Großeinsatz der Polizei

Karlsruhe: Mädchen entführt und bedroht? Übler Jugend-Streich geht nach hinten los

Ein Mann bildet eine Faust, eine Frau sitzt in der Ecke und hält ihre Arme schützend über den Kopf.
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Zwei Teenager täuschen in Karlsruhe eine Straftat vor. (Symbolfoto)

Karlsruhe - Eine Teenagerin durchleidet einen Albtraum. Eine Freundin wird von ihrem Freund entführt und soll getötet werden. Als die Polizei einschreitet, kommt alles anders als erwartet.

Eine 17-Jährige aus Karlsruhe (Baden-Württemberg*) durchlebt am Dienstagabend (8. Dezember) einen wahren Albtraum. Gegen 22 Uhr schaut sie auf ihr Handy, auf dem eine gleichaltrige Freundin ihr ein Video geschickt hat. Als die Teenagerin die Datei öffnet, macht sie einen grausamen Anblick – die Freundin ist darin gefesselt und geknebelt zu sehen. Sofort ruft die Jugendliche die Polizei an, da sie von einem Notfall ausgeht. Eine weitere Mitteilung lässt sogar darauf schließen, dass sich ihre Bekannte in akuter Lebensgefahr befindet. Weder den Beamten noch der 17-Jährigen ist zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass sie auf einen „Scherz“ hereingefallen sind. Über den Vorfall berichtet HEIDELBERG24.de*.

NameKarlsruhe
BundeslandBaden-Württemberg
Bevölkerung313.092 (2019)
OberbürgermeisterFrank Mentrup (SPD)
Hochschule und UniversitätenKarlsruher Institut für Technologie, Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Hochschule für Musik Karlsruhe

Karlsruhe: Vermeintliche Entführung – Teenager droht mit Gewalt

Nachdem die 17-Jährige aus Karlsruhe die Polizei alarmiert hat, die ihre Freundin aus den Fängen eines Entführers retten soll, erhält die Teenagerin eine weitere Nachricht. Diese kommt vom ebenfalls 17-jährigen Freund des Opfers. Der junge Mann kündigt darin an, seiner Freundin etwas antun zu wollen. Ob es darum geht sie zu verletzten oder sogar zu töten, ist nicht klar. Die Drohung reicht allerdings aus, um die Arbeit der Polizei zu beschleunigen – denn es geht nun scheinbar um Leben oder Tod.

Die Ermittlung wird durch die Tatsache erschwert, dass die 17-Jährige nicht die Adresse und den vollen Namen des Entführers kennt. Lediglich der Vorname ist ihr bekannt. Trotzdem schaffen es die Beamten die Adresse des jungen Mannes in der Nordweststadt von Karlsruhe ausfindig zu machen. Nachdem die Ermittler zuerst mit dem Entführer telefonieren und gegen 23:20 Uhr auch an der Wohnung ankommen, löst sich der Fall auf – es handelt sich nur um einen „Scherz“.

Karlsruhe: Entführung ist ein böser Scherz – Großeinsatz der Polizei

Über eine Stunde lang ermittelt die Polizei Karlsruhe, während sich die 17-Jährige Sorgen um ihre Freundin macht. Die Sorge ist jedoch völlig unbegründet, weil ihre Bekannte sich niemals in Gefahr befunden hat. Sie und ihr Freund wollten nur einen bösen Streich spielen und hätten nicht damit gerechnet, dass die Polizei eingeschaltet wird. Vor kurzem hat auch eine Frau aus Bailingen mit einem „Scherz“ einen Polizeieinsatz ausgelöst. Als Sanitäter ihren Lebensgefährten aus der Wohnung tragen wollen*, schließt sie die Retter einfach ein.

Der Streich aus Karlsruhe führt zu einem Großeinsatz der Polizei mit insgesamt 12 Streifenwagen. Derzeit wird geprüft, ob das Paar nun die Rechnung für den Einsatz tragen muss. Die beiden Jugendlichen haben hoffentlich gelernt, dass sich das Thema „Femizid“, also die Tötung von Frauen und Mädchen, nicht für Streiche eignet. Schließlich gibt es genug Fälle, wie zum Beispiel den von Gema. R. aus Mannheim*, in dem wirklich Frauen brutal getötet wurden. Laut einer aktuellen Studie der Technischen Universität München erleben während der Corona-Pandemie 3,1 Prozent der Frauen körperliche Gewalt in den eigenen vier Wänden und 3,6 Prozent werden sogar vergewaltigt. (pol/dh) HEIDELBERG24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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