Nach Bluttat an Mia

4.500 Teilnehmer: Polizei-Bilanz nach Demos in Kandel positiv

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Nach Bluttat an Mia: Die Demonstrationen in Kandel verlaufen ohne große Zwischenfälle.

Kandel - Der pfälzische Ort kommt nicht zur Ruhe. Seit dem Gewaltverbrechen an der 15-jährigen Mia gehen hier immer wieder Menschen auf die Straße, so auch am Samstag (3. März):

Durch die Rheinstraße in Kandel schallen am Samstag (3. März) laute Parolen. „Festung Europa, macht die Grenzen dicht“, skandieren die Demonstranten. 

Über ihnen wehen Deutschlandfahnen, die Stimmung ist aggressiv. In der Parallelstraße wird ebenfalls demonstriert, hier dominieren Regenbogenfahnen und Rufe wie „Nazis raus“. 

4.500 Demonstranten in Kandel: Polizei zufrieden

Zwei Straßen, zwei Welten. 

Auch mehr als zwei Monate nach dem gewaltsamen Tod der 15 Jahre alten Mia kommt Kandel nicht zur Ruhe. Am Samstag demonstrieren nach Polizeiangaben etwa 4.500 Menschen in dem kleinen Ort in Rheinland-Pfalz. 

>>> Themenseite: Bluttat in Kandel – 15-Jährige in Drogeriemarkt erstochen

Zu der Demo hat die Initiative „Kandel ist überall“ aufgerufen, die sich gegen „illegale Massenimmigration“ wendet. 

Zum Auftakt kommen etwa 1.500 Menschen auf einen Parkplatz am Ortsausgang - darunter Rentner, Ehepaare und Jugendliche. Minütlich werden sie mehr...

Hier wollen sie ihrem Groll freien Lauf lassen: „Wir Mütter haben keine Kinder bekommen, um sie von den Merkel-Gästen schänden oder abschlachten zu lassen“, dröhnt es aus einem Lautsprecher. 

Zur Teilnahme an der Demo hat auch der AfD-Bundestagabgeordnete Thomas Seitz aufgerufen.

Polizei-Bilanz fällt positiv aus

Die Polizei ist mit hunderten Beamten vor Ort, um mögliche Ausschreitungen im Keim zu ersticken. 

80 Personen des linken Spektrums starten eine „Spontandemo“, die die Beamten allerdings sofort unterbinden. Daraufhin schließen sie sich der Versammlung „Schutz für alle Schutzbedürftige“ an.

Einsatz von Pfefferspray gegen einen Teilnehmer

Leider halten sich nicht alle an der Appell der Beamten, sich friedlich zu verhalten. Zu Beginn der Versammlung „Kandel ist überall“ verletzt ein Teilnehmer einen Beamten mit einem Fußtritt! Daraufhin setzen die Polizisten Pfefferspray gegen den aggressiven Teilnehmer ein.

Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Außerdem muss die Versammlung „Kandel ist überall“ kurzzeitig angehalten werden, da deren Teilnehmer mit Anhängern der Gegenveranstaltung verbal aneinanderrasseln.

Einsatzleiter Polizeidirektor Martin Kuntze zeigt sich trotzdem zufrieden, dass es ihm und seinen Kollegen gelingt, die Versammlungsfreiheit der verschiedenen Interessensgruppen zu schützen und größere Störungen zu verhindern.

Auch das „Verkehrsraumkonzept“ ist trotz erheblicher Einschränkungen für die Bürger von Kandel „notwendig und angemessen“.

Hintergrund ist gewaltsamer Tod von 15-Jähriger

Grund für die Kundgebungen ist der Fall einer 15-Jährigen, die Ende Dezember letzten Jahres in einem Drogeriemarkt von einem jungen Flüchtling, ihrem Ex-Freund, erstochen worden ist.

pol/dpa/hew

Quelle: Mannheim24

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