Illegalen Sensationsfund einfach behalten

Unterschlagung! Pfälzer Hobby-Archäologe (23) angeklagt

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Goldene Schmuckstücke eines zeremoniellen Gewandes aus der Spätantike, die Teil eines illegal in der Pfalz ausgegrabenen "Barbarenschatzes" sind, wurden am 18.02.2013 bei einer Pressekonferenz in Mainz präsentiert.

Er buddelte in der Südpfalz nach einem spektakulären Schatz aus spätrömischer Zeit, behielt ihn einfach. Jetzt wird ein 23-Jähriger wegen Unterschlagung angeklagt. 

Seine Ausgrabung war die Sensation des Jahres für Archäologen! Doch sein Verhalten war gleichzeitig der Skandal...

Denn ein 23-jähriger Hobby-Indianer-Jones hatte am 9. Mai 2013 in einem Wald in der Nähe des südpfälzischen Rülzheim illegal einen bundesweit einmaligen Schatz aus spätrömischer Zeit ausgebuddelt. 

Die rheinland-pfälzische Kulturministerin Doris Ahnen (SPD), der Landesarchäologe Axel von Berg (li.), der Leiter der Landesarchäologie Speyer, Ulrich Himmelmann, und der Direktor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Thomas Metz (re.), schauen sich am 18.02.2013 vor einer Pressekonferenz in Mainz einen Silberteller und eine Schale an. Die Gegenstände sind Teil eines illegal in der Pfalz ausgegrabenen "Barbarenschatzes".

Mit einem Metalldetektor hatte der Möchtegern-Archäologe etliche Gegenstände aus dem 5. Jahrhundert nach Christus entdeckt, ausgegraben und schlichtweg mit nach Hause genommen – und zerstörte den Fundort!

Darunter goldene Schmuckstücke, große Silberteller sowie Reste eines vergoldeten und versilberten Stuhls. 

Jetzt muss sich der Mann dafür wegen Unterschlagung vor dem Amtsgericht Speyer verantworten, wie die Staatsanwaltschaft Frankenthal bestätigte. Ihm drohen bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe.

Silberne Statuetten und Beschläge eines "Feldherrenstuhls" aus der Spätantike, die Teil eines illegal in der Pfalz ausgegrabenen "Barbarenschatzes" sind.

Der Wert des "Barbarenschatzes" wird auf 425.000 bis 575.000 Euro geschätzt. Geschnappt wurde der 23-Jährige, nachdem er sich mit seinem Fund im Internet brüstete. Noch bis 28. September ist der Fund in der Koblenzer Festung Ehrenbreitsein ausgestellt. 

Unklar ist der genaue Prozesstermin, da noch nicht über die Eröffnung des Verfahrens entschieden wurde.

dpa/pek

Quelle: Mannheim24

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