Gedenkstunde in der BASF

Jahrestag des Unglücks: 200 Trauergäste gedenken der Opfer

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Ausgebrannte Autos zeugen auf einem Mitarbeiterparkplatz der BASF in Ludwigshafen von den Ausmaßen des Unglücks, dass sich am 17. Oktober zum ersten Mal jährt. (Archivbild)

Ludwigshafen - Ein Jahr nach einer Explosion bei der BASF in Ludwigshafen haben Mitarbeiter und Leitung des Chemieunternehmens an die Toten und Verletzten erinnert.

„Der Verlust von Menschen und Kollegen und Kameraden ist das größte Unglück“, sagt Vorstandschef Kurt Bock bei einer Gedenkstunde am Dienstag vor etwa 200 Trauergästen, zu denen auch Hinterbliebene zählen.

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Bock, der bei seiner Ansprache stellenweise sehr bewegt wirkt, spricht den Hinterbliebenen erneut die Anteilnahme des Unternehmens aus. „Das Leid der Familien, der Angehörigen, der Freunde und Kameraden bewegt uns alle“, sagt er bei der Gedenkstunde. Fünf Kerzen erinnern an die Toten. Es sei nicht leicht, tröstende Worte zu finden, „wir wissen auch, dass Trauer eine eigene Zeitmessung hat“. Aber man werde die Feuerwehrleute, für die der Beruf Berufung gewesen sei, nie vergessen. Den Angehörigen sichert Bock die weitere Unterstützung des Unternehmens zu. 

Explosion erschüttert BASF-Gelände

Das für den Standort zuständige BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz erinnerte daran, dass die Feuerwehrleute gekommen seien, um anderen zu helfen. „Das werden wir ihnen nie vergessen, dafür werden wir immer dankbar sein.“ Nachbarn hätten nach dem Unglück kritische Fragen gestellt. Deshalb sei es wichtig gewesen, miteinander zu reden, unter anderem in zwei Bürgerdialogen. Auch künftig wolle man im Gespräch bleiben.„Wir wollen ein guter Nachbar sein.“

Der BASF-Betriebsratsvorsitzende Sinischa Horvat sagte über die Folgen des Unglücks für die Belegschaft: "Wir sind wieder näher zusammengerückt." Dieser Zusammenhalt und die gelebte Solidarität seien etwas ganz Besonderes, das die BASF-Mitarbeiter schon immer ausgezeichnet habe. Horvat erinnerte auch daran, dass die Angehörigen und die Helfer bis heute unter seelischen Belastungen litten. „Wichtig ist, dass keiner alleine ist“, sagte er.

Erste Fotos direkt von der Unglücksstelle

Der Leiter der BASF-Werkfeuerwehr, Gert Van Bortel, sagte: „In Momenten der Ruhe melden sich bei uns allen zahlreiche Erinnerungen - positive wie negative.“ Die Wehrleute gingen unterschiedlich damit um, jeder verarbeite das Geschehen auf seine eigene Weise. Es gebe nicht das eine Tempo oder den einen Weg, sondern viele verschiedenen Pfade, „und jeder von ihnen hilft uns bei unserem Weg. Diesen Weg werden wir gemeinsam als Team fortsetzen“.

Erinnerungsort an BASF-Feuerwache

Am Morgen des Jahrestages wird an der Feuerwache Nord der BASF ein aus vier Stelen bestehender Erinnerungsort eingeweiht. In die Stelen sind die Namen von vier gestorbenen BASF-Feuerwehrleuten eingraviert.

Bewegender Gottesdienst für Tote und Verletzte des BASF-Unglücks 

Die Einsatzkräfte wurden am 17. Oktober 2017 bei einer Explosion im Landeshafen Nord der BASF getötet oder so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus verstarben. Auch der Matrose eines Tankschiffs kam ums Leben. 28 Menschen wurden verletzt. Die Einsatzkräfte waren gerufen worden, um eine in Brand geratene Rohrleitung zu kühlen und das Feuer zu löschen. Ermittler gehen davon aus, dass ein Mitarbeiter einer Fremdfirma das Unglück auslöste, indem er eine falsche Leitung anschnitt. Der mutmaßliche Verursache, der selbst schwer verletzt wurde, schweigt zu den Vorfällen. 

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dpa/kab

Quelle: Ludwigshafen24

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