Von kleiner Farbenfabrik zum Weltkonzern

150 Jahre BASF

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Das undatierte Handout zeigt das beleuchtete BASF-Stammwerk in Ludwigshafen.

Ludwigshafen - Die BASF hat sich von einem Hersteller
 synthetischer Farbstoffe zum größten Chemiekonzern der Welt
 entwickelt. Hier wichtige Stationen:

6.4.1865: Der Leuchtgasfabrikant Friedrich Engelhorn gründet in 
Mannheim mit Partnern die Aktiengesellschaft „Badische Anilin- &
 Soda-Fabrik“ (BASF). Sie soll aus Steinkohlenteer synthetische
 Farbstoffe gewinnen.



1869: Der BASF gelingt mit zwei Berliner Forschern die erste Synthese
 eines natürlichen Farbstoffs. Das rote Alizarin wird zum ersten
 weltweiten Verkaufserfolg des Unternehmens.



1872: BASF beginnt mit dem Bau von Arbeiterwohnungen.

Ab 1884 gibt es
 eine Betriebskrankenkasse.



1897: Nach jahrelanger und teurer Forschung gewinnt die BASF das 
Rennen um die Synthese des umsatzstarken Farbstoffs Indigo, des
 „Königs der Farbstoffe“.



1900: Bei der Weltausstellung in Paris bezeichnet sich die BASF als 
das „größte Etablissement ihrer Art“.



1908: Nach grundlegenden Arbeiten des Karlsruher Professors Fritz
 Haber beginnt ein BASF-Team unter Leitung von Carl Bosch mit der 
Realisierung der Ammoniaksynthese im industriellen Maßstab.



1913: BASF nimmt die weltweit erste Ammoniakanlage in Betrieb und
 steigt damit in die industrielle Düngemittelproduktion ein.
 Synthetisches Ammoniak löst Indigo als Wachstumsmotor ab.



1914: Weil Deutschland bald nach Kriegsbeginn keinen Chilesalpeter
mehr erhält und seinem Heer schon Ende 1914 Munitionsmangel droht,
 wird synthetisches Ammoniak zu einem wichtigen Rohstoff für die
 Kriegswirtschaft.



1918: Nach Kriegsende ist die führende Position deutscher
 Farbenfabriken auf dem Weltmarkt verloren.



1921: Bei einer Explosion im BASF-Werk in Oppau sterben 561 Menschen,
 Werk und Ort werden schwer zerstört. Es ist das größte Unglück in der
 Geschichte der deutschen Industrie.



1925: Angesichts der unruhigen politischen Lage fusioniert die BASF 
mit Bayer, Hoechst und drei weiteren Firmen zur I.G. Farbenindustrie 
Aktiengesellschaft (I.G. Farben). Die BASF-Werke in Ludwigshafen, 
Oppau und Leuna bilden künftig die Betriebsgemeinschaft Oberrhein.



1929: Mit der Styrolsynthese bricht die Ära der Kunststoffe an.



1931: Carl Bosch erhält zusammen mit Friedrich Bergius den
 Chemie-Nobelpreis für die Entdeckung chemischer Hochdruckverfahren
 wie der Ammoniaksynthese.



1933: Mit der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler prägt zunehmend
 der Nationalsozialismus den Alltag in den benachbarten Werken 
Ludwigshafen und Oppau.



1934: Im Werk Ludwigshafen wird das Magnetophonband produziert.



1940: Im Juni beginnen die ersten Luftangriffe alliierter Bomber auf
 die Werke Ludwigshafen und Oppau.

1945 sind von 1470 Fabrikgebäuden 
33 Prozent völlig zerstört und nur sechs Prozent unbeschädigt.



1948: Bei der Explosion eines Kesselwagens sterben auf dem 
Werksgelände in Ludwigshafen 207 Mitarbeiter. Viele neu errichtete
 Gebäude werden zerstört.



1951: BASF beginnt mit der Produktion von Styropor, das zu einem 
weltweiten Erfolg wird.



1952: Die Badische Anilin- & Soda-Fabrik wird nach
 Entflechtungsverhandlungen neu gegründet.



1957: Die BASF bezieht im Stammwerk das erste deutsche Hochhaus mit
einer Stahlbetonkonstruktion.



1958: Zusammen mit der Dow Chemical Company gründet BASF in den USA 
ein Joint Venture und legt damit den Grundstein für ihre 
US-Aktivitäten.



1964: Der BASF-Standort im belgischen Antwerpen wird gegründet. Er
 wird zum zweitgrößten Verbundstandort in Europa.



1965: In Ludwigshafen wird der Steamcracker I fertiggestellt, eine
R iesenanlage, die aus Rohbenzin (Naphta) die Schlüsselprodukte 
Ethylen und Propylen erzeugt.



1968: Mit dem Erwerb der Nordmark-Werke steigt die BASF in die 
Pharmabranche ein. 2001 trennt sie sich von der Pharmasparte. 



1969: BASF schließt sich mit dem Erdöl- und -gasproduzenten
 Wintershall zusammen und sichert sich damit den Zugang zu
petrochemischen Grundstoffen.



1969: Die BASF übernimmt die Elastomer/Elastogran-Gruppe in Europa. Das eröffnet ihr den Zugang zu den Polyurethanen. Diese Kunststoffe 
werden im Fahrzeugbau sowie im Sport- und Freizeitbereich verwendet.



1974: Bestimmte Teile von Playmobil-Männchen werden aus dem 
BASF-Kunststoff Ultraform hergestellt.



1997: Die BASF verkauft ihre weltweiten Magnetbandaktivitäten an die 
koreanische Kohap-Gruppe.



1999: Mit dem schwedischen Saatguthersteller Svalöf Weibull gründet 
die BASF ein Unternehmen für die Forschung auf dem Gebiet der 
Pflanzenbiotechnologie, die BASF Plant Science.



2003: Die BASF-Tochter Wintershall und der russische Erdgasproduzent
 Gazprom gründen das Joint Venture Achimgaz, um Erdgas in Westsibirien
zu fördern. Damit wird erstmals ein deutscher Produzent bei der
Erdgasförderung in Russland aktiv.



2005: Mit dem chinesischen Unternehmen Sinopec nimmt BASF den
 Verbundstandort im chinesischen Nanjing in Betrieb. Dazu gehören ein 
Steamcracker und neun nachgeschaltete Anlagen.



2006: BASF übernimmt die US-amerikanische Engelhard Corporation und
wird damit nach eigenen Angaben zum weltweit führenden Anbieter von
Katalysatoren.



2010: BASF schließt die Übernahme des Spezialchemieunternehmens
Cognis (Monheim am Rhein) ab und wird damit zum Marktführer für
Inhaltsstoffe, die für Körperpflegeprodukte gebraucht werden.



2012: BASF kündigt an, den europäischen Markt für
Pflanzenbiotechnologie weitgehend aufzugeben und den Sitz seines
 Tochterunternehmens in die USA zu verlegen. Gegen die
 BASF-Gen-Kartoffel „Amflora“ hatte es immer wieder Proteste gegeben.



2012: Im BASF-Stammwerk erfolgt der Spatenstich für eine Anlage zur 
Herstellung des Kunststoffgrundprodukts TDI. Mit einem Volumen von
 etwa einer Milliarde Euro ist es die größte Investition der BASF.



2014: BASF eröffnet am Standort Thane in Indien ein globales 
Forschungs- und Entwicklungszentrum und legt in Shanghai den
 Grundstein für die zweite Bauphase eines Forschungs- und 
Entwicklungszentrums. Die Maßnahmen gehören zu dem Ziel, Forschung
und Entwicklung zu globalisieren.



2014: Wegen der durch „Fracking“ gesunkenen Gaspreise in den USA
 prüft die BASF den Bau einer Anlage zur Herstellung von Propylen an
 der US-Golfküste. Es wäre ihre bislang größte Einzelinvestition. Die
 endgültige Entscheidung soll 2016 fallen.



dpa

______

Hinweis: Die Angaben stammen zum Großteil aus dem Buch „BASF-Geschichte.
 Chemie, die verbindet. 1865-2015“ von der BASF SE,
 Abteilung Unternehmenskommunikation & Regierungsbeziehungen.



Quelle: Ludwigshafen24

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