die am Montag zum Corona-Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt wurde.

Am Montag beraten Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder per Videokonferenz über den Stand der Impfungen, die vor rund einem Monat angelaufen sind. Angesichts knapper Mengen, teils unsicherer Lieferungen und oft überlasteter Telefon-Hotlines für Impftermine hat sich massive Kritik aufgestaut. Länder und Kommunen fordern mehr Zuverlässigkeit bei Lieferangaben, damit die regionalen Impfzentren vor Ort besser planen können. Am Impfgipfel nahmen auch die Pharmabranche und die EU-Kommission teil.

Impf-Gipfel mit Angela Merkel: Internes Papier verrät – so viele Impfdosen soll Deutschland 2021 erhalten

Die Impfstoff-Mengen sollen im Lauf des Jahres spürbar anwachsen. Das geht aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nach 18,3 Millionen Impfdosen im laufenden ersten Quartal könnten demnach laut aktueller Schätzung im zweiten Quartal voraussichtlich 77,1 Millionen Dosen und im dritten Quartal 126,6 Millionen Dosen verschiedener Hersteller folgen. Im vierten Quartal könnten es dann weitere 100,2 Millionen Dosen sein. Die Schätzung bezieht sich auf Verträge und geplante Vereinbarungen sowie voraussichtliche Zulassungstermine einiger Impfstoffe. Zugleich hieß es, Termine und Liefermengen hingen von vielen Faktoren ab – etwa klinischen Prüfungen, Zulassungsverfahren und Produktionsprozessen.

Bayer und die Biotechnologiefirma Curevac gaben eine Erweiterung ihrer Anfang Januar geschlossenen Kooperation bekannt. Konkret will Bayer 2022 rund 160 Millionen Dosen des Impfstoffes von Curevac herstellen. Angestrebt wird ein Start bereits Ende 2021. Wenn die weiteren Entwicklungs- und Zulassungsschritte planmäßig verlaufen, könnte er ab Sommer gespritzt werden - dann zunächst mit Dosen, die nicht von Bayer produziert werden.

Auch auf EU-Ebene gibt es Bewegung. So will der Hersteller Biontech im zweiten Quartal möglicherweise bis zu 75 Millionen zusätzliche Dosen seines Vakzins an die Europäische Union ausliefern. Und auch der Pharmakonzern Astrazeneca will nun doch mehr Impfstoff liefern. Im ersten Quartal kämen neun Millionen Dosen hinzu, insgesamt seien es also 40 Millionen Dosen, teilte EU Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit. Der Hersteller hatte vor gut einer Woche mitgeteilt, im ersten Quartal nur 31 Millionen statt 80 Millionen Dosen zu liefern.

Impf-Gipfel am Montag: Jens Spahn kündigt Änderung bei Altersvorgaben an

Update vom 1. Februar, 17 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn hat Änderungen bei der Verordnung angekündigt, die Vorgaben für die Impfungen macht. Hintergrund ist, dass der Astrazeneca Impfstoff in Deutschland laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorerst nur Erwachsenen unter 65 Jahren gespritzt werden soll. „Im Grundsatz werden die Priorisierungsgruppen so bleiben, wie sie sind“, sagte der Minister. Eingefügt werden sollen aber Altersvorgaben. Das betrifft auch die laufenden Impfungen der Gruppe mit höchster Priorität – dazu gehören Über-80-Jährige, Bewohner und Personal in Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal etwa in Intensivstationen. Sind diese Beschäftigten jünger als 65, sollen sie vorrangig mit Astrazeneca geimpft werden. Ab 65 soll man Anspruch auf Impfungen mit einem der beiden anderen Impfstoffe von Biontech und Moderna haben.

Zudem sollen Menschen mit Vorerkrankungen voraussichtlich teilweise etwas früher zum Zug kommen können als bisher geplant. Nach einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf sollen etwa Diabetiker mit hohen Blutzuckerwerten eine Impfung in der zweiten Gruppe mit „hoher Priorität“ erhalten können. Dies gilt etwa auch für Menschen mit chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bestimmten schweren chronischen Lungenerkrankungen. In dieser Gruppe sollen sonst weiter schwerpunktmäßig Menschen ab 70 erfasst werden.

Impf-Gipfel am Montag: Internes Papier zu Lieferplan – so viel Dosen soll Deutschland erhalten

Update vom 1. Februar, 14:20 Uhr: Der Impf-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten hat offenbar vor wenigen Minuten begonnen. Unterdessen gibt es bereits erste gute Nachrichten: Wie aus einer neuen Übersicht über Impfstoff-Lieferungen nach Deutschland hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, könnten die Lieferungen in die Bundesrepublik nun deutlich anziehen. Nach über 18 Millionen Impfdosen im ersten Quartal 2021 sollen im zweiten Quartal geschätzte 77,1 Millionen und im dritten Quartal 100,2 Millionen Dosen folgen. Änderungen dieser Prognosen seien jedoch nicht ungewöhnlich, hieß es allerdings.

Impf-Gipfel mit Angela Merkel: Beratungen beginnen um 14 Uhr – BioNTech mit Hammer-Ankündigung

Update vom 1. Februar, 12:30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Montag mit den Ministerpräsidenten der Länder über Verbesserungen bei Corona-Impfungen beraten. An dem Impf-Gipfel sollen auch mehrere Bundesminister, Vertreter der Impfstoffhersteller sowie der EU-Kommission teilnehmen, die für die gesamte EU-Impfstoffe bei verschiedenen Produzenten einkauft. Die Beratungen beginnen voraussichtlich um 14 Uhr.

Kurz vor dem Start den Impf-Gipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montagmorgen bereits das Mainzer Unternehmen BioNTech verkündet, seine Impfstoff-Produktion weiter hochzufahren und eine deutlich höhere Menge an die EU zu liefern. BioNTech will demnach im zweiten Quartal des Jahres bis zu 75 Millionen weitere Impf-Dosen liefern. Davon soll es allein im Frühjahr 13.95 zusätzliche Dosen für Deutschland geben.

Mehrere Ministerpräsidenten sowie Verbände wie der Deutsche Städtetag forderten vor dem Impf-Gipfel am Montag Klarheit über Menge und Zeitpunkt der Lieferungen von Impfstoffen, damit Impfzentren besser planen könnten. Die Impfungen in Deutschland und der EU hatten kurz vor dem Jahreswechsel begonnen. Begleitet waren die ersten Wochen von Lieferschwierigkeiten einzelner Hersteller, Problemen bei der Terminvergabe und viel Unmut über fehlenden Impfstoff.

Coronavirus: Impf-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel – Spahn dämpft Hoffnungen

Update vom 1. Februar, 6:40 Uhr: Impf-Gipfel am Montag! Aufgrund der massiven Kritik am schleppenden Impfstart in Deutschland und den damit verbundenen Produktionsproblemen einiger Hersteller beraten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Ministerpräsidenten und Bundesminister mit Branchevertretern über die aktuelle Impf-Lage.

In einem „Bild“-Talk am Sonntagabend (31. Januar) hat Gesundheitsminister Jens Spahn vor zu hohen Erwartungen an den Impf-Gipfel am Montag gewarnt: „Wir können durch einen Gipfel alleine noch nicht mehr Impfstoffe produzieren“, so der CDU-Politiker. Die Produktion von Impfstoff sei das Anspruchsvollste, was es gebe – „und deshalb geht das nicht in drei oder fünf Wochen“, so Spahn weiter.

Kritik an der Impfstrategie hatte es vorab unter anderem auch von Berlins regierendem Bürgermeister Michael Müller gegeben. Der SPD-Politiker hatte in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel einen nationalen Impfplan gefordert, um allen Deutschen bis Ende September ein Impfangebot machen zu können. Auch mehrere Ministerpräsidenten sowie Verbände wie der Deutsche Städtetag forderten Klarheit über Menge und Zeitpunkt der Lieferungen von Impfstoffen, damit Impfzentren besser planen könnten.

Spahn mahnte, man müsse realistisch bleiben. Wichtig sei, dass man bei dem Spitzentreffen zunächst ein einheitliches Bild bekomme, wo die Schwierigkeiten lägen und wo die Politik helfen könne. Die Bundesregierung könne den Bundesländern auch nur die Lieferdaten und -mengen nennen, die sie von den Herstellern bekomme. Die Produktion von Impfstoff lasse sich auch mit Geld nicht beschleunigen.

Corona-Gipfel mit Merkel: Wird Lockdown verlängert? – „Es hängt davon ab…“

Erstmeldung vom 31. Januar: Bis Valentinstag, also dem 14. Februar, dauert der Lockdown in Deutschland an. Bis dahin bleiben zahlreiche Geschäfte, Schulen, Kitas, Restaurants und Kneipen geschlossen. Aufgrund der Faschingsferien sind Schulen und Kitas unter anderem in Baden-Württemberg sogar bis zum 21. Februar zu. Doch wie lange wird das noch so weitergehen? Darüber diskutieren am Montag (1. Februar) Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder.

LandDeutschland
Einwohner83,2 Millionen
Corona-Infizierte2.224.911 (Stand: 31. Januar)

Corona-Gipfel mit Merkel: Wird der Lockdown verlängert?

Durch die strengen Maßnahmen soll das Ziel von einem Inzidenzwert von 50 erreicht werden. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts liegt der Wert am Samstag (30. Januar) bislang jedoch noch bei 90,9. Zwar sinkt der Inzidenzwert seit einigen Tagen langsam, aber reicht das aus, um den Lockdown zu lockern oder sogar zu beenden?

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier sieht das eher skeptisch. Er schließt nicht aus, dass der Lockdown in Deutschland verlängert werden muss. Die Länge des Lockdowns hänge „auch davon ab, inwieweit sich neue Mutationen des Coronavirus in
Deutschland verbreiten“, sagt der Minister. Erst am Freitag sind Fälle von Corona-Mutationen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bekannt geworden.

Auch der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl hält eine Lockdown-Lockerung für keine gute Idee. Gegenüber der Funke-Zeitung sagt er: „Freilich wäre es fatal, jetzt den Fehler des Lockdowns light im November zu wiederholen. Damals wurden Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Maßnahmen gemacht, die enttäuscht werden mussten.“ Strobl sei sogar für striktere Maßnahmen, wie das Einreiseverbot. „Wir müssen den Flugverkehr - zumindest aus Ländern, in denen sich Corona-Mutationen ausbreiten - auf nahe Null bringen. Frachtflugzeuge mögen eine Ausnahme sein.“ Auch Grenzschließungen wie im Frühjahr dürften kein Tabu sein. Strobl nennt es „nicht nachvollziehbar, dass in dieser Situation überhaupt touristische Reisen stattfinden“.

Corona-Gipfel mit Merkel: Diskussion um Impfkampagne – Forderung nach Klarheit

Neben möglichen Verschärfungen im Lockdown wird auch das Thema „Impfen“ eine große Rolle beim Corona-Gipfel spielen. Es soll am Montag über Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare Impfstoffe gesprochen werden, damit Klarheit geschaffen wird.

Angesichts erheblicher Kritik am schleppenden Impfstart und der Produktionsprobleme bei einigen Herstellern will Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über die Lage beraten. Bereits am Sonntag will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit den Vorstandschefs jener Hersteller sprechen, mit denen die EU Lieferverträge abgeschlossen hat. „Es
kommen jede Woche Impfstoffe, und es werden auch mehr, Zug um Zug“, erklärt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag. Neben dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer stehen mittlerweile auch die Wirkstoffe von Moderna und Astrazeneca zur Verfügung.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) beklagt, trotz der angekündigten fünf Millionen weiteren Impfdosen habe man nicht einmal für vier Wochen Lieferklarheit. „Die Mengen des Impfstoffs von Moderna sind um 20 Prozent gekürzt, die Ankündigungen von Astrazeneca stehen unter Änderungsvorbehalt. Auf dieser Basis können wir noch immer nicht verlässlich Impftermine vergeben“, sagt Dreyer der „Bild am Sonntag“.

Seit dem 27. Dezember werden Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft. Laut einem Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ist nun bekannt, welche Nebenwirkungen durch das Impfen verursacht werden können. (dpa/jol)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka

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