Kandel-Prozess nach Bluttat 

Nach Angriff auf Justizbeamte: Droht Abdul D. ein weiteres Strafverfahren? 

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Prozessauftakt nach Mord an Mia

Kandel - Am Freitag (17. August) rastet der Angeklagte Abdul D. im Gerichtssaal völlig aus und greift dabei Justizbeamte an. Doch was hat diese Tat für Konsequenzen? 

Update, 5. Februar 2019: Der wegen Mordes an seiner Ex-Freundin verurteilte Abdul D. muss wegen eines Handgemenges während des Prozesses nicht nochmal vor Gericht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, habe das Gericht die Ermittlungen endgültig eingestellt.

Nach Angriff auf Justizbeamte: Droht Abdul D. ein weiteres Strafverfahren?

Meldung vom 21. August 2018: Nachdem der Angeklagte am Freitag im Gerichtsaal plötzlich herumschreit, einen Beamten bespuckt und einen würgt, droht dem Tatverdächtigen im Prozess um den Mord an der 15-jährigen Mia in Kandel ein weiteres Strafverfahren. 

Die Justiz habe wegen des Verdachts auf Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung Ermittlungen gegen den jungen Mann aufgenommen, teilt die Staatsanwaltschaft in Landau am Dienstag mit. „Nach derzeitigen Erkenntnissen wurden bei dem Ereignis am 17. August zwei Beamte an der Hand verletzt“, sagt eine Sprecherin.

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Urteil erst im September 2018?  

Unterdessen geht der Prozess um den Mord in Kandel wohl nicht wie erwartet noch im August zu Ende, wie das Landgericht in Landau am Dienstag mitteilt. „Die Kammer bestimmte vorsorglich weitere Sitzungstage, nämlich den 3. und den 10. September, sagt ein Sprecher. 

Ob an einem dieser Tage ein Urteil falle, stehe nicht fest. In dem Prozess werden am Dienstag ehemalige Mitbewohner des Angeklagten Abdul D. als Zeugen gehört. Sie sollten Auskunft darüber geben, wie der Beschuldigte in Neustadt an der Weinstraße die Zeit kurz vor dem Verbrechen verbrachte. 

Auch der Vater des Opfers ist als Zeuge geladen, wie der Verteidiger des Angeklagten am Rande der nicht öffentlichen Verhandlung sagt. Der Prozess wird nach Jugendstrafrecht unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, da der Beschuldigte zur Tatzeit womöglich noch minderjährig war. 

Hintergrund 

Der mutmaßlich aus Afghanistan stammende Flüchtling war der Ex-Freund von Mia. Er soll das Mädchen am 27. Dezember 2017 in einem Drogeriemarkt im 9.000-Einwohner-Ort Kandel erstochen haben. 

An diesem Mittwoch sind weitere Anhörungen in Landau geplant. Das Landgericht habe auch Sachverständige aus dem Bereich der Psychiatrie geladen, sagte der Verteidiger des Angeklagten, Maximilian Endler. 

Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, dass Abdul D. am vergangenen Freitag in ein Gerangel mit Vollstreckungsbeamten verwickelt gewesen sein soll. Weder Behörden noch Prozessbeteiligte wollten unter Hinweis auf das nicht öffentliche Verfahren den Bericht kommentieren. 

Der Justiz in Landau zufolge werden die neuen Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft in Frankenthal geführt. Über das weitere Verfahren hatte auch die Zeitung „Die Rheinpfalz“ berichtet.

Im Oktober 2019 erhängt sich der Mörder von Mia in seiner Gefängniszelle

dpa/kp

Quelle: Mannheim24

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