Kriminalstatistik 2014

Wie sicher ist Ludwigshafen?

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Wie sicher ist Ludwigshafen?

Ludwigshafen – Ist die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen? Wer sind die Täter? Welche Drogen sind in Umlauf? Und was wird aus dem London Underground? Die Kriminalstatistik 2014:

Auf eine Zahl ist die Ludwigshafener Polizei stolz: 2014 konnte sie erneut 60 Prozent aller Kriminalfälle aufklären.

Außerdem gab es 2014 insgesamt deutliche weniger Raubüberfälle, auch die Zahl der Sachbeschädigungen ist zurückgegangen. In anderen Bereichen fällt die Bilanz weniger positiv aus. 

Sexualdelikte 

Negativ entwickelt hat sich allerdings die Statistik der Sexualdelikte: Die Zahl stieg im Jahr 2014 um 13,9 Prozent. In absoluten Zahlen sind das zehn Fälle mehr als im Jahr zuvor. Dabei handelte es sich aber laut Polizei ausschließlich um 'Beziehungstaten'.

Neuer Trend bei Wohnungseinbrüchen 

Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche nahm im Jahr 2014 um 11,2 Prozent zu. Dies bedeute aber nicht unbedingt, dass tatsächlich mehr eingebrochen würde, betont Polizeidirektor Werner Reichert. „Wenn da jemand acht Mal versucht reinzukommen, taucht das auch in der Statistik auf.“ Die Situation habe sich im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren gebessert. Durch Präventionsmaßnahmen und Aufklärung seitens der Polizei sowie durch die Mithilfe der Bürger, könnten schon viele Einbrüche im Vorfeld abgewendet werden. 

Bei den Wohnungseinbrüchen, so die Polizeiinspektion, gehe der Trend vom „örtlichen Täter“ hin zu organisierten kaukasischen Banden, die überfallartig ganze vier oder fünf Taten in einer Nacht verübten. Der Anteil solcher Einbrüche läge bei mittlerweile 70 Prozent. Dadurch, dass die Banden gleich weiterfahren und meist nicht in der Nähe wohnen, ist es für die Polizei schwierig, die Täter zu fassen. Die Aufklärungsquote läge deswegen im Bereich der Wohnungseinbrüche nur bei sechs Prozent, bedauert Werner Reichert. 

Die Tatverdächtigen 

Im Jahr 2014 registrierten die Dienststellen im Stadtgebiet Ludwigshafen insgesamt 8.325 Tatverdächtige. Davon ist der größte Teil mit 71,3 Prozent männlich und 28,7 Prozent sind weiblich. Darunter befanden sich 2.935 „nichtdeutsche“ Tatverdächtige (2013 waren es 2.825). Diese nehmen somit einen Anteil von 35,3 Prozent der gesamten Gruppe der Tatverdächtigen ein. 

Drogenmissbrauch 

Im Bereich der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz gibt es für das Jahr 2014 880 Fälle zu vermelden, das sind 193 mehr als im Jahr 2013. Der erste Kriminalhauptkommissar Joachim Lieth erklärt, dass dies an der höheren Verfügbarkeit der Drogen läge. 50 Prozent der beschlagnahmten Drogen wären Cannabis, die Kokain und Heroin-Zahlen seien stagnierend und Crystal Meth würde in Ludwigshafen nur sehr wenig auftauchen. Kopfzerbrechen bereiten der Polizeiinspektion jedoch die mehr und mehr verbreiteten „Designer-Drogen“ oder „Kräutermischungen“. Da diese veränderte Strukturen aufweisen, fallen sie nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Gerade die Konsumenten, die oft nicht wüssten, was sie zu sich nehmen, würden sich damit einer erhöhten Gefahr aussetzen. Werner Reichert hofft jedoch: „Noch dieses Jahr soll es noch eine Gesetzesänderung im Betäubungsmittelgesetz geben. Ich bin gespannt wie sie das Problem lösen wollen.“ 

Club London Underground 

In diesem Zusammenhang fällt auch das Stichwort „Club London Underground“. Die Diskothek am Bahnhof in Ludwigshafen wurde im November 2014 nach einer Razzia mit 300 Polizisten geschlossen. Die Bilanz waren 13 Festnahmen und 50 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der aktuelle Stand: die Ermittlungen seien abgeschlossen, erklärt der erste Kriminalhauptkommissar Joachim Lieth und ergänzt, dass „die Stadt und das Verwaltungsgericht eine Wiedereröffnung des Clubs verhindern möchten“

Gewalt gegen Polizeibeamte 

Das „Sorgenkind“ der Ludwigshafener Polizeiinspektion ist die steigende Gewalt gegenüber Polizisten. Im Jahr 2014 wurden 181 Delikte unter dem Aspekt „Gewalt gegen Polizeibeamte“ erfasst. Dabei handelte es sich nicht nur Beleidigungen und Widerstandsdelikte sondern auch um Körperverletzungen durch Schlagen, Treten, Beißen, Kopfstöße und das Werfen von Gegenständen. Zwei Mal wurde sogar versucht, einen Polizisten zu überfahren, ein Mal versuchte jemand einen Beamten zu erdrosseln und ein Mal wurde ein scharfer Hund auf ihn gehetzt. Werner Reichert schüttelt bedauernd den Kopf: „Da werden Beamte bei ordnungsgemäßer Ausübung ihrer Pflichten verletzt und beschimpft.“ Die Angreifer stünden meist unter Drogen- und Alkoholeinfluss. Doch auch die Zahl der „nüchternen Ausfälle“ steige. Mit Poster-Kampagnen will die Polizei nun auf diese Problematik hinweisen. 

Pol/kp

Quelle: Ludwigshafen24

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