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Corona-Impfstoff: Johnson&Johnson liefert erste Dosen nach EMA-Freigabe

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Von: Daniel Hagen

Wegen Fällen von Blutgerinnseln wurde die Lieferung des Impfstoffs von Johnson&Johnson zeitweise gestoppt. Nach der EMA-Freigabe kann das Einmal-Vakzin bald verwendet werden:

Update vom 22. April: Nach der Freigabe des Einmal-Vakzins von Johnson&Johnson durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA soll der Corona-Impfstoff möglichst schnell auch in Deutschland verabreicht werden. Man wolle den Impfstoff „zeitnah“ an die Länder ausliefern, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag (22. April) gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ab übernächster Woche (KW 18) sollen auch Arztpraxen das Vakzin von Johnson&Johnson erhalten. In seltenen Fällen können beim Einsatz des Impfstoffs Hirnvenenthrombosen auftreten ‒ die EMA habe einen entsprechenden Warnhinweis formuliert, den man „in die Fachinformation integriert“ habe.

36,7 Millionen Impfdosen von Johnson&Johnson an Deutschland

Laut Impflieferplan des Ministeriums sollen in einer ersten Lieferung 232.800 Dosen an die Bundesländer gehen. Nach der EMA-Freigabe teilte Johnson&Johnson mit, man werde die Markteinführung des Einmal-Impfstoffs in Europa fortsetzen. In Deutschland verspricht man sich von dem Vakzin eine Beschleunigung der Impfkampagne. Mittlerweile hat ein Fünftel der Bundesbürger mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Die USA hatten vor einer Woche Impfungen mit dem Mittel von Johnson&Johnson ausgesetzt, nachdem nach etwa sieben Millionen Impfungen mindestens acht Fälle von Thrombosen aufgetreten waren. Am Freitag (23. April) will ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC das weitere Vorgehen besprechen. In der EU war die Auslieferung des Impfstoffs erst in der vergangenen Woche angelaufen. Zahlreiche EU-Staaten folgten der Empfehlung des Herstellers, vor der Nutzung zunächst das Gutachten der EMA-Experten abzuwarten. Von 200 Millionen Impfdosen, die die EU bestellt hatte, sollen 36,7 Millionen nach Deutschland gehen. Im Unterschied zu anderen Impfstoffen ist beim Vakzin von Johnson&Johnson nur eine einzige Dosis nötig. Er ist neben BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca der vierte Impfstoff, der in der EU zugelassen wurde.

Corona-Impfstoff: Amtlich! Dieses EU-Land verzichtet ganz auf Impfungen mit AstraZeneca

Update vom 14. April, 14:25 Uhr: Als erstes EU-Land verzichtet unser Nachbar Dänemark nun dauerhaft auf den Einsatz des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca, wie bild.de schreibt. Die Impfkampagne werde ohne das Präparat des britisch-schwedischen Unternehmens fortgesetzt, gab der Direktor der dänischen Gesundheitsverwaltung, Søren Brostrøm, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt.

Dänemark hatte die Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers am 11. März vorsorglich ausgesetzt und sie seitdem auch nicht wie andere Länder zumindest eingeschränkt wiederaufgenommen. Grund für den Impfstopp waren vereinzelte schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die zuvor mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden waren, darunter auch Todesfälle.

Corona-Impfstoff: Aus für AstraZeneca und Johnson & Johnson in Europa?

Update vom 14. April, 11:00: Die EU-Kommission will die Verträge mit AstraZeneca und Johnson & Johnson wohl nicht verlängern. Das geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hervor, die sich auf die italienische Tageszeitung La Stampa bezieht. Die Verträge der beiden Unternehmen laufen noch bis Ende des Jahres, ab 2022 sollen sie dann vom EU-Markt verschwinden. Brüssel wolle sich wohl mehr auf mRNA-Impfstoffe wie die von BioNTech und Moderna konzentrieren, nachdem Janssen und Vaxzevria in Verdacht stehen, Thrombosen auslösen können. Über den Vorfall berichtet auch Merkur.de. Die Meldung hat sich mittlerweile aber als falsch herausgestellt und ist von einem EU-Beamten dementiert worden.

Update vom 13. April, 16:10 Uhr: „Wir haben die Entscheidung getroffen, die Markteinführung unseres Impfstoffes in Europa aufzuschieben“, verkündet das Unternehmen Johnson & Johnson. Damit reagiert sie auf den Verdacht, dass ihr Impfstoff Janssen Thrombosen auslösen könnte. Nur Stunden zuvor haben die amerikanischen Behörden FDA und CDC beschlossen, dass es einen impfstopp mit dem Vakzin geben soll.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: US-Behörden rufen Impftstopp aus

Update vom 13. April, 13:30 Uhr: Nach Informationen des US-Nachrichtenportals NBC-News haben die Behörden FDA (The Food and Drug Administration) und CDC (Centers for Disease Control and Prevention) einen Impfstopp für das Vakzin von Johnson & Johnson ausgerufen. Die Zahl der Thrombosen nach Injektion mit Janssen ist mittlerweile auf sechs gestiegen – eine sogar mit tödlichem Ausgang. Da aber insgesamt 6,8 Millionen Menschen in den USA damit geimpft worden sind, handelt es sich laut FDA und CDC derzeit um ein „extrem seltenes“ Phänomen.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Löst Vakzin Thrombosen aus?

Erstmeldung vom 13. April: Seit Montag (12. April) wird der Corona-Impfstoff des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson auch nach Europa geliefert. Die EU-Kommission erwartet bis Ende Juli etwa 55 Millionen Dosen des Vakzins mit dem Namen „Janssen COVID-19 Vaccine“. Damit werden in Europa mit Comirnaty von BioNTech, Moderna und Vaxzevria und AstraZeneca gleich vier Impfstoffe gegen das Coronavirus eingesetzt. Allerdings gibt es Bedenken an dem Vakzin von Johnson & Johnson – denn es steht im Verdacht, Gerinnsel auszulösen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) befasst sich mit dem Problem.

NameJohnson & Johnson
GründungJanuar 1886, New Brunswick, New Jersey, Vereinigte Staaten
CEOAlex Gorsky (26. Apr. 2012–)
HauptsitzNew Brunswick, New Jersey, Vereinigte Staaten
GründerJames Wood Johnson, Robert Wood Johnson I, Edward Mead Johnson

Impfstoff von Johnson & Johnson: Löst Vakzin Thrombosen aus – EMA prüft

PRAC (Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz) hat die Überprüfung eines Sicherheitssignals von thrombotischen Geschehnissen (Formung von Blutgerinnseln, die zur Blockade von Gefäßen führen) an Personen, die das Covid-19 Vakzin Janssen erhalten haben, gestartet“, heißt es in einer Mitteilung der EMA. Nach Berichten der Behörde habe es in den USA vier schwere Fälle von Thrombosen nach der Injektion des Impfstoffes von Johnson & Johnson gegeben. Ein Fall sei während klinischer Studien aufgetreten, die anderen nach der Notfallzulassung. Eine Person sei an der Thrombose gestorben.

Ähnliche Beobachtungen haben auch bei dem Impfstoff von AstraZeneca zu Bedenken geführt. Es hat sogar einen Impfstopp gegeben, der für weitere Verzögerungen beim Impffortschritt in Deutschland gesorgt hat. Das Vakzin hat bei mehreren Personen seltene Hirnvenenthrombosen ausgelöst und darf ab jetzt nur noch Menschen über 60 Jahren gespritzt werden.

Impfstoff von Johnson & Johnson: 10 Millionen Dosen für Deutschland geplant

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wird aktuell nur in den USA genutzt, hat aber am 11. März auch eine Zulassung für Europa bekommen. Die PRAC untersucht nun, ob es einen Zusammenhang zwischen den Thrombosen und Janssen gibt und entscheidet dann, wie mit dem Vakzin umgegangen werden soll.

Das Unternehmen lässt den Impfstoff für die EU bei der Unternehmenstochter Janssen in den Niederlanden herstellen, von wo aus es ausgeliefert wird. Die belgische Impf-Taskforce bestätigte der Nachrichtenagentur Belga, dass bereits für Montag (12. April) 36.000 Impfdosen von Johnson & Johnson in Belgien erwartet würden. Bis Ende Juni sollen etwa 10 Millionen Impfdosen auch nach Deutschland geschickt werden. Für das Jahr 2021 plant Johnson & Johnson die Auslieferung von insgesamt 200 Millionen Dosenman die Europäische Union sowie nach Norwegen und Island. (dpa/dh) HEIDELBERG24.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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