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Corona-Impfstoff von Moderna: 60.000 Dosen in Deutschland angekommen – wann wird geimpft?

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Corona-Impfstoff von Moderna: Der zweite Impfstoff gegen das Coronavirus ist in Deutschland angekommen. Heute soll er auf die Bundesländer verteilt werden:

Update vom 12. Januar: Neben dem Vakzin von BioNTech steht in Deutschland nun auch ein zweiter Corona-Impfstoff zur Verfügung. Die ersten 60.000 Dosen von Moderna wurden bereits geliefert und sollen an diesem Dienstag an die Bundesländer verteilt werden. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werde es aber wegen insgesamt noch knapper Mengen noch keine Wahlmöglichkeit zwischen den Präparaten von von Moderna und BioNTech/Pfizer geben. Im ersten Quartal würden zwei Millionen Dosen von Moderna erwartet. Im Laufe des Jahres insgesamt 50 Millionen.

Corona-Impfstoff von Moderna zugelassen: Diese Personen werden zuerst geimpft

Update vom 6. Januar: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Pharma-Unternehmens Moderna in der EU empfohlen. Der Impfstoff solle für Personen ab 18 Jahren zugelassen werden, teilt die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen. Damit wäre nach der Zulassung des Präparats der Unternehmen Pfizer und Biontech der Weg frei für den zweiten Impfstoff gegen Covid-19 in der EU.

In Deutschland soll es die Lieferung der ersten Moderna-Dosen voraussichtlich in der kommenden Woche geben. Das kündigt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin an. Der Moderna-Impfstoff ist bereits in den USA, Kanada und Israel zugelassen. Die EU hat 160 Millionen Dosen bei dem US-Hersteller bestellt.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen begrüßt die Empfehlung. „Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen“, schreibt sie auf Twitter. „Dieser Impfstoff verschafft uns ein weiteres Instrument im Kampf gegen die derzeitige Notsituation“ sagt EMA-Chefin Emer Cooke. Der Impfstoff schütze zu etwa 94 Prozent gegen Covid-19. Auch nach der Empfehlung werden nach den Worten der EMA-Chefin die Experten weiterhin alle Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit überwachen.

Corona-Impfstoff: Steht Impfung für Deutschland kurz bevor?

Meldung vom 30. November: Jetzt geht alles Schlag auf Schlag! Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung soll laut Unternehmen noch am heutigen Montag (30. November) bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden. Parallel dazu will Moderna eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Mit dem Zulassungsantrag von Moderna rückt eine Corona-Impfung auch in Deutschland näher. Vergangene Woche hatte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitgeteilt, dass mit Moderna ein Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Impfstoff-Dosen abgeschlossen wurde. Demnach sollen zunächst 80 Millionen Dosen geliefert werden, mit der Option auf 80 Millionen weitere Einheiten. In der EU könnte das Mittel nach Angaben von Moderna bereits im Dezember ausgeliefert werden – natürlich nur vorausgesetzt, dass es eine Zulassung erhält.

Zu dem RNA-Impfstoff von Moderna läuft bei der Ema bereits ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren, das den Zulassungsprozess beschleunigen soll. Dabei können Hersteller schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen.

Corona-Impfstoff: Wettlauf zwischen BioNTech und Moderna

Das Mainzer Unternehmen BioNTech hat gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer ebenfalls ein solches Verfahren laufen. BioNTech und Pfizer haben zwar bereits in den USA eine Notfall-Zulassung beantragt, in der EU steht diese jedoch noch aus. Modernas Präparat ist dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer in der Wirkweise und auch in seiner Wirksamkeit vergleichsweise ähnlich.

Wie Moderna mitteilte, hat der Impfstoff mRNA-1273 hat eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent. Das gehe aus der neuesten Analyse von Daten der klinischen Phase-III-Studie hervor, an der 30.000 Menschen in den USA teilnehmen. Eine Hälfte der Teilnehmer bekommt dabei den Impfstoff, die andere Hälfte ein Placebo-Mittel. Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen in zeitlichem Abstand notwendig.

Insgesamt wurden unter den Probanden demnach bislang 196 Fälle der Krankheit Covid-19 bestätigt. 11 dieser Fälle entfielen auf die Gruppe mit dem Impfstoff, 185 Fälle auf die Placebogruppe. Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent. Die neuen Ergebnisse entsprechen etwa den vorläufigen Daten, die Moderna Mitte November veröffentlicht hatte.

Zudem teilte Moderna mit, dass die insgesamt 30 schweren Covid-19-Verläufe in der Studie ausschließlich die Placebogruppem betrafen. Die Wirksamkeit von mRNA-1273 war laut Moderna über alle Altersgruppen hinweg ähnlich.

Corona-Impfstoff: So wirkt das Vakzin von Moderna

Das Moderna-Präparat ist wie das von Pfizer und BioNTech ein sogenannter RNA-Impfstoff. Es enthält genetische Informationen des Erregers, aus nen der Körper dann ein Viruseiweiß herstellt. Ziel der Impfung ist es, das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern anzuregen, um die Viren abzufangen. Noch gibt es keinen zugelassenen Impfstoff dieser Art.

Zwar haben schon Länder wie Russland, China und kürzlich erst Bahrain Impfstoffe mit Einschränkungen freigegeben und impfen damit bereits Teile der Bevölkerung. Aber wie gut diese Impfungen tatsächlich schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen – ganz im Gegensatz zum Impfstoff von BioNTech. (dpa/rob)

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