In Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis 

Kriminalstatistik 2018: Insgesamt weniger Straftaten – aber eine Zahl schockiert!

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Kriminalstatistik Polizei Mannheim & Heidelberg 2018 (Archivbild)

Mannheim/Heidelberg - Das Polizeipräsidium Mannheim hat am Mittwoch (27. März) die Kriminalitätsstatistik 2018 aus dem Rhein-Neckar-Kreis vorgestellt. Das sind die Zahlen aus dem vergangenen Jahr:

  • 73.991 Straftaten insgesamt (Rückgang um 1,1 Prozent)
  • Anstieg der Straftaten im Rhein-Neckar-Kreis (+1,8 Prozent)
  • Rückgang der Straftaten in Mannheim (-4,5 Prozent)
  • Anstieg der Straftaten in Heidelberg (+1,9 Prozent)

Straftaten in Mannheim, Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis: Die Zahlen von 2018

  • Anstieg von Sexualstraftaten auf 792 Delikte (+31,1 Prozent)
  • Starker Anstieg von Betrugsdelikten auf 1.454 (+91,8 Prozent)
  • 3.172 Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz (+26 Prozent)
  • 954 Fälle von Computerkriminalität (+22 Prozent)
  • Rückgang von besonders schwerem Diebstahl auf 1.350 Fälle (-40,2 Prozent)
  • 117 Fälle von Trickdiebstahl (-33,9 Prozent)
  • 1.074 Wohnungseinbrüche (-22 Prozent)

Straßenkriminialität in Mannheim zurückgegangen

Im Fall der Straßenkriminalität kann die Polizei 2018 insgesamt einen Rückgang von 9,4 Prozent auf 14.760 Straftaten verzeichnen, die sich in der Öffentlichkeit ereigneten – ein 10-Jahres-Tiefstand. Den größten Rückgang gab es hier in Mannheim. 

Dafür nahmen die „Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum“ um 3,8 Prozent zu. Mit ihrer Aufklärungsquote können die Polizisten in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis zufrieden sein. Fast 60 Prozent der Straftaten wurden 2018 aufgeklärt – damit liegen „unsere“ Polizisten nur knapp hinter dem Gesamtwert von Baden-Württemberg (62,7 Prozent). 

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Kriminalstatistik in Mannheim und Heidelberg: Anstieg von Sexualstraftaten

„Der Anstieg der Sexualstraftaten hielt auch 2018 mit insgesamt 793 Straftaten und somit einem Plus von 31,1 Prozent an“, so Polizeivizepräsident und Leiter der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg Siegfried Kollmar. „Dieser Bereich wird daher 2019 ein Handlungsschwerpunkt beim Polizeipräsidium Mannheim sein.“ 

Teilweise hänge der Anstieg der Sexualstraftaten mit der Reform des Sexuelstrafrechts 2016 zusammen – aber auch mit öffentlichen Kampagnen, wie zum Beispiel die „Metoo“-Bewegung. Wegen der erhöhten Sensibilität sei die Anzeigenbereitschaft der Bevölkerung gestiegen.

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Mit 77,6 Prozent ist die Aufklärungsquote im Bereich der Sexualstraftaten dafür hoch – Dreiviertel aller Taten konnten aufgeklärt werden. In rund 44 Prozent der Fälle hatten Täter und Opfer eine Vorbeziehung. 

Im Mai 2019 steht ein Sexualstraftäter in Mannheim vor Gericht: Er soll eine Frau in Käfertal vergewaltigt und geschlagen haben. Besonders brisant: Er hätteschon längst abgeschoben werden sollen

Erschreckend: Extremer Anstieg der Telefonmasche „Falsche Polizisten“

2015 sind insgesamt 19 dieser Anrufe registriert worden, 2017 sind es insgesamt 1.454 Delikte! Das ist ein Anstieg von über 90 Prozent! Allerdings fallen immer weniger Opfer auf die Masche rein. Grund dafür ist eine umfassende Prävention- und Informationskampgane der Polizei.

Fast die Hälfte aller Fälle passieren bei uns in der Region! Im Rhein-Neckar-Kreis ist es zu insgesamt 698 Anrufstraftaten gekommen. „Gottlob bleiben 98,5 Prozent dieser Straftaten im Versuchsstadium hängen. Das zeigt, dass unsere älteren Mitmenschen meist noch fit und schlau sind. Darüber hinaus spielt auch unsere Präventionsarbeit, verbunden mit einer hervorragenden Medienberichterstattung eine entscheidende Rolle", freut sich Kollmar.

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Trotzdem sind die Täter in 1,5 Prozent der Fälle erfolgreich und haben 2018 einen Schaden von 760.000 Euro verursacht. „Ich bin wirklich froh, dass die Justiz hier hart durchgreift und im Einzelfall auch mehrjährige Haftstrafen verhängt hat“, fasst der Vizepräsident und Kripochef zusammen.

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Kriminalstatistik 2018: Mehr Gewalt gegen Polizisten 

Das Berufsrisiko eines Polizisten: Respektlosigkeiten und Übergriffe während dem Einsatz. Seit Jahren steigen die bedrohlichen Situationen für Beamte stetig an – von Beleidigungen bis hin zum Widerstand oder Angriff. 

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Oft sind die Täter alkoholisiert, was ihre Hemmschwelle stark sinken lässt. 2018 gab es im Rhein-Neckar-Kreis 491 Fälle von Gewalt gegen Polizisten – ein Zuwachs von 11,3 Prozent. 

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Nach Schlägerei in Straßenbahn: Mann (29) verletzt Polizisten!

Insgesamt 442 Tatverdächtige konnten ermittelt werden. Auch die Zahl der verletzten Polizisten ist von 60 auf 284 gestiegen – drei davon wurden schwer verletzt. „Das ist so nicht weiter hinnehmbar“, so Köber. Für einen Rückgang der Übergriffe auf Polizisten sollen auch die Bodycams sorgen, die seit dem 9. März flächendeckend im Einsatz sind. 

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Kriminalitätsstatistik im Rhein-Neckar-Kreis: Opfer und Täter

Die Häufigkeitszahl („Opferwahrscheinlichkeit“) bildet die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner ab. In Mannheim Ost diese Zahl 2018 leicht von 11.448 auf 10.818. In Heidelberg dagegen hat es einen leichten Anstieg von 10.222 auf 10.371 an. Insgesamt liegt die Wahrscheinlichkeit, im Rhein-Neckar-Kreis Opfer einer Straftat zu liegen, unter dem Landesdurchschnitt. Pro 100.000 Einwohner gibt es 4.392 Straftaten. Damit belegen Mannheim und Heidelberg im Vergleich der Großstädte in Baden-Württemberg auf Platz 2 und 3 hinter Freiburg.

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Die Gesamtzahl der Tatverdächtigen ist um 3,9 Prozent auf 32.115 Personen gestiegen. 80 Prozent aller Tatverdächtigen sind Erwachsene. Kinder, Jugendliche und Heranwachsende sind weniger wegen Straftaten verdächtigt worden. Von 

Bei 29.655 Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) handelt es sich bei  11.753 um Nichtdeutsch. Von diesen wiederum sind 3.287 Personen Asylbewerber. 

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Straftaten im Rhein-Neckar-Kreis: Immer mehr Anrufstraftaten!

Der „Betrug durch angebliche Polizeibeamte", auch verbreitet als „Falsche Polizeibeamte“ bezeichnet, war bis vor wenigen Jahren eher eine Randerscheinung.

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Die sogenannten „Anrufstraftaten" sind ein bundesweites Phänomen. Meistens werden vor allem ältere, weibliche Opfer von Tätern aus Callcentern in der Türkei angerufen. Sie geben sich als Polizisten der örtlichen Dienststelle aus und täuschen vor, dass ein Einbruch geplant ist. Deshalb muss das Opfer Schmuck, Geld und sonstige wertvolle Gegenstände der Polizei übergeben. Oft wird das auch von „falschen Notare und Staatsanwaltschaftälten" bestätigt.

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Kriminalstatistik 2018: Deutlich weniger Wohnungseinbrüche 

Die Wohnungseinbrüche sind deutlich zurückgegangen: 2018 gab es 236 Fälle. Präsidiumsübergreifend konnten 27,7 Prozent aller Wohnungseinbrüche aufgeklärt werden. In Mannheim beträgt die Aufklärungsquote sogar 39,4 Prozent.

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Für die Aufklärung ist hauptsächlich die Ermittlungsgruppe „Eigentum“ verantwortlich, die die Fälle zentral bearbeitet sowie strategische, operative und präventive Maßnahmen bündelt und koordiniert. 

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„Jeder verliert Hautschuppen, und sind sie noch so winzig. Deshalb waren unsere Tatort-Spezialisten wieder nahezu bei jeder Aufnahme eines Wohnungseinbruchs eingebunden.“, erklärt Kollmar, der stolz auf die Entwicklung ist. Außerdem sind laut ihm über 40 Prozent der Einbrüche nur im Versuchsstadium geblieben.

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Die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Mannheim und Heidelberg haben knapp 900 Mal kostenlose Beratungen zum Schutz vor Einbrüchen angeboten.

Kriminalstatistik Rhein-Neckar: Polizei möchte sich weiterhin verbessern und für ein sicheres Leben sorgen

Insgesamt ist Polizeipräsident Thomas Kölner zufrieden und zieht eine positive Bilanz. Allerdings soll die Gesamtanzahl von Straftaten auch zukünftig sinken, weshalb sich die Polizei in einigen Bereichen weiterhin verbessern soll. Durch die Einführung der Videoüberwachung erhofft er sich einen Rückgang der Fallzahlen und Verbesserung des Sicherheitsgefühls. Auch Bodycams sollen dazu beitragen. 

Doch nicht alle sind von der Videoüberwachung begeistert. Am 4. Mai protestiert ein Aktionsbündnis am Alten Meßplatz in Mannheim gegen die Videoüberwachung – mit einem Flashmob

Auch für diese Nachrichten interessieren sich unsere Leser: Derzeit lacht das Netz über einen Mann, der seine Drogen in einer Bäckerei vergessen hat. Grund ist ein kurioser Facebook-Post der Polizei Heilbronn. Diese muss sich auch eine wilde Verfolgungsjagd mit einem jungen Audi-Fahrer liefern – und greift zu drastischen Maßnahmen

pol/kab/cet

Quelle: Mannheim24

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