Von „Olympia-Flair“ bis „Mordor“

Defekt bei BASF: So reagiert das Netz auf den Fackelschein am Himmel

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Andreas hat die BASF-Fackel von Weinheim aus fotografiert. 

Ludwigshafen - Wegen eines technischen Defekts bei der BASF ist von Sonntagabend bis Montagmittag ein heller Schein am Himmel zu sehen. Dies führt sogar bis nach Darmstadt zu Verunsicherung bei der Bevölkerung! 

Ein technischer Defekt im Stearmracker der BASF löst am Sonntagabend (20. Mai) in Ludwigshafen eine Betriebsunterbrechung aus - und auch Anrufe bei der Polizei in Südhessen. „Die Anrufer hatten die Himmelserscheinung nicht deuten können“, sagt am Montag ein Sprecher der Polizei im von Ludwigshafen rund 60 Kilometer entfernten Darmstadt. Es hätten sich zahlreiche Bürger gemeldet.

Bevölkerung in ‚heller‘ Aufregung: BASF-Fackel erleuchtet die Region

Auch in unserer Facebook-Community sorgt der erleuchtete Himmel für helle Aufregung. So berichtet Leser Patrick B., dass er den Schein sogar hinter Wiesbaden (90 Kilometer) gesehen hat! Doch es ist nicht nur hell, sondern auch laut. So schreibt Marion H.: „Es rauscht und grummelt als würde ein Überschallflieger unterwegs sein am Himmel und ich wohne gute 10 km weg davon.“

Andreas M. meint, das Abfackeln sogar 20 Kilometer weit weg körperlich zu spüren: „Schlimmer als sehen, ist das Brummen der Fackel. Man bekommt selbst in Kleinniedesheim Kopfschmerzen.“

Nathalie S. freut sich jedoch: „Ein schönes Morgenrot ist in Maxdorf zu sehen durch die Wolken. Sieht richtig romantisch aus.“ 

Auch Karina kann sich dem Zauber nicht entziehen: „Bermersheim, 10km vor Alzey. Bin eigentlich aus Maxdorf. Sieht man hier aber immer so schön und hören tut man ihn hier in Bermersheim auch immer.“

Viele nehmen es mit Humor 

Chris D.: „Geht das nicht ein bisschen heller, es ist so dunkel um die Uhrzeit. Sehe meinen Captain kaum im Glas.“

Michael K. witzelt: „Ludwigshafen - keine Stadt hat mehr Olympia-Flair...“ 

Der beste Kommentar kommt aber eindeutig von Benjamin K.: „Bei mir sind zwei aufgeregte Hobbits vorbeigelaufen. Als ich gefragt habe wo sie hinwollten, zeigten sie zum orangenen Himmel und meinten da hinten liegt Mordor.“

Hintergrund

Laut BASF hat es am Sonntagabend eine Störung in einem Steamcracker gegeben, wo Rohbenzin mit Hilfe von Wasserdampf („Steam") in Gase aufgespalten wird. Ein elektrisches Bauteil sei ausgefallen. Die Sicherheitssysteme hätten wie vorgesehen reagiert. Das Rohgas sei die Nacht hindurch fast 16 Stunden über eine riesige Fackel verbrannt worden. 

Der helle Feuerschein in großer Höhe sei bis Montagmittag zu sehen gewesen. Verletzte habe es keine gegeben. 

Farbspektakel – BASF erleuchtet Ludwigshafen

Steamcracker zählen nach BASF-Angaben zu den größten Produktionsanlagen in Ludwigshafen. Dort entstünden eine Reihe wichtiger chemischer Grundbausteine für die Produktion am Standort. Das Rohbenzin wird bei etwa 850 Grad Celsius aufgespalten. Dabei entstehen unter anderem Ethylen und Propylen. Daraus werden Kunststoffe, Lacke, Waschrohstoffe und Pflanzenschutzmittel hergestellt.

dpa/kp

Quelle: Ludwigshafen24

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