Immer mehr Fläche zugebaut

Neue Studie zeigt: Mannheim und Ludwigshafen drohen Überschwemmungen!

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Immer mehr Kommunen werden zugebaut und zubetoniert – auch Mannheim und Ludwigshafen. (Archivfoto)

Rhein-Neckar-Region - Immer mehr Kommunen werden zugebaut und zubetoniert – auch in der Metropolregion! Doch welche Auswirkungen das haben kann, zeigt eine Auswertung der Versicherungswirtschaft VdS:

Der Herbst ist angebrochen und dieser bringt Kälte, Wind und vor allem Starkregen mit sich. Doch damit das Regenwasser abließen kann, braucht es Platz – und das haben laut der Auswertung der VdS viele Kommunen nicht!

Die steigende Bebauungsdichte wird zunehmend zu einem Problem, da Experten in Zukunft häufiger Starkregen erwarten. „Je mehr Flächen bebaut sind, desto weniger Wasser kann im Boden versickern und desto mehr fließt oberflächlich ab“, sagt VdS-Studienleiter Artur Kubik. Die Kanalnetze seien für extreme Niederschläge nicht ausgelegt, heißt es weiter. Es drohen also immer mehr Überschwemmungen!

Die am Mittwoch (24. Oktober) veröffentlichte Studie zeigt, dass auch Städte in der Rhein-Neckar-Region von der Überschwemmungsgefahr betroffen sind.

Ludwigshafen und Mannheim Spitzenreiter

Weit vorne liegt Ludwigshafen: Mit einem Versiegelungsgrad von 42,3 Prozent landet die Stadt auf dem vierten Platz im Gesamtranking der 50 einwohnerstärksten Kommunen! Stärker bebaut sind nur München (46,6%), Oberhausen (44,2%) und Hannover (42,6%). Doch auch die Stadt Mannheim ist Ludwigshafen dicht auf den Fersen mit einem Versiegelungsgrad von 40,2 Prozent und damit auf Platz 6!

Die Heidelberger müssen sich laut der Studie weniger Sorgen machen: Die Stadt landet auf Platz 45 und hat einen Versiegelungsgrad von gerade einmal 18,8 Prozent!

Was können die Kommunen tun?

Der Versicherungsverband fordert auf, die Gefahr von Starkregen in der Stadt- und Landschaftsplanung zu berücksichtigen„Es gibt Konzepte wie das der Schwammstadt, die Städtebau und Starkregenschutz miteinander in Einklang bringen“, sagt GDV-Geschäftsführer Bernhard Gause. Dazu gehörten etwa begrünte Dächer oder zusätzliche Rückhaltebecken, die das Wasser zwischenspeichern. Zudem können Spiel- oder Fußballplätze temporär als Überflutungsflächen dienen, wo das Regenwasser versickern kann. „Dafür bräuchte man auch Straßen mit einem v-förmigen Querschnitt, um sie als Abflussrinnen nutzen zu können“, so Gause.

Vor allem in Mannheim und Heidelberg wird gerade fleißig gebaut: Auf den zahlreichen Konversionsflächen soll neuer Wohnraum entstehen. Erst am Dienstag (23. Oktober) beschließt der Gemeinderat Mannheim den Spinelli-Rahmenplan. In Heidelberg werden auf dem ehemaligen US-Hospital-Gelände und im Mark-Twain-Village ebenfalls Wohneinheiten entstehen. Doch wie die Baupläne beider Städte zeigen, wird auch immer viel Grünfläche in den neuen Quartieren eingeplant.

Inwieweit die Städte bereits Vorkehrungen gegen Überschwemmungen getroffen haben, zeigt die Studie jedoch nicht! Immer mehr Kommunen erstellen aber beispielsweise Karten, die zeigen, welche Stadtgebiete bei Starkregen überflutet werden können. So können Hausbesitzer die Gefahr besser einschätzen und sich gegen mögliche Schäden versichern.

Wie kommen die Ergebnisse zustande?

Für den Vergleich definiert die VdS acht Nutzungsarten und ermittelt ihren Anteil an der Gesamtfläche: von städtischer Bebauung, Verkehrsflächen und Baustellen, die relativ stark versiegelt sind, bis hin zu Wald-, Grün- und Wasserflächen sowie Auen und Ackerflächen. Städte mit größeren Anteilen an städtischer Bebauung und Verkehrsflächen sind erwartungsgemäß auch insgesamt stärker versiegelt.

Einfluss auf das Ranking hat aber auch der Versiegelungsgrad innerhalb einer Nutzungsart. In Ludwigshafen ist das Gebiet ‚städtische Bebauung‘ zum Beispiel zu 75 Prozent versiegelt!

Die Studie basiert auf Daten zur Bodenversiegelung und Flächennutzung aus dem Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der Europäischen Union.

jab/pm

Quelle: Mannheim24

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