1. Heidelberg24
  2. Region

Verfolgungsjagd in Karlsruhe: Wer ist der irre SUV-Raser? Ermittler decken weitere Taten auf

Erstellt: Aktualisiert:

Die irre Verfolgungsjagd von Rheinstetten nach Karlsruhe hinterlässt schreckliche Spuren.
Die irre Verfolgungsjagd von Rheinstetten nach Karlsruhe hinterlässt schreckliche Spuren. © Aaron Klewer / Einsatz-Report24

Karlsruhe - Nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei, bei der ein 48-jähriger SUV-Fahrer eine Spur der Zerstörung hinterließ, werden mit dem kriminellen Raser immer mehr Vorfälle in Verbindung gebracht.

Update vom 4. Dezember: Jetzt kommen immer mehr Vorfälle mit dem weißen SUV ans Licht, dessen 48-jähriger Fahrer seit einer zerstörerischen Verfolgungsjagd mit der Polizei am 24. November in Untersuchungshaft sitzt. Neuen Erkenntnissen der Ermittler zufolge soll es an diesem Tag bereits vor der irren Flucht des Autofahrers zu einem Ereignis gekommen sein, in dem eine junge Frau in große Gefahr gebracht wurde. Der 48-Jährige soll gegen 18:15 Uhr im Bereich der Christ-König-Kirche in Karlsruhe eine etwa 20-jährige Radfahrerin mit seinem Nissan-SUV angestoßen haben. Die Frau habe dann vor Wut gegen die Motorhaube geschlagen und den Mann angeschrien, erklärt die Polizei. Laut einer Zeugin sei der Autofahrer daraufhin einfach weitergefahren.

Die Ermittler schließen nach den Vorfällen in Karlsruhe nicht aus, dass sich am 24. November weitere Auffälligkeiten im Zusammenhang mit dem weißen Nissan-SUV zugetragen haben. Sie suchen nun nicht nur nach der betroffenen Radfahrerin, sondern auch nach weiteren Zeugen und möglichen Geschädigten. Diese sollen sich unter 0721 666-5555 beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe melden.

Karlsruhe: Irrer SUV-Raser verursacht Chaos – wer ist der 48-jährige Tatverdächtige?

Nach der irren Verfolgungsjagd in Karlsruhe, bei der der SUV-Fahrer eine Spur der Zerstörung hinterließ, wurde von der Polizei eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet, die bereits zahlreiche Zeugen verhört hat. In dem weißen Nissan-SUV, den der 48-Jährige in Polen gemietet hatte, fanden die Ermittler nach der Tat eine Vielzahl von Medikamenten – darunter auch Psychopharmaka. Laut ersten Ergebnissen stand der Mann „nicht nennenswert“ unter Alkoholeinwirkung. Die Untersuchungsergebnisse über weitere Substanzen stehen noch aus.

Wie die Ermittler in Karlsruhe weiter mitteilen, hielt der festgenommene Algerier sich seit dem 21. November aus noch unklarem Grund im Bereich von Karlsruhe auf. Er sei wohl in Polen unternehmerisch im Bereich des Transport- und Logistikgewerbes tätig. Darüber hinaus unterhalte er in Teneriffa einen weiteren Wohnsitz. In Polen ist der Raser bereits polizeilich bekannt. Seit seiner Festnahme schweigt der Mann zu seinen Taten.

Karlsruhe: Spur der Zerstörung nach irrer Verfolgungsjagd – Polizei zieht Schadens-Bilanz

Update vom 26. November: Die Polizei Karlsruhe und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe geben in einer Pressemitteilung an, dass der Sachschaden der irren Flucht auf über 75.000 Euro geschätzt wird. Gegen den 48-jährigen Fahrer ist am Mittwoch beim Amtsgericht ein Haftbefehl erlassen worden. Der Beschuldigte ist algerischer Staatsangehöriger und in Deutschland ohne festen Wohnsitz. Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor. Die Ermittlungen dauern an. Geschädigte und Zeugen sind aufgerufen, sich unter Telefon 0721 666-5555 beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe zu melden.

Karlsruhe: Irre Verfolungsjagd über A5 – Mann bedroht Fahrerin und klaut Autos

Meldung vom 25. November: Am Dienstagabend (24. November) spielen sich in Rheinstetten und Karlsruhe unglaubliche Szenen ab, die aus einem Actionfilm zu kommen scheinen. Ein Mann flüchtet mit mehreren gestohlenen Autos vor der Polizei, baut zahlreiche Unfälle, gefährdet Verkehrsteilnehmer und verletzt währenddessen sogar einige Personen. Der irre Raser kann schließlich bei einem weiteren Crash gefasst werden. Für die Ermittlungen bittet die Polizei Karlsruhe noch dringend um Hinweise aus der Bevölkerung.

StadtKarlsruhe
Einwohner313.092
BundeslandBaden-Württemberg

Karlsruhe: Irre Verfolgungsjagd von Rheinstetten nach Karlsruhe – mehrere Unfälle

Die Polizei Karlsruhe stellt in mehreren Pressemitteilungen die Verfolgungsjagd des Mannes nach. Nach derzeitigem Kenntnisstand der Beamten geht die Flucht gegen 18:40 Uhr los. In Rheinstetten-Mörsch ereignet sich der erste Auffahrunfall mit einer leicht verletzten Person. Der Mann flüchtet anschließend mit einem SUV mit polnischen Kennzeichen in Richtung Karlsruhe. Dort werden der Polizei mehrere Unfälle und Gefährdungen gemeldet, alle sind dem Raser zuzuordnen. Darüber berichtet HEIDELBERG24*.

Der Täter stößt unter anderem zwischen dem Peter-und-Paul-Platz und der Klopstockstraße mit einer Radfahrerin zusammen. Die 44-Jährige stürzt und verletzt sich. Mehrere Zeugen eilen der Frau zur Hilfe. Derzeit wird sie in einem Krankenhaus behandelt. Wenig später ist der Unfallfahrer in einem weiteren Crash verwickelt.

Karlsruhe: Flüchtiger setzt Wagen in Brand und bedroht Autofahrerin

Der Fahrer überschlägt sich in der Händelstraße in Karlsruhe, wodurch sein Wagen in Brand gerät. Statt sich allerdings zu stellen, begeht der Mann die nächste Straftat. Er bedroht eine Autofahrerin mit einem Messer, um an ihr Auto zu kommen. Danach flüchtet er mit dem gestohlenen Wagen in Richtung Reinhold-Frank-Straße. Wie die Polizei Karlsruhe berichtet, baut er dort den nächsten Unfall.

Er drückt dennoch weiterhin aufs Gaspedal und gelangt schließlich auf die A5 in Richtung Basel. Auch hier kommt es offenbar zu weiteren Unfällen und Verkehrsgefährdungen. Möglicherweise hat der Täter auch auf dem Parkplatz entlang der A5 versucht, mehrere Fahrzeuge gewaltsam aufzubrechen.

Erst in Herbolzheim gelingt es dem Mann einen Lkw zu stehen. Bei der Auffahrt auf die A5 kommt es dann wieder zu einem Crash. Nach Angaben der Polizei Karlsruhe schleift der Täter ein Auto mit Schweizer Zulassung über eine längere Strecke mit. Zwei Insassen des Wagens werden verletzt.

Karlsruhe: Nach zahlreichen Unfällen – Polizei kann endlich irren Autofahrer stoppen

Um 20:50 Uhr kann der Flüchtige endlich gefasst werden. Die Polizei kann ihn nach dem Unfall mit den Schweizern südlich der Autobahnanschlussstelle Riegel festnehmen. Nach aktuellem Ermittlungsstand handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 48 Jahre alten Mann algerischer Staatsangehörigkeit. Die Kriminalpolizei Karlsruhe hat die Ermittlungen übernommen.

Die Kripo sucht nun Zeugen und Geschädigte. Unter anderem die Ersthelfer aus Rheinstetten, die die verletzte Radfahrerin unterstützt haben. Alle Beteiligten sollen sich unter der Telefonnummer 0721 666-5555 beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe melden. (jol) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Auch interessant

Kommentare