Entlastendes Ergebnis 

Affäre um verunreinigte BASF-Produkte: Das sagt die Behörde!

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Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kommt zu dem gleichen Ergebnis wie schon zuvor die BASF. (Symbolbild) 

Ludwigshafen/Erlangen - In der Affäre um ein verunreinigtes BASF-Kunststoffprodukt für Matratzen und Autositze hat eine Behörde das entlastende Ergebnis von Tests des Herstellers bestätigt.

Das Chemieunternehmen hatte kürzlich mitgeteilt, dass von Schaumstoffen, die aus dem verunreinigten Produkt hergestellt worden seien, keine Gesundheitsgefahr ausgehe.  Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) teilte nun mit: „In einer ersten Plausibilitätsprüfung der Eigenuntersuchungen von BASF kommt das LGL zu dem gleichen Ergebnis." Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kam in einer vorläufigen Einschätzung ebenfalls zu der Einschätzung, „dass kein gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher, die mit den belasteten Matratzen in Kontakt kamen, zu erwarten ist“. 

Es betonte aber, dass der Einschätzung die Messergebnisse des Herstellers zugrunde lägen. „Weitere Messdaten liegen dem BfR derzeit nicht vor“, so das Institut, das nach eigenen Angaben von zwei Bundesländern und dem Bundesumweltministerium gebeten worden war, „eine erste konservative Einschätzung auf Basis der Herstellerdaten vorzunehmen".

Der Verband der Deutschen Möbelindustrie hatte „nach eigenen Überprüfungen und Messungen“ vergangene Woche ebenfalls Entwarnung gegeben. BASF korrigierte unterdessen die Menge des verunreinigten Kunststoffgrundprodukts Toluoldiisocyanat (TDI) nach unten. 

Während ursprünglich von 7.500 Tonnen belastetem und ausgeliefertem TDI die Rede war, geht BASF neuerdings von 6.870 Tonnen aus, wie ein Sprecher mit Bezug auf BASF-Logistiker berichtete. Das zwischen dem 25. August und dem 29. September hergestellte Produkt weist eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol (DCB) auf. 

DCB steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Es kann auch Haut, Atemwege und Augen reizen. Nach neuen Erkenntnissen der BASF wurden rund 72 Prozent des flüssigen TDI (bisherige Annahme: rund zwei Drittel) oder 4.930 Tonnen noch nicht weiterverarbeitet, aus den übrigen 28 Prozent oder rund 1.940 Tonnen seien bereits Schaumblöcke, geschnittene oder vorgefertigte Schaumteile beziehungsweise Endprodukte gemacht worden. Inzwischen läuft eine Rücknahmeaktion für das noch nicht verarbeitete TDI. 

Von den rund 4.930 Tonnen habe BASF rund 30 Prozent (rund 1.480 Tonnen) bereits zurückgeholt, für 50 Prozent (rund 2.450 Tonnen) seien mit den Kunden die Einzelheiten der Rücknahme vereinbart worden, für 20 Prozent (rund 1.000 Tonnen) müssten sie noch geklärt werden. BASF bietet den Kunden zudem weiter an, Schäume und geschnittene Schaumteile zurückzunehmen, die aus dem belasteten TDI hergestellt wurden. BASF trägt die Kosten. Das Material wird nicht zur BASF gebracht, sondern entsorgt. Erste Mengen seien bereits abgeholt, so der Sprecher.

Erst vor wenigen Tagen wurde wegen einer erneuten Panne bei der BASF 1.500 Tonnen Kunstoffbeutel  zurückgerufen. Die Produktionsanlage muss für mehrere Wochen vom Netz genommen werden.

dpa/kp

Quelle: Ludwigshafen24

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