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Krieg in der Ukraine: Rund 170 geflüchtete Kinder in Freiburg angekommen

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Von: Daniel Hagen

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Freiburg - Während in der Ukraine ein Krieg tobt, ziehen zahlreiche Menschen gen Westen, um dem Tod zu entkommen. So auch knapp 170 Kinder, die jetzt in Freiburg angekommen sind.

Die Lage in der Ukraine spitzt sich von Tag zu Tag zu. Die russischen Truppen unter dem Kommando von Präsident Wladimir Putin rücken immer weiter vor und kämpfen bereits um die Hauptstadt Kiew. Während so mancher Ukrainer das Land gegen den Eindringling verteidigt, fliehen andere in den Westen, um dem Tod zu entgehen und die Familie in Sicherheit zu bringen. Darunter befinden sich auch dutzende Heimkinder, die mit Bussen nach Deutschland gefahren werden. Ein paar davon sind nun in Freiburg angekommen!

Die 167 Heimkinder aus der Nähe von Kiew sowie deren rund 30 Betreuer haben eine tagelange Odyssee hinter sich – aber sind nun endlich in Sicherheit. Sie alle sind auf Initiative der evangelischen Stadtmission evakuiert und nach Baden-Württemberg geholt worden. „Das war ein Auf und Ab, ein Festsitzen in der Ukraine. Es gab zwei Mal einen
Buskomplettausfall. Letztlich haben wir sie dann durch Polen hindurch bis nach Dresden geschafft, wo sie gegen Mitternacht angekommen sind“, beschreibt Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn die ereignisreiche Reise der Kinder. Von Dresden aus sind die letzten Kilometer nach Südbaden zurückgelegt worden. Die Kinder werden dort nun in verschiedenen Einrichtungen untergebracht, verpflegt und medizinisch versorgt.

StadtFreiburg im Breisgau
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche153,1 km²
Bevölkerung230.940 (31. Dez. 2020)
OberbürgermeisterMartin Horn (parteilos)

Freiburg: Fast 270 Kinder auf Kiew angekommen – sie kommen aus dem Heim

Die Kinder kommen aus dem Heim „Vaterhaus“ bei Kiew. Die evangelische Stadtmission engagiert sich seit Jahren für dieses Kinderheim und hat die Stadt gebeten, eine Aufnahme der jungen Menschen zu ermöglichen. „Wir tun unser Möglichstes und sind total froh, dass jetzt vier Busse angekommen sind mit fast 200 Personen“, sagt Horn.

Oberbürgermeister Martin Horn (links) und Heimleiter Roman Korniiko (rechts) bei der Ankunft der Heimkinder aus Kiew.
Oberbürgermeister Martin Horn (links) und Heimleiter Roman Korniiko (rechts) bei der Ankunft der Heimkinder aus Kiew. © Philipp von Ditfurth/dpa

Das Land Baden-Württemberg bereitet sich unterdessen ebenfalls auf die Ankunft weiterer Flüchtlinge vor. Das Migrationsministerium, der Landkreistag, Städtetag und Gemeindetag sowie die vier Regierungspräsidien verständigten sich darauf, ukrainische Flüchtlinge zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes unterzubringen. „Die Landeserstaufnahmeeinrichtungen werden die Funktion einer Erstanlaufstelle für alle Ankommenden, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen, übernehmen“, lautet die Übereinkunft. Wenn es nach dem CDU-Politiker Christian Baldauf geht, soll dies auch der Fall in Rheinland-Pfalz sein.

Freiburg: Flüchtlinge aus der Ukraine sollen aufgenommen werden

Die Vereinten Nationen gehen derzeit von knapp 300.000 Flüchtenden aus. Zehntausende haben sich bereits in EU-Länder gerettet, einige auch nach Deutschland. In mehreren Städten im Südwesten haben Menschen am Wochenende ihre Solidarität mit der Ukraine bekundet und sich gegen Krieg ausgesprochen. Auch in Mannheim am Paradeplatz und in Heidelberg am Bismarckplatz hat es solche Versammlungen gegeben. Die Aufnahme von Geflüchteten sei die beste Hilfe, die Baden-Württemberg leisten könne. „Aus dieser politischen Katastrophe darf nicht auch noch eine humanitäre Katastrophe werden“, sagt SPD-Fraktions- und Landeschef Andreas Stoch. In Baden-Württemberg gibt es vier Landeserstaufnahmeeinrichtungen: in Ellwangen, Karlsruhe, Freiburg und Sigmaringen sowie das Ankunftszentrum in Heidelberg. (dpa/dh)

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