Weitere Demonstrationen in Kandel 

„Bafög für Katzen“ und „Hoch die internationale Küchenqualität“ – ist das noch würdiges Gedenken?  

+
Einen Monat nach Urteil im Kandel-Mordprozess

Kandel -Nach dem tragischen Tod der 15-Jährigen in Kandel demonstrieren in der Gemeinde immer wieder linke und rechte Gruppen. Viele beklagen, dass es dabei oft nicht mehr um ein würdiges Gedenken geht.

Zwei Monate nach der Verurteilung des vermutlich aus Afghanistan stammenden Flüchtlings Abdul D. wegen Mordes an seiner Ex-Freundin Mia in Kandel kommt die Gemeinde weiter nicht zur Ruhe. Am Samstag nehmen der Polizei zufolge rund 500 Menschen an mehreren Kundgebungen für beziehungsweise gegen die Migrationspolitik teil. 

„Alle Versammlungen verliefen weitestgehend störungsfrei“, teilen die Behörden mit. Es seien fünf Zwischenfälle registriert worden, darunter versuchte Körperverletzung und Sachbeschädigung. Es habe Farbbeutelwürfe auf Polizisten gegeben. 

>>> Unsere Übersichtsseite mit allen Artikel zum Mordfall Mia und zum Prozess gegen Abdul D.

Die gestiegene Zahl von Demonstrationen beschäftigt immer mehr auch die Justiz. Vor den 17 angemeldeten Kundgebungen am Samstag wies das Verwaltungsgericht einige Eilanträge von Organisatoren zurück. Hintergrund war der Schritt der Kreisverwaltung, die Orte einiger Versammlungen zu verlegen, um Zusammenstöße zu vermeiden. 

Dies wollten Veranstalter ändern, letztlich aber vergeblich. Die Polizei zeigte Präsenz, um die politisch teils gegensätzlich ausgerichteten Demonstranten auf Abstand zu halten. 

Auch in Heidelberg versuchen Unbekannte die Wahnsinnstat in Frankfurt für rechtsextreme Hetze auszunutzen und verteilen im Stadtteil Rohrbach Plakate.

Situation sei „abstrus“

Behörden und Sicherheitskräfte stellen seit Monaten ein „Ausufern“ der Demonstrationen in Kandel fest. Für Samstag waren auch Mahnwachen etwa unter dem Motto „Bafög für Katzen“ oder „Hoch die internationale Küchenqualität! Gegen Schnitzel und Kartoffelauflauf“ angekündigt. 

Dies hatte in Behörden zu Kopfschütteln geführt. Auch aus Reihen der Sicherheitskräfte hieß es, die Situation sei mittlerweile „abstrus“.

Bürger von Kandel beklagen, dass der 9.000-Einwohner-Ort als Aufmarschgebiet rechter und linker Gruppen missbraucht wird. Das Landgericht Landau hatte am 3. September den vermutlich aus Afghanistan stammenden Flüchtling Abdul D. wegen Mordes und Körperverletzung an seiner früheren Freundin zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

>>> Unsere Übersichtsseite mit allen Artikel zum Mordfall Mia und zum Prozess gegen Abdul D.

dpa/kp

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare