Betriebsrat entsetzt

Kaufhof macht ernst: Diese Filialen in der Region schließen

Corona-Krise: Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof will 62 seiner Filialen schließen. Diese Läden in der Region sind betroffen:

  • Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof verzeichnet hohe Verluste in der Corona-Krise.
  • Nach langen Verhandlungen sollen jetzt 62 der 172 Filialen schließen.
  • Insgesamt könnten 5.000 Arbeitsplätze gefährdet sein.
  • Ob die Galeria Karstadt Kaufhof Standorte in Mannheim und Heidelberg betroffen sind, ist noch unklar.

Update vom 19. Juni, 15 Uhr: Es steht fest: 62 der 172 Kaufhof-Filialen werden geschlossen – auch einige in der Metropolregion Rhein-Neckar. Wie Verdi am Freitag mitteilt, sollen die Kaufhof-Läden in Mannheim, Worms und Landau geschlossen werden. In Baden-Württemberg werden außerdem die Häuser in Stuttgart-Bad Cannstatt und Göppingen zugemacht werden. Außerdem sind die Karstadt-Häuser in Leonberg und Singen betroffen. Etwa 300 Mitarbeiter verlieren damit ihre Arbeit. In Hessen machen außerdem die Kaufhof-Filialen in Frankfurt, im Hessen-Center in Bergen-Engheim, Sulzbach und Leonberg.

SPD-Landtagsabgeordneter Dr. Boris Weirauch bedauert die Schließung des kUafhos in der Kunststraße in Mannheim: „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten und ein bitterer Tag für den Einzelhandel in Mannheim“. Er fordert vom Kaufhof-Konzern, dass dieser im Gegenzug zumindest Perspektiven für die betroffenen Mitarbeiter ermöglicht, zumal gerade die Arbeitnehmerseite in der Vergangenheit erhebliche Zugeständnisse zur Sicherung des Unternehmens gemacht hat. „Auch ein Unternehmen in Schieflage trägt Verantwortung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es muss ernsthaft geprüft werden, ob die Beschäftigten in anderen Filialen weiterbeschäftigt werden können“, fordert der SPD-Politiker nun Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung. 

Update vom 19. Juni, 11:40 Uhr: Die rund 28.000 Beschäftigten von Galeria Kaufhof sollen heute um 14 Uhr über die Schließungspläne informiert werden. Sie erfahren dann, welche Filialen von den Kaufhof-Schließungen betroffen sind – und ob ihr Job bedroht ist. Noch ist unklar, ob eine der Filialen in Mannheim und Heidelberg betroffen ist. Galeria Karstadt Kaufhof hat angek��ndigt, 62 der 172 Filialen in Deutschland zu schließen. Tausende Kaufhof-Mitarbeiter könnten ihren Job verlieren.

Kaufhof-Schließungen: 61 Filialen betroffen – Tausende Jobs gefährdet

Update vom 18. Juni, 20 Uhr: Knapp einen Monat hofften die knapp 35.000 Galeria Karstadt Kaufhof Mitarbeiter auf ein Wunder. Doch am Donnerstag (18. Juni) kommt stattdessen dann die Hiobsbotschaft: Die Warenhauskette will 62 ihrer 172 Filialen schließen. Dies soll die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Verhandlungskreisen am Donnerstag erfahren haben.

Zwar fällt damit die Zahl der Filialschließungen etwas geringer aus als ursprünglich erwartet, dennoch sind tausende Arbeitsplätze von der Maßnahme betroffen. Die Nachrichtenagentur REUTERS geht davon aus, dass 5.000 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Schon vor der Coronavirus-Pandemie war Galeria Karstadt Kaufhof ins Straucheln geraten und schrieb lange keine schwarzen Zahlen. Die pandemiebedingte Schließung aller Filialen mündete in Milliardenhohe Umsatzverluste, von denen sich Galeria Karstadt Kaufhof nicht zu erholen scheint.

Ob die Filialen in Mannheim und Heidelberg betroffen sind, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Nach Angaben der dpa sollen genauere Standortpläne am Freitag (19. Juni) von der Konzernleitung bekannt gegeben werden. Norbert Portz vom Deutschen Städte- und Gemeindebund warnte schon bei Bekanntwerden der ersten Schließungspläne im Mai vor der Gefahr einer Verödung vieler Innenstädte. „Galeria Kaufhof Karstadt ist nicht irgendwer. Die Warenhäuser sind für viele Innenstädte systemrelevant“, sagte er.

Corona-Krise: Galeria Kaufhof will die Hälfte aller Filialen schließen

Update vom 15. Mai, 17 Uhr: Für die 28.000 Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof stehen düstere Zeiten bevor: Wie DER SPIEGEL berichtet, sollen 80 der rund 170 Filialen des Konzerns schließen. Sie berufen sich dabei auf den Entwurf eines Sanierungsplans, der die angeschlagene Warenhauskette vor der Insolvenz retten soll. Arbeitnehmervertreter reagieren entgeistert und fordern Sparmaßnahmen an anderer Stelle: Die „Maßnahmen sind an Grausamkeiten kaum zu überbieten und ein Generalangriff auf alle Beschäftigten“, so der Gesamtbetriebsrat gegenüber dem SPIEGEL.

Ob die Filialen in Heidelberg und Mannheim von den Maßnahmen betroffen sind, ist nicht bekannt.  Anfragen von HEIDELBERG24 an Galeria Karstadt Kaufhof bleiben vorerst unbeantwortet. Die Warenhauskette soll schon länger mit ihrer Geschäftsstrategie kämpfen und kein zukunftsfähiges Konzept haben. Experten bemängeln schon lange, dass sich die Geschäftsführung nicht auf neue Trends, wie dem Onlineshopping, einlassen und die Warenhauskette ohnehin fast in die Insolvenz getrieben hätten. Die Schließungen aller Läden wegen der Coronavirus-Pandemie sei dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Schon jetzt werden Stimmen laut, die der Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof schwere Vorwürfe macht. „Das ist brutal! Es hat den Anschein, dass die Unternehmensleitung und der Eigentümer die Coronakrise missbrauchen, um ihre ursprünglichen Planungen von Standortschließungen und Entlassungen doch noch umzusetzen“, postuliert das Bundesvorstandsmitglied, Stefanie Nutzenbergerer, von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Nach Angaben von Galeria Karstadt Kaufhof soll die Warenhauskette aufgrund der Corona-Krise bis zu einer Milliarde Euro Umsatzeinbußen verzeichnen.

Corona-Krise: Galeria Kaufhof – Mitarbeiter werden entlassen, Standorte geschlossen

Update vom 13. Mai: Mit „Entsetzen“ habe man den Brief aufgenommen, mit dem die Geschäftsführung von Galeria Kaufhof Karstadt seine Angestellten über anstehende Entlassungen und Standortschließungen informiert hat. Das Unternehmen habe über Jahre kein funktionierendes Konzept für den Handel erarbeitet, kritisiert Sabine Möller von Verdi Rhein-Neckar: „Dafür tragen möglicherweise wieder die Beschäftigten die Konsequenzen.“ 

Entlassungen und Schließungen: Kaufhof-Mitarbeiter bangen um ihre Existenz

Rund 300 Beschäftigte seien derzeit noch in den vier Kaufhof-Standorten in Mannheim und Heidelberg angestellt. Dabei handelt es sich überwiegend um Frauen, die in der Regel in Teilzeit arbeiten. Für viele von ihnen gehe es bei möglichen Entlassungen um die Existenz: „Wie sollen sie von Arbeitslosengeld leben?“, fragt Möller.

Ist der Kaufhof in der Hauptstraße von der Schließung betroffen?

Vor der Fusion mit Karstadt baute Kaufhof bereits Mitte 2019 Personal ab. Im Sanierungstarifvertrag Ende letzten Jahres verzichteten die verbliebenen Angestellten auf Gehalt, um das Unternehmen zu unterstützen. Zudem, erzählt Möller, habe die Gewerkschaft Kaufhof-Beschäftigte immer wieder aufgefordert, Verbesserungsvorschläge für die Standorte an die Geschäftsleiter zu machen. Umgesetzt wurde laut Möller nichts. „Das Unternehmen hat scheinbar kein Interesse an Konzepten der Kollegen“, folgert Möller.

Kaufhof Karstadt: Auch Mannheim und Heidelberg von Schließungen und Entlassungen betroffen?

Noch ist unklar, welchen Umfang der Stellenabbau bei Galeria Kaufhof Karstadt haben soll. Auch welche Standorte geschlossen werden sollen, steht derzeit noch nicht offiziell fest. 

Ob auch Filialen und Mitarbeiter in Mannheim oder Heidelberg betroffen sind? Bei Kaufhof in Heidelberg verwies man am Dienstag (12. Mai) auf die Unternehmensleitung. Eine Anfrage bei der Firmenzentrale in Essen blieb bislang unbeantwortet.

Corona-Krise trifft Galeria Kaufhof – Standorte werden geschlossen, Mitarbeiter entlassen

Grundtext vom 11. Mai: Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof muss in der Corona-Krise Stellen abbauen und Standorte schließen. In einem Brief an die Mitarbeiter berichtete die Unternehmensführung am Montag, der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz hätten klar gemacht, dass es angesichts der Corona-Krise „leider auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommen muss“. Ob zum Beispiel auch die Kaufhof-Filialen in Mannheim oder Heidelberg betroffen sind, ist unklar. Auch Angaben zur Zahl der bedrohten Filialen oder der gefährdeten Arbeitsplätze machte das Unternehmen nicht. Zunächst hatte das „Manager Magazin“ über den Brief berichtet. 

Corona-Krise: Galeria Karstadt Kaufhof bereitet Mitarbeiter auf Stellenabbau vor

In dem zweiseitigen Schreiben betonte die Konzernführung, Galeria Karstadt Kaufhof habe während der Zeit der Komplettschließungen mehr als eine halbe Milliarde Euro an Umsatz verloren. Aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung werde sich der Umsatzverlust wahrscheinlich sogar noch auf bis zu eine Milliarde Euro erhöhen. Deshalb seien weitere Sanierungsmaßnahmen nötig, um das Unternehmen nachhaltig gesund aufzustellen. 

Coronavirus - Galeria Karstadt Kaufhof

Bei der Gewerkschaft Verdi sorgte der Mitarbeiterbrief für Empörung. Der Verdi-Fachbereichsleiter Einzelhandel, Orhan Akman, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist ein Armutszeugnis, dass den Insolvenzverwaltern und der Unternehmensführung nichts anderes einfällt, als die Axt an die Personalkosten zu legen und Filialen zu schließen.“ Statt neue Kürzungsorgien einzuleiten, solle das Unternehmen lieber Wege finden, Beschäftigten und Filialen eine Zukunft zu bieten, verlangte der Gewerkschafter.

dpa/kab

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