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Explosion in Graben-Neudorf: Mann löst Großeinsatz aus – aus unglaublichen Grund

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Von: Daniel Hagen

Mehrere Feuerwehrleute vor einem Haus.
Eine Explosion sorgt für einen Großeinsatz. © HEIDELBERG24/ Leonhard Buchner / Einsatz-Report24

Karlsruhe - Ein Experiment mit gefährlichen Chemikalien löst in Graben-Neudorf einen Großeinsatz aus. Zwei Personen werden verletzt und ein Sprengstoffexperte ermittelt.

Update vom 4. Januar, 11:20: Die Polizei Karlsruhe hat neue Details zu der Explosion in Graben-Neudorf bekannt gegeben. Demnach hat ein 22-Jähriger einen Kunststoffkanister mit Chemikalien gefüllt, bis dieser geplatzt ist. Dabei erleidet er schwere Verätzungen an Gesicht und Oberkörper – eine Lebensgefahr kann mittlerweile ausgeschlossen werden. Seine 58-jährige Mutter bemerkt den Unfall und kommt ihrem Sohn zu Hilfe. Dabei wird sie an beiden Unterarmen kontaminiert und erhält Rötungen, die ambulant behandelt werden können.

Nach ersten Ermittlungen eines Chemieexperten der Feuerwehr und eines Sprengstofffachmanns des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg eignen sich die Chemikalien nicht zur Herstellung eines Sprengstoffes oder Betäubungsmitteln. Nach Angaben des 22-Jährigen, der als Chemisch Technischer Assistent arbeitet, wollte er damit Seife herstellen. Die Chemikalien können einfach gekauft werden, sind aber in der festgestellten Menge von mehreren Litern zu gefährlich für den Einsatz zu Hause. Die Wohnung bleibt vorerst nicht bewohnbar, bis die Stoffe durch eine Fachfirma entsorgt und der betroffene Bereich entsprechend gereinigt wurde. Die Polizei ermittelt weiter und überprüft, ob ein strafbares Handeln vorliegt.

Explosion in Graben-Neudorf: Person in Lebensgefahr – Sprengstoffexperte ermittelt

Erstmeldung vom 4. Januar, 08:15: Ein Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie zwei schwer verletzte Personen sind das Ergebnis eines schief gegangenen Experimentes in der Gemeinde Graben-Neudorf bei Karlsruhe. Der Chemie-Unfall spielt sich am Sonntagabend (4. Januar) in einem Mehrfamilienhaus im Bahnhofsring ab. Gegen 17 Uhr muss die Feuerwehr dorthin ausrücken, weil es eine Explosion gegeben hat. Das Gebäude muss komplett evakuiert werden. Auslöser der Explosion sind wohl mehrere gefährliche Chemikalien, die in einer Wohnung gefunden worden sind.

NameGraben-Neudorf
KreisLandkreis Karlsruhe
Bevölkerung11.681 (31. Dez. 2008)
BürgermeisterChristian Eheim

Explosion in Graben-Neudorf: Zwei Personen verletzt – Lebensgefahr nicht ausgeschlossen

Eine Person wurde beim Hantieren mit nicht haushaltsüblichen Chemikalien schwerst verletzt. Eine zweite Person wurde beim Rettungsversuch ebenfalls verletzt“, erklärt Stefanie Hoffmann, Pressesprecherin der Feuerwehr Graben-Neudorf. Die Verletzten sind in Spezialkliniken abtransportiert worden. Durch die Explosion und der daraus entstandenen schweren Verätzungen ist eine Lebensgefahr nicht ausgeschlossen.

Wie die Pressesprecherin weiter erklärt, sei ein solcher Chemie-Unfall im privaten Haushalt noch nicht in Graben-Neudorf vorgekommen, im Landkreis Karlsruhe aber schon. Auch in der Stadt Schwäbisch Gmünd bei Stuttgart sorgt im Jahr 2019 ein ähnlicher Vorfall für einen Großeinsatz. Damals hat ein Mann einfach mehrere Chemikalien in einem Fass zusammengemischt – mit schweren Folgen.

Explosion in Graben-Neudorf: Sprengstoffexperte prüft Wohnung

Bei den Chemikalien handelt es sich unter anderem um Wasserstoffperoxid, Salzsäure, Essigsäure, Aceton und andere Gemische“, sagt Stefanie Hoffmann. Ein Fachberater für Chemikalien befinde sich im Einsatz, um die Gefahrenlage der eingesetzten Chemikalien zu beurteilen. Zudem durchsuchen die Polizei und ein Sprengstoffexperte des Landeskriminalamtes die Wohnung und den Keller nach weiteren Hinweisen.

Warum es zu der Explosion gekommen ist und was die verletzte Person mit den Chemikalien anstellen wollte, wird derzeit ermittelt. So werden Salzsäure und Wasserstoffperoxid auch eingesetzt, um zum Beispiel Platinen zu ätzen. Allerdings kann aus der Verbindung Chemikalien aus Graben-Neudorf auch der Stoff Acetonperoxid hergestellt werden, der häufig als Sprengstoff bei Anschlägen benutzt wird. (Einsatzreport24/dh)

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