Anwohner laufen Sturm

Rheinauer Hafen kommt nicht zur Ruhe!

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Keine Ruhe finden die Anwohner am Rheinauer Hafen. Tägliche Lärmbelästigung rund um die Uhr ist zum Alltag geworden. Trotz neuer Methoden der Lärm-Bemessung ist keine Besserung in Sicht.

Immer wieder kommt es im Gebiet um den Rheinauer Hafen zu Beschwerden wegen nächtlicher Lärmbelästigung. Die Stadt Mannheim hatte daher Langzeitmessungen angeordnet, die die Emissionen festhalten und bestimmten sollten.

Für die genaue Bemessung der Belästigung wurden extra neue Geräte angeschafft, die ganztägige Aufnahmen ermöglichen. So konnten nun zum ersten Mal sowohl der tatsächliche Geräuschpegel bei Tag und Nacht, als auch eine Echt-Ton-Messung in einem Langzeitverfahren vorgenommen werden. 

Das Gerät wird für mehrere Tage und Nächte in den Vorgärten der Anwohner aufgebaut und anschließend ausgewertet. 

Das dadurch entstandene Tonmaterial ermöglicht nicht nur eine Bestimmung des Geräuschpegels, sondern auch eine bessere Zuordnung des Lärms: Dadurch, dass das konkrete Geräusch erfasst wird, kann im Anschluss an die Messung der Verursacher genauer bestimmt werden. Ein wichtiger Schritt für die Verbesserung der Situation der Anwohner.

Diese Mittelwerte dürfen bei den Messungen nicht überschritten werden, sonst drohen Konsequenzen für die ansässigen Firmen.

Innerhalb eines reinen Wohngebiets darf ein Höchstwert von 50 Dezibel am Tag und 35 Dezibel in der Nacht nicht überschritten werden. Diese Werte bestimmten jedoch lediglich den Mittelwert. Das bedeutet, dass auch deutlich höhere Werte erreicht werden können, ohne dass eine offizielle Überschreitung des Geräuschpegels festgestellt wird.

So zeigten die bisherigen Messungen lediglich eine einmalige Überschreitung des Grenzwertes an. Für die Anwohner ungeheuerlich. 

"Ich wohne am Naturschutzgebiet. Drei Tage wurde bei mir gemessen, von Freitag bis zum Montag um sieben Uhr morgens. Jeden Tag lebe ich mit dem Lärm – nur während der Messungen nicht. Das kommt mir einfach spanisch vor", erklärt Christine Melchert, die sich für die Messungen am eigenen Grundstück zur Verfügung gestellt hat.

Und auch Dipl.-Ing. Robert Zimmermann, Sachbearbeiter der Abteilung Umweltschutz und Gewerbeaufsicht in Mannheim, erkennt an, dass die bisherigen Messungen nicht repräsentativ zu sein scheinen. "Bisher haben wir wohl eine Phase erwischt, in der weniger Emission zustande kam", erklärt Zimmermann und bietet den Lärmgeschädigten weitere Messungen an.

Anwohnerin Ute Starck appelliert nach den ergebnislosen Messungen an die ansässigen Firmen: "Wir sind keine hysterischen Quertreiber. Wir haben nie verlangt, dass die Firmen schließen. Wir möchten ein Miteinander. Dann müssten die Verantwortlichen aber auch auf uns Rücksicht nehmen." 

Sie selbst hatte zusammen mit ihrem Mann versucht, für bessere Lebensbedingungen zu sorgen. "Wir haben auf eigene Kosten Lärmschutzfenster eingebaut. Alles auf dem neusten Stand. Aber es hat sich nichts verbessert. Es ist, als würde permanent ein Besteckkasten ausgeleert werden, nur im größeren Stil", erklärt Starck ihre Situation.

Auch Anwohner Helmut Baumann ist aufgebracht über die Entwicklungen in seinem Wohngebiet, wohnt nur wenige Meter von den Speditionen und Container-Terminals entfernt: "An der Kreuzung zwischen dem Kaiserring und der Bismarckstraße, mitten in der Innenstadt, ist es ruhiger als bei uns hier draußen." 

Zum Glück nicht auf taube Ohren stoßen die Betroffenen bei Felicitas Kubala (58), Bürgermeisterin für Bürgerservice, Umwelt und technische Betriebe: "Lärm macht krank. Das ist gar keine Frage. Wir müssen die Bewohner schützen. Um das umsetzen zu können, sind wir jedoch auf deren Unterstützung angewiesen. Wir bieten die Messungen immer allen an, die sich über den Lärm beschweren, bekommen aber nur wenig Rückmeldung."

Eine gewisse Niedergeschlagenheit macht sich dennoch bei Helmut Baumann breit: "Das ist wie der Kampf von Don Quijote gegen die Windmühlen."

Trotzdem werde er, zusammen mit den anderen Anwohnern weiter für sein Wohngebiet kämpfen. Neue Messungen sind bereits in Auftrag geben. 

Wenn Sie ebenfalls von der Lärmbelästigung im Rheinauer Hafengebiet betroffen sind, können Sie auch Ihren Wohnort unter der Service-Nummer 115 für eine Messung anmelden oder Ihre Beobachtungen melden.

Rheiner Hafen lärmt weiter

mk

 

Quelle: Mannheim24

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