1 Jahr auf Bewährung und Geldstrafe

Nach Horror-Crash: Urteil für Todesfahrer (21)!

+
Der Unfall forderte einen Toten und einen Schwerverletzten.

Leimen/Heidelberg – Ein damals 20-Jähriger baut mitten in der Nacht einen schrecklichen Unfall, bei dem ein Freund (28) stirbt. Jetzt sein Prozess am Amtsgericht. Das Urteil:

Der 15. November 2015: Der Tag, an dem ein inzwischen zweijähriges Mädchen für immer ihren Papa verloren hat...

Und das, weil der beste Freund ihres Vaters (†28) mit dessen Sportwagen einen schrecklichen Unfall verschuldet hat (WIR BERICHTETEN).

Jetzt musste sich der Verursacher wegen fahrlässiger Tötung vor dem Heidelberger Amtsgericht verantworten. Das Urteil: eine einjährige Bewährungsstrafe sowie eine Geldstrafe von 3.000 Euro – Geld, das die kleine Tochter des Toten erhält.

Der von Staatsanwalt Thomas Bischoff geforderten Bewährungsstrafe von 18 Monaten folgte der Richter nicht, belässt es bei einem Jahr auf Bewährung – plus 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Weil Staatsanwalt und Richter den Verurteilten, der sich vor Gericht nicht zum Unfall äußerte, als „charakterlich ungeeignet“ einschätzen, darf er frühestens nach einem Jahr wieder den Führerschein machen.

Tödlicher Unfall in der Rohrbacher Straße 

Rückblick

Der damals 20-Jährige donnert gegen 2:20 Uhr in seinem 280 PS starken Sportwagen mit Tempo 80 durchs nächtliche Leimen – laut Augenzeugen mitten auf der Rohrbacher Straße.

Als ein entgegenkommendes Auto ihm in letzter Sekunde ausweichen muss, verliert der Raser die Kontrolle und kommt ins Schleudern. Der Nissan Skyline (Rechtslenker) kommt rechts von der Fahrbahn ab, kracht an der Ecke Luisenstraße seitlich gegen einen massiven Oberleitungsmast der Straßenbahn. 

Der nicht angeschnallte Beifahrer (28) wird in dem Wrack eingeklemmt, ist sofort tot. Doch selbst der Gurt hätte ihm nicht das Leben gerettet, wie ein Rechtsmediziner erklärt.

Der Unglücksfahrer selbst kommt mit schweren inneren Verletzungen in die Heidelberger Uni-Klinik. Wie es im Prozess heißt, habe bis heute noch keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Geschehen stattgefunden – deshalb auch die Anordnung einer Psychotherapie.

Tragisch: Wahrscheinlich wollte der (nüchterne) 20-Jährige seinem betrunkenen Freund nur einen Gefallen tun und hat sich deshalb ans Steuer gesetzt, war jedoch mit dem hochmotorisierten Sportwagen nicht vertraut und völlig überfordert.

Rund zwei Wochen nach dem Unfall-Drama erinnerten Angehörige und Freunde mit Kerzen und Blumen an den Verstorbenen:

Blumen an Strommast erinnern an Unfallopfer (28)

>>> Blumen & Kerzen erinnern an Unfallopfer (†28)

>>> Von Fahrbahn abgekommen! Sportwagen prallt gegen Mast

pek

Martin Schulz (SPD) im Capitol und auf dem Uniplatz

Martin Schulz (SPD) im Capitol und auf dem Uniplatz

Nach Crash ins Heck: Mazda-Fahrerin (38) brettert in Garten

Nach Crash ins Heck: Mazda-Fahrerin (38) brettert in Garten

Fotos: Vier Schwerverletzte bei Frontalcrash auf L723

Fotos: Vier Schwerverletzte bei Frontalcrash auf L723

Kommentare