Mit scharfen Worten

BASF-Chef nimmt Stellung zu ‚Terrorliste‘ und Russland-Sanktionen!

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BASF-Chef Kurt Bock reagiert auf Liste aus Türkei

Ludwigshafen - Eine im Mai veröffentlichte Liste beschuldigte 700 Unternehmen, darunter auch die BASF, den Terror zu unterstützen. Nun äußert sich BASF-Chef Kurt Bock zum Vorfall:

Im Mai übermittelte die Türkei eineListe mit über 700 Unternehmen an Deutschland. Gegen die Firmen, darunter auch BASF und Daimler, ermittle die türkische Behörde wegen Terrorfinanzierung. 

Nun reagiert BASF-Chef

BASF-Vorstandschef Kurt Bock hat mit scharfen Worten darauf reagiert, dass das Chemieunternehmen zusammen mit anderen von der Türkei versehentlich der Terrorunterstützung bezichtigt wurde. "Das trägt natürlich nicht dazu bei, Vertrauen aufzubauen oder Vertrauen zu stärken", sagte er am Donnerstag in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen

„Jeder weiß, dass man für Investitionen stabile Grundlagen braucht, und dazu gehört natürlich auch, dass man Recht und Gesetz anerkennt. Nach Darstellung der Bundesregierung hatte die Türkei im Mai eine Liste mit knapp 700 Unternehmen an Deutschland übermittelt, die - nach der ursprünglichen Mitteilung - wegen Geschäftsbeziehungen zu türkischen Firmen aufgefallen seien und gegen die wegen Terrorfinanzierung ermittelt werde. Dazu gehörte auch BASF. 

In Deutschland wurde wegen dieser Terrorliste heftig diskutiert, woraufhin sie von Türkei wieder zurückgenommen wurde. Bekir Bozdag, türkischer Vize-Ministerpräsident, sagte am Montag, dass es sich um ein „Kommunikationsproblem“ gehandelt habe. Laut Bozdag sei es „definitiv nicht um irgendwelche Untersuchungen gegen deutsche Firmen" gegangen.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagt deutschen Firmen trotz der Spannungen zwischen Berlin und Ankara am Donnerstag Sicherheit zu: „Ich sage es ganz klar, wir sehen Sie nicht als deutsche Firmen. Wir sehen Sie als Firmen dieses Landes.“

BASF hat in der Türkei sechs Produktionsstätten und beschäftigte dort Ende 2016 gut 800 Menschen. Dank deutlicher Zuwächse bei Basischemikalien, Öl und Gas läuft es für den Chemieriesen derzeit rund: Im zweiten Quartal 2017 verbuchte er erneut einen Gewinnsprung. 

Das sagt Bock zu Donald Trumps Sanktionen gegen Russland 

Zu den vom US-Repräsentantenhaus auf den Weg gebrachten Sanktionen gegen Russland sagte Bock: „Das wäre eine neue Qualität in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen USA und Europa, (...) Sanktionen zu beschließen zu Lasten eines Dritten - nämlich zu Lasten von Europa“

Die Sanktionen richten sich gegen mehrere Wirtschaftszweige des Landes, darunter auch den sehr wichtigen Energiesektor. Das Ja des US-Senats und von US-Präsident Donald Trump zu den Maßnahmen steht noch aus. Die EU-Kommission fürchtet, dass die Maßnahmen möglicherweise Konsequenzen für europäische Unternehmen haben, die an russischen Energieprojekten beteiligt sind. Im Öl- und Gasgeschäft stehen die USA in direkter Konkurrenz zu Russland. 

Die BASF ist über seine Kasseler Tochter Wintershall im Öl- und Gasgeschäft tätig und an der Pipeline Nord Stream 1 beteiligt, die Gas von Russland über die Ostsee nach Europa leitet

Bock deutete an, dass er in dem Vorstoß auch protektionistische Tendenzen sieht: Die Maßnahmen liefen zu Lasten von Europa und förderten zugleich die amerikanische Wirtschaft nach dem Motto: „Buy American gas“ („Kaufe amerikanisches Gas“)- „das ist schon bemerkenswert“, sagte Bock.

Nach Explosion im Oktober: Propylenleitung wieder in Betrieb

Nach der Explosion mit vier Toten auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen im vergangenen Oktober sollen die Schäden an den betroffenen Pipelines bis Ende des dritten Quartals 2017 behoben sein. 

Eine Propylenleitung sei schon wieder in Betrieb, berichteten Bock und Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel. Vom Unfall verursachte Ergebnisbelastungen in Höhe von 100 Millionen Euro wurden von einer Versicherung ausgeglichen. Vor dem Unglück soll ein Arbeiter eine falsche Leitung angeschnitten haben, 29 Menschen wurden verletzt, vier sind gestorben.

Bewegender Gottesdienst für Tote und Verletzte des BASF-Unglücks 

Explosion erschüttert BASF-Gelände

dpa/jol/kp

Quelle: Ludwigshafen24

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