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„Layla“-Verbot auch auf Volksfesten in der Region? Das sagen Veranstalter

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Von: Fabienne Schimbeno

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Seit Tagen wird über den Nummer-1-Ballermann-Hit „Layla“ diskutiert. Städte wie Würzburg und Düsseldorf haben den Song mittlerweile auf ihren Volksfesten verboten – aber wie sieht es in der Region aus?

„Ich hab nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler“ – seit Tagen steht der Ballermann-Hit „Layla“ von DJ Robin und Schürze im Fokus der Medien. Grund: Der Partyhit, der sich seit drei Wochen auf Platz 1 der deutschen Single-Charts bewegt, soll in Augen von Kritikern zu sexistisch sein: Städte wie Würzburg und Düsseldorf haben bereits ihre Konsequenz gezogen und den Partysong „Layla“ auf ihren Volksfesten verboten. In der Region sieht die Lage noch entspannt aus:

LiedLayla
InterpretenDJ Robin, Schürze
Erscheinungsjahr2022

„Layla“-Verbot auf Volksfesten in der Region? Das sagen Verantwortliche des Dürkheimer Wurstmarkts

„Ein Verbot wird es Seitens der Stadt nach aktuellem Stand nicht geben“, so Marktmeister Marcus Brill gegenüber unserer Redaktion über ein mögliches „Layla“-Verbot auf dem Dürkheimer Wurstmarkt 2022 – die Stadt hatte dem Volksfest erst kürzlich grünes Licht gegeben, nachdem der Wurstmarkt wegen Corona für zwei Jahre aussetzen musste. Allerdings würde man die Zeltbetreiber für dieses Thema sensibilisieren, wie Brill weiter erklärt.

Die Betreiberin des Hamel-Zelts auf dem Dürkheimer Wurstmarkt hat sich bereits gegenüber dem SWR geäußert: „Bei uns wird das Lied weiterhin gespielt, ich finds lustig“, so die Zeltbetreiberin. Es sei immer eine Ansichtssache, erklärt sie weiter: „Wir haben schon ‚Dicke Titten und Kartoffelsalat‘ gespielt, wo sich alle drüber aufgeregt haben, jetzt kommt das nächste. Wo führt das in Deutschland noch hin?“, so die Betreiberin abschließend. Sollte die Stadt Bad Dürkheim allerdings ein Verbot aussprechen, werde man sich daran halten, heißt es im SWR-Bericht.

„Layla“-Verbot auf Mannheimer Oktoberfest? Das ist für das Volksfest im Spätjahr vorgesehen

Für das Oktoberfest in Mannheim, das nach zweijähriger Pandemie-Pause endlich wieder im Spätjahr diesen Jahres stattfindet, gilt Ähnliches: „Grundsätzlich sind wir der Meinung des alten deutschen Volklieds „Die Gedanken sind frei“ und keine Befürworter zusätzlicher Regulierungen und Verbote, die es ja insbesondere in den letzten beiden Pandemiejahren gehäuft gegeben hat“, teilt Pressesprecherin Annette Müller auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Man kontrolliere auch nicht die Playlists der Bands, sondern setze viel mehr auf den Geschmack des Publikums, das eigenverantwortlich entscheidet, welcher Song gefällt und welcher nicht, so die Sprecherin weiter. „Vielmehr beschäftigen wir uns mit Hochdruck mit der Vorbereitung unseres Oktoberfests, das sich insbesondere in Mannheim durch ein respektvolles Miteinander mit hohem Spaßfaktor auszeichnet“, betont Annette Müller.

Mannheimer Mess und Weinheimer Kerwe – gibt es ein „Layla“-Verbot?

Die Verantwortlichen der Mannheimer Oktobermess berufen sich derweil bei einem potienziellen Verbot des Partyhits „Layla“ auf die bestehende Gesetzeslage: „Eine formelle Einzelgenehmigung der Liedtitel an den einzelnen Geschäften durch den Veranstalter erfolgt grundsätzlich nicht und ist auch generell keine gängige Praxis. Einschränkungen sind bei uns derzeit nur auf Grundlage eines Gesetzes, was in diesem Fall unserer Kenntnis nach nicht vorliegt, vorgesehen“, so eine Sprecherin der Event & Promotion Mannheim GmbH – zuletzt war die Mannheimer Maimess wegen einer Sexismus-Debatte in den Fokus geraten: Politiker hatten die Darstellungen auf Buden und Fahrgeschäften des Volksfests kritisiert.

Die Weinheimer Kerwe war auf Anfrage unserer Redaktion am Donnerstag (14. Juli) leider nicht zu erreichen. Wie allerdings aus einem Artikel des Mannheimer Morgen hervorgeht, sei eine Entscheidung über ein mögliches „Layla“-Verbot bislang noch unklar: „Bis dahin haben wir noch Zeit, uns ein bisschen anzugucken, in welche Richtung das geht“, sagt Pressesprecher Roland Kern der Stadt Weinheim über das Volksfest, das vom 12. bis 15. August rund um die Weinheimer Altstadt stattfindet. Er selbst kenne das Lied „Layla“ nicht und müsste es erst einmal hören, um entscheiden zu können, „ob es eine Zensur rechtfertigt oder nicht“, so im Bericht.

Die Jungs hinter dem Partyhit „Layla“: DJ Robin (l.) und Schürze (r.)
Die Jungs hinter dem Partyhit „Layla“: DJ Robin (l.) und Schürze (r.) © Screenshot Instagram/djrobin1996/schuerze_music

„Layla“-Verbot auf Volksfesten in Würzburg und Düsseldorf: Online-Petition gestartet

Die Verbote des Ballermann-Hits „Layla“ haben weite Kreise gezogen: Inzwischen wurde sogar eine Online-Petition mit dem Titel „#FREELAYLA“ gestartet. Mehr als 25.000 Menschen haben bereits unterschrieben. Die Petition wurde von einer Plattenfirma ins Leben gerufen, die sich im Westerwald befindet. Chef dieser Firma ist Matthias Distel alias „Ikke Hüftgold“, der den umstrittenen Partysong produziert hat.

Gegenüber der BILD sagte Ikke: „Man kann sich die Frage stellen, ob Udo Jürgens’ Song ,17 Jahr, blondes Haar’ rechtlich und moralisch einwandfrei war. ,Skandal im Sperrbezirk’ war auch ein Mega-Hit und wurde vom Bayerischen Rundfunk verboten. Doch so eine Zensur oder ein Verbot bewirkt immer das Gegenteil. Die Leute lassen sich nichts verbieten“ – ein Radiosender hat inzwischen auch harte Maßnahmen ergriffen und spielt „Layla“ nur noch in der Nacht. (fas)

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