Eindringlinge im eigenen Haus

Vater ersticht Räuber, um Familie zu beschützen – Notwehr? Das sagt die Staatsanwaltschaft

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Auf diesem Bürgersteig in Krickenbach wurde ein verletzter Mann, dessen Leben die Rettungskräfte nicht retten konnten, gefunden.

Landstuhl - Eine amerikanische Familie wird Opfer eines Raubüberfalls. Der Vater greift zum Messer und töten einen der Männer. War es Notwehr? Das sagt die Staatsanwaltschaft. 

Update vom 8. Mai: Es sind dramatische Szenen, die sich im Februar im beschaulichen Landstuhl abspielen: Vier Männer brechen in ein Wohnhaus ein, in dem eine Familie mit drei kleinen Kindern wohnt. Um seine Familie zu schützen, sticht der Vater zwei Mal auf einen der Eindringlinge ein. Dieser verblutet wenig später bei seiner Flucht auf dem Bürgersteig. Seit dem wird gegen den Familienvater wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

Doch wie die Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Mittwoch (8. Mai) mitteilt, ist das Verfahren gegen den amerikanischen Familienvater aus Landstuhl eingestellt. „Die konkrete Verteidigung war erforderlich, um die Auseinandersetzung um der eigenen Sicherheit und der der Familie willen schnell und für die Familie risikolos zu beenden. Das Handeln des amerikanischen Familienvaters war durch Notwehr bzw. Nothilfe gerechtfertigt“, so die Staatsanwaltschaft zur Begründung.

Die Obduktion des Leichnams, die Untersuchung der Opfer und die gesichteten Spuren am Tatort bestätigen die Aussage der Familie. Beide erlitten durch den Angriff multiple Prellungen und Hautabschürfungen.

Minuten der Angst: So verlief der Einbruch in Landstuhl

Denn während es der Vater geschafft hatte, drei Eindringlinge abzuwehren, ist es einem gelungen in das Obergeschoss zu kommen, wo sich die Ehefrau mit den drei kleinen Kindern aufgehalten hat. Er attackierte die Frau körperlich massiv und so beschloss der Mann, sich ein Küchenmesser zu holen, um seine Familie zu beschützen. Währenddessen schlugen die Komplizen Glaseinsätze an der Haustür ein und versuchten so wieder ins Haus zu gelangen. 

Aus Angst, der Angreifer könnte den anderen Räubern die Tür öffnen, stach er mit dem Messer in den linken Schulterbereich und die linke Achsel ein. Erst dann ließ der Eindringling von der Familie ab und flüchtete mit seinen Komplizen.

Die Ermittlungen gegen die drei noch lebenden Eindringlinge dauern weiterhin an. Sie sitzen noch immer in Untersuchungshaft.

Nach versuchtem Raubüberfall auf US-Familie: 2 Verdächtige in U-Haft!

Update vom 19. Februar: Nach dem versuchten Raubüberfall auf eine amerikanische Familie nimmt die Polizei einen weiteren Verdächtigen fest. Das teilt die Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Dienstag mit. Damit haben die Behörden drei der vier mutmaßlichen Eindringlinge vom 10. Februar identifiziert. Bei den drei Männern handelt es sich um Brüder, zwei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Der dritte ist bei dem Überfall ums Leben gekommen, nachdem sich der Wohnungsinhaber mit einem Messer zur Wehr gesetzt hat. Die Suche nach einem weiteren nicht identifizierten Täter dauern der Justiz zufolge an.

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Update vom 12. Februar: Am Sonntagabend (10. Februar) versuchen vier Täter in das Haus einer amerikanischen Familie in Landstuhl einzudringen. Der Familienvater setzt sich mit einem Küchenmesser zur Wehr – und verletzt einen der Einbrecher tödlich.

Versuchter Raubüberfall in Landstuhl: Opfer tötet Eindringling

Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Zweibrücken klingen vier Täter an der Haustüre eines 41-jährigen Familienvaters – dabei handelt es sich um einen Zivilangehörigen der US-Army. Als die Angreifer versuchen, den Mann zurückzudrängen und sich so Zutritt in das Haus zu verschaffen, greift der 41-Jährige zu einem Küchenmesser und sticht mehrfach auf einen der Täter ein. Dem Amerikaner gelingt es dadurch, die Männer in die Flucht zu schlagen.

Diese flüchten gemeinsam mit einem Auto vom Tatort. Im nahegelegenen Krickenbach halten sie schließlich an, legen den 43-jährigen Schwerverletzten auf einem Gehweg ab und bitten einen Zeugen, ärztliche Hilfe zu holen. Bei dem Mann, der den Passanten um Hilfe bittet, handelt es sich um den Bruder (51) des Verletzten. Die anderen beiden Täter flüchten unerkannt.

Für den 43-Jährigen kommt jedoch jede Hilfe zu spät – er erliegt noch vor Ort seinen schweren Verletzungen. Sein 51-jähriger Bruder wird festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen versuchten Raubes erlässt.

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Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis steht fest, dass der 43-Jährige an den Folgen des großen Blutverlustes durch die Messerstiche gestorben ist. Gegen den 41-jährigen Familienvater wurde nun ein Verfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge eingeleitet. Dabei soll überprüft werden, ob der Amerikaner aus Notwehr gehandelt hat.

Die Ermittlungen der Polizei zur Identifizierung der beiden weiteren Täter dauern an.

Täter von Opfer getötet: Erstmeldung vom 11. Februar

Nach bisherigen Erkenntnissen versuchen vier Täter am Sonntagabend in Landstuhl gewaltsam in das Haus einer Familie einzudringen. Der Wohnungsbesitzer wehrt sich – verletzt einen der Männer mit einem Messer. Daraufhin flüchten die mutmaßlichen Räuber.

Wenig später meldet eine Zeugin aus dem rund 15 Kilometer entfernten Krickenbach, dass ein verletzter Mann auf der Straße liegen würde. Sanitäter schaffen es nicht mehr, den 43-jährigen zu retten. Er stirbt noch vor Ort auf der Straße.

Toter Mann nach Raubüberfall: Sonderkommission ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken und die Kripo Kaiserslautern haben die Ermittlungen aufgenommen. Weil ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen vermutet wird, wurde eine Sonderkommission eingerichtet. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

pol/kab

Quelle: Mannheim24

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