7 Wochen altes Baby misshandelt 

Nach Urteil gegen Horror-Eltern: Staatsanwaltschaft legt Revision ein – aus diesem Grund

+
Nina R. (2. v. r.) und Ismail I. (l.) wurden am Landgericht Frankenthal zu Haftstrafen von jeweils drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Ludwigshafen - Am Freitag (25. Oktober) fällt das Urteil gegen ein Paar, das sein eigenes Kind brutal misshandelt haben soll. Der schreckliche Fall und der Prozess im Rückblick: 

  • Paar aus Ludwigshafen soll eigenes Baby brutal misshandelt haben
  • Staatsanwaltschaft forderte lange Haftstrafen, die Verteidigung Freispruch 
  • Urteil am Freitag (25. Oktober) gefallen 
  • Horror-Eltern zu 3 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt
  • Staatsanwaltschaft legt Revision ein 

Update vom 30. Oktober: Nachdem die Staatsanwaltschaft Frankenthal Revision gegen das Urteil des Horror-Eltern-Prozesses eingelegt hat, stellen sich viele Leute die Fragen nach dem Grund dafür. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärt auf Anfrage die Entscheidung. Man sei nicht mit der mündlichen Urteilsbegrünung zufrieden gewesen, da von ihnen ein anderer Antrag gestellt worden sei. 

Horror-Eltern-Prozess: Staatsanwaltschaft wartet auf schriftliche Begründung des Urteils

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hatte in ihren Plädoyers eine Haftstrafe von 8 Jahren für die Mutter und 4 Jahren für den Vater gefordert – was mit dem Urteil von jeweils 3 Jahren und 6 Monaten nicht erfüllt worden ist. 

Laut dem Sprecher warte man nun auf die schriftliche Begründung des Urteils, um zu sehen, ob diese angreifbar sei. Bis dahin könne es aber noch ein paar Wochen dauern. Der Sprecher vermutete sogar, dass die Begründung erst Anfang nächsten Jahres kommen könnte. 

Aktuell werden auch gegen zwei Mitarbeiter eine Kita in Stuttgart schwere Vorwürfe erhoben – sie sollen zehn Kinder misshandelt haben.

Misshandlungs-Prozess: Revision gegen Urteil eingelegt

Update vom 29. Oktober 2019: Am 25. Oktober ist das Urteil gegen die Horror-Eltern aus Ludwigshafen gefallen. Nina R. und Ismail I. werden wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Viele sehen dieses Urteil als zu milde an, da die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 8 Jahren für die Mutter und vier Jahren für den Vater gefordert hatte. Auf LUDWIGSHAFEN24-Anfrage bestätigt Christian Bruns, Sprecher des Landgerichts Frankenthal, dass die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt hat. Eine schriftliche Begründung würde jedoch noch nicht vorliegen.

7 Wochen altes Baby misshandelt: Mildes Urteil für Horror-Eltern aus Ludwigshafen

Update, 12:16 Uhr: „Im Zweifel für den Angeklagten“, das ist die Antwort vom Landgericht Frankenthal auf die Frage, warum die Horror-Eltern aus Ludwigshafen solch ein mildes Urteil bekommen haben. Die Beweislage in dem Missbrauchs- und Misshandlungsfall sei kompliziert gewesen. Einerseits gebe es keine Zeugen. Andererseits könne Nina R. (26) und Ismail I. (24) nicht nachgewiesen werden, dass sie dem Kind Verletzungen wie Schädel- und Rippenbrüche zugefügt haben, so der vorsitzende Richter Uwe Gau. Ebenso kann das Gericht sowohl die massive Verletzung im Rektalbereich, die durch ein „wuchtiges, stoßartiges Einführen“ eines Thermometer herbeigeführt wurde, als auch die schwere Verletzung am Penis des Jungen nicht klar der Mutter oder dem Vater zuweisen. Viel mehr gebe es jeweils diverse Indizien, die gegen Nina R., aber auch gegen Ismail I. sprechen. Zweifelsfrei könne aber keinem einzelnen der beiden die Schuld zugesprochen werden.

Ein sexueller Missbrauch des Säuglings war den Angeklagten nach Auffassung der Kammer darüber hinaus eben sowenig nachzuweisen, wie die Zufügung einzelner, insbesondere der schweren Verletzungen durch aktives Tun an jeweils eine der beiden angeklagten Personen“, heißt es in einer Mitteilung. 

Das Gericht hat Nina R. und Ismail I. jeweils zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten wegen Misshandlung Schutzbefohlener durch Unterlassen verurteilt – denn sowohl die Mutter als auch der Vater hätten den alarmierenden Zustand ihres Sohnes wahrnehmen und weitere Misshandlungen stoppen müssen.

Im Gericht wird außerdem die Vorverurteilung der Eltern auf sozialen Netzwerken genannt. Ob sich das ebenfalls auf die Strafe mildern ausgewirkt hat, ist nicht klar. Jugendamt und Kinderarzt seien laut Ausführung des vorsitzenden Richters in dieser Sache kein Vorwurf zu machen. Die Betreuung der Familie im Vorfeld sei engmaschig gewesen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Baby brutal misshandelt: Urteil gegen Horror-Eltern aus Ludwigshafen gefallen!

Update vom 25. Oktober: Am Freitag (25. Oktober) fällt das Urteil gegen das Horror-Paar aus Ludwigshafen. Der Mutter drohen acht Jahre Gefängnis, dem Vater vier. Die Verteidigung fordert Freispruch. Um 11:20 Uhr fällt dann das Urteil: Beide Elternteile kommen wegen Misshandlung Schutzbefohlener durch Unterlassen für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. 

Update vom 23. Oktober: Am Mittwoch werden im Prozess gegen Nina R. (26) und Ismail I. (24) – jenes Elternpaar aus Ludwigshafen, das seinen gerade einmal sieben Wochen alten Sohn im Oktober 2018 schwer misshandelt und lebensgefährlich verletzt haben soll – am Landgericht Frankenthal die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafen für die Angeklagten – die Mutter des heute einjährigen Kindes soll demnach für acht Jahre ins Gefängnis, für den Vater werden vier Jahre gefordert. Die Verteidiger der Horror-Eltern aus Ludwigshafen fordern hingegen Freispruch für ihre Mandanten. Das Urteil soll am kommenden Freitag (25. Oktober) fallen.

Das Baby erlitt durch die Misshandlungen schwerste Verletzungen im Rektal- und Genitalbereich sowie Schädel- und Rippenfrakturen. Nur eine Notoperation rettete dem Jungen das Leben.

Oft gelesen: 18-Jähriger leblos auf Straße gefunden – kurze Zeit später ist er tot

Ludwigshafen: Der schreckliche Missbrauchsfall eines Babys

Rund ein Jahr nachdem die grausamen Misshandlungen, die Nina R. (26) und Ismail I. (24) ihrem eigenen Baby angetan haben sollen, ans Licht kamen, neigt sich der Prozess gegen das Horror-Paar aus Ludwigshafen dem Ende zu. Am Mittwoch (23. Oktober) werden vor dem Landgericht Frankenthal die Plädoyers gehalten – am Freitag (25. Oktober, 11 Uhr) soll das Urteil fallen. Nina R. und Ismail I. wird gefährliche Körperverletzung, Misshandlung und sexueller Missbrauch an ihrem eigenen Sohn vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung droht der Mutter eine Gefängnisstrafe von 5 bis 15 Jahren, dem Vater bis zu 10 Jahre.

Rückblick: Es ist der 15. Oktober 2018. Nina R. und Ismail I. aus Ludwigshafen erscheinen mit ihrem sieben Wochen alten Sohn in einer Kinderarztpraxis. Dem kleinen Jungen geht es merklich schlecht, er hat Fieber. Doch bei der Untersuchung stellt der Kinderarzt noch viel Schlimmeres fest: Das Baby hat Blutungen in beiden Augen, Hämatome im Gesicht und Verletzungen im Genitalbereich. Während der Arzt das schwerverletzte Kind begutachtet, beschäftigen sich die Eltern mit ihren Handys. 

Der kleine Junge wird in ein Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte noch weitere Verletzungen feststellen: einen Schädelbruch, einen Rippenbruch, und eine Lungen- und Herzprellung. Nur eine Not-OP kann das Leben des Neugeborenen retten.

Ludwigshafen/Frankenthal: Die Horror-Eltern vor Gericht

Im April 2019 sitzen Nina R. und Ismail I. auf der Anklagebank im Landgericht Frankenthal. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung, Misshandlung und sexueller Missbrauch an ihrem eigenen Kind. Zwischen dem 14. und 15. Oktober 2018 sollen sie ihren sieben Wochen alten Sohn in der gemeinsamen Wohnung in Ludwigshafen grausam gequält haben. Laut Anklage führt die Mutter dem Säugling einen Gegenstand mindestens 10 Zentimeter tief anal ein. Das Baby erleidet dadurch eine lebensbedrohliche Bauchverletzung. Sein Vater soll dem kleinen Jungen erst den Penis abgebunden und diesem dann mit einem Gegenstand Verletzungen zugefügt haben. Die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen kämpft das Baby ums Überleben – erst um 9:30 Uhr erscheinen die Eltern mit ihrem Sohn beim Kinderarzt. 

Vor Gericht schiebt Nina R. die Schuld an den schrecklichen Verletzungen ihres Kindes dem Vater zu, lässt über ihren Anwalt verlesen, dass der 24-Jährige schon früher jähzornig gewesen sei. Zeugen belasten die junge Mutter später jedoch schwer: Eine Zellennachbarin von Nina R., die nach der Tat sieben Monate in U-Haft saß, sagt sogar aus, dass die 26-Jährige die Tat ihr gegenüber gestanden hätte. Die Hebamme des kleinen Jungen sieht hingegen in Ismail I. den Hauptschuldigen. 

Ludwigshafen/Frankenthal: Prozess wird neu aufgerollt – und die Horror-Eltern kommen frei

Im Juni die Wende im Missbrauchs-Prozess gegen Nina R. und Ismail I.: Der Verteidiger der Angeklagten erkrankt schwer – der gesamte Prozess muss neu aufgerollt werden. Die angeklagten Eltern, die zu diesem Zeitpunkt sieben Monate in U-Haft sitzen, kommen frei. Im August beginnt die Verhandlung am Landgericht Frankenthal von Neuem – und Nina R. und Ismail I. werden erneut schwer belastet. Ein psychologischer Gutachter erklärt außerdem, dass Mutter Nina R. voll schuldfähig sei. 

Ludwigshafen: Nach grausamen Misshandlungen durch eigene Eltern – so geht es dem kleinen Jungen heute

Während der Beweisaufnahme erfährt die Öffentlichkeit auch,wie es dem kleinen Jungen nach den grausamen Misshandlungen heute geht. Laut seines Amtsvormundes habe sich der Einjährige von seinen Verletzungen erholt – sei jedoch nicht so weit, wie andere Kinder in seinem Alter. Laut einer Sachverständigen entspreche seine Entwicklung der eines sechs Monate alten Kindes. Auch wenn Nina R. und Ismail I. beim Vormund ihres Sohnes anrufen könnten, um etwas über ihn zu erfahren – zu seinen Eltern hat das Kind seit den grausamen Misshandlungen keinen Kontakt mehr gehabt.

kab/rob

Quelle: Ludwigshafen24

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare