Autonome Szene zündelt

Gewalt bei Demonstration gegen rechte Gewalt

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf der zentralen Kundgebung gegen rechte Gewalt und Rassismus.

Ludwigshafen - Die Gegendemonstranten haben sich in Ludwigshafen versammelt. Mehrere hundert Menschen protestieren gegen die Kundgebung von „Gemeinsam-Stark Deutschland“.

Was das wohl alles kostet“ fragte am späten Sonntagnachmittag ein Spaziergänger aus sicherer Entfernung auf der Mannheimer Rheinseite, „Nur damit ein paar Dummköpfe marschieren können“. Das Aufgebot der Polizei war gewaltig: nahezu den gesamten Nachmittag kreiste ein Polizeihubschrauber über Ludwigshafen. Auf dem Boden waren rund 1.000 Kräfte im Einsatz, überwiegend aus Rheinland-Pfalz, aus den angrenzenden Bundesländern, die Bereitschaftspolizei und Kräfte der Bundespolizei.

Vor Beginn einer großen Kundgebung von Hooligans und Sympathisanten der rechten Szene, die als „GSD – Gemeinsam Stark für Deutschland“ auftraten haben sich am Sonntag mehrere Hundert Gegendemonstranten in Ludwigshafen versammelt. Ein Sprecher des Organisationsteams bezifferte ihre Zahl sogar auf 1.000. 

Starke Polizei hat Kundgebungen im Griff - weitestgehend

Unterdessen ist es auch zu ersten Zwischenfällen gekommen. zwischen 150 und 200 Demonstranten aus dem Protestzug aus Mannheim versuchten am Theaterplatz in Ludwigshafen, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Die Polizei kesselte etwa 100 Personen ein und stellte die Personalien fest. Einige Anhänger aus der autonomen Szene wurden festgenommen. Die Polizei berichtet von „erheblichen Straftaten“. So ist wohl auch ein Streifenwagen in Flammen aufgegangen.

Am Hauptbahnhof haben sich mittlerweile etwa 500 Hooligans versammelt, die von etwa genauso vielen genauso gewaltbereiten Autonomen empfangen wurden.

Die Bilanz: Tumulte und Ausschreitungen vor dem Hauptbahnhof, 131 Festnahmen, ein demoliertes Polizeifahrzeug, Verletzte. Kaum auszumalen, was passiert wäre, wenn eine Demo aus Hooligans und Rechtsextremen durch die Stadt gezogen wäre. Aber im Wesentlichen, so hieß es, hatte die Polizei die Lage im Griff.

Ganz andere Szenen in der Innenstadt: Geplant waren mehrere Gegendemonstrationen, denen sich nach und nach viele Vereine, Verbände Initiativen und Parteien angeschlossen haben. Am Ende wurde es so groß, dass es ein einziges großes Bürgerfest wurde, bei dem auch Ministerpräsidentin und Oberbürgermeisterin Eva Lohse dabei waren. Das Motto:Ludwigshafen ist bunt statt braun!

Auf dem Theaterplatz in Ludwigshafen findet die zentrale Veranstaltung des „Netzwerks gegen rechte Gewalt und Rassismus“ statt. „Wir wollen ein friedliches Fest miteinander feiern“ sagte Eva Lohse dort zu den knapp 2.500 Anwesenden, die sich schon ab 11 Uhr versammelt hatten und das war es auch: Menschen miteinander lachen gemeinsam zur Musik der „Scherbettes“ tanzen, miteinander reden, von linker oder rechter Gewalt keine Spur und als Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und Gewalt läuteten ab 14 Uhr die Glocken der Ludwigshafener Kirchen.

Direkt neben dem Süßigkeiten-Stand der Ludwig-Wolter-Freizeitstätte sorgte sich die Türkische Gemeinde Rheinland-Pfalz um das leibliche Wohl der Gäste mit Lähmung, Baclava und heißem Tee, der bei dem kalten Wind besonders gut tat.

Für uns ist es selbstverständlich hier dabei zu sein“ fand der Vorsitzende Ihsan Altindasoglu klare Worte für das Engagement seines Vereins „Wir lassen uns das gute Miteinander nicht von ein paar Dummköpfen kaputt machen!

Die Organisatoren von „Gemeinsam-Stark Deutschland“ erwarten 1000 Teilnehmer, darunter laut Polizei 300 Hooligans und Anhänger der rechten Szene.

POL-LU/vp/chr

Quelle: Mannheim24

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