Entscheidung vier Jahre nach Großbrand

Nach Parkinsel-Inferno: Pfalzwerke ziehen auf Brachgelände

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OB Eva Lohse begrüßt die Planung für das seit Jahren brachliegende Gelände.

Ludwigshafen-Süd – Die ‚Neverending Story‘ um das verwaiste Areal einer abgebrannten Lagerhalle auf der Parkinsel hat ein Ende! Was auf dem Brachgelände in der Hafenstraße entsteht:

Fast auf den Tag genau vier Jahre ist es her – das Feuer-Inferno auf der Parkinsel als am 22. Juni 2013 eine riesige Lagerhalle komplett abbrennt (WIR BERICHTETEN).

Rund 4.800 Tonnen Styroporgranulat (Isoliermaterial) der BASF gehen um 12:54 Uhr in der 170 mal 56 Meter großen Halle in Flammen auf! Eine kilometerhohe Rauchsäule steht über der Stadt, Ascheregen rieselt auf das gesamte Umland nieder. Mehr als 2.300 Anwohner müssen evakuiert werden, Gesamtschaden an die 20 Millionen Euro!

Die Ursache: Vermutlich ein technischer Defekt an der Solaranlage auf dem Dach.

Zwei Jahre her: Das Inferno auf der Parkinsel

Nach langem Hickhack zwischen der Stadt und den Hafenbetrieben bis hin vors Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz passiert jetzt endlich etwas auf dem 9.500 Quadratmeter großen Brachgelände in der Hafenstraße.

Denn wie das Rathaus am Montag (26. Juni) mitteilt, ziehen die Pfalzwerke Ludwigshafen mit ihrem Verwaltungsgebäude und 550 Mitarbeitern von der Kurfürstenstraße auf das seit vier Jahren verwaiste Areal. Dadurch entsteht im Stadtteil Süd Platz für 250 neue Wohnungen und eine Kita – Baubeginn Mitte 2018.

Zuvor haben OB Dr. Eva Lohse (61, CDU) und Baudezernent Klaus Dillinger (56, CDU) gemeinsam mit den Pfalzwerken sowie die Unternehmen Bilfinger und Diringer & Scheidel erstmals dem Stadtrat präsentiert.

Die Entscheidung der Pfalzwerke ist eine gute Nachricht für Ludwigshafen und ein Bekenntnis zu einem starken Standort. Durch das Freiwerden von drei großen Flächen mit insgesamt 12.700 Quadratmetern können im Herzen von Süd schöne Wohnungen im mittleren bis gehobenen Segment entstehen. Dies versetzt uns in die Lage, der großen Nachfrage an attraktivem Wohnraum zu begegnen – durchdacht, intelligent geplant und nachhaltig. In Verbindung mit dem Neubau einer Kita, die den Bedarf nach dem dritten Ausbaupaket im Stadtteil Süd für 135 Kinder decken soll, gelingt es uns hier außerdem, den Interessen der Eltern nach wohnortnahen Betreuungsangeboten Rechnung zu tragen und einen weiteren Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu leisten“, erklärt OB Lohse.

Und das scheidende Stadtoberhaupt ergänzt: „Mit dem Bau eines Verwaltungsbüros auf der Brachfläche am Luitpoldhafen schließen wir im Einvernehmen mit allen Beteiligten eine Lücke und sorgen für Planungssicherheit. Denn uns war es im Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner wichtig, eine verträgliche Lösung zu finden, die die unterschiedlichen Interessen berücksichtigt. Mit dieser Entwicklung, die wir heute dem Stadtrat vorgestellt haben, legen wir einen weiteren Grundstein dafür, dass Ludwigshafen wächst und vielen Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen ein Zuhause und einen attraktiven Arbeitsplatz bietet. Mein Dank gilt allen, die sich konstruktiv eingebracht haben. Am Ende haben wir nicht nur einen Kompromiss, sondern eine richtig gute Lösung gefunden.

Tut sich nichts! Das Brachland drei Jahre nach dem Großbrand

Fast zwei Jahre hätten die Verhandlungen unter Federführung der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft (W.E.G.) gedauert. Der neue Bürokomplex soll „licht und einladend“ werden, darunter eine einstöckige Tiefgarage entstehen.

Wir sind froh und zufrieden, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten eine gute Lösung sowohl für die viel diskutierte Brachfläche auf der Parkinsel als auch für die Innenentwicklung im Stadtteil Süd und im Grunde für Ludwigshafen erzielen konnten. Nun entsteht in der Hafenstraße ein Bürostandort für Verwaltungsmitarbeitende mit ausreichend Parkmöglichkeiten. Die Parkinsel ist außerdem über den Bus bestens mit dem Berliner Platz und dem S-Bahnhof Mitte verbunden“, so W.E.G.-Geschäftsführer Dillinger.

Wichtig sei es allen Beteiligten auch, die Bäume entlang der Hafenstraße im Rahmen der Bauleitplanung zu erhalten. ZUdem solle das Gespräch mit Anwohnern gesucht werden.

Zunächst mal gelte es jetzt, das Bebauungsplanverfahren fortzusetzen – damit sollen sich der Bau- und Grundstücksausschuss in seiner Sitzung im August bzw. der Stadtrat im September beschäftigen.

Von ATP Architekten und Ingenieure geplant und später von Implenia Hochbau GmbH realisiert.

Auch Dr. Werner Hitschler und René Chassein, die beiden Pfalzwerke-Vorstände sind höchst zufrieden: „Wir freuen uns, mit der Parkinsel einen Standort in Ludwigshafen gefunden zu haben, der unserem Unternehmen und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein attraktives Arbeitsumfeld bietet und im Vergleich zur heutigen Hauptverwaltung nachhaltige Kostenvorteile aufweist. Der moderne und vor allem auch energieeffiziente Neubau soll nicht nur für uns eine neue Heimat werden, sondern Platz für zukünftiges Wachstum bieten. In diesem Sinne freuen wir uns über und auf eine gute Nachbarschaft.“ 

So wird der Neubau

Das Gebäude an der Hafenstraße wird von ATP Architekten und Ingenieure geplant und in der Folge von der Implenia Hochbau GmbH umgesetzt.

Es umfasst zwei quadratische, dreibündige Bürobauten mit jeweils innenliegenden, begrüntem Innenhof, die sich im Bereich des Foyers und vertikaler Zentralerschließung verschneiden. Richtung Hafenkante steigt die Anzahl der Etage von drei auf fünf. 

Die Zufahrt zur Tiefgarage liegt bewusst abgewandt von den Wohnhäusern an der hafenseitigen Grundstückshälfte. 

Das alte Pfalzwerke-Areal 

Auf dem Areal zwischen Bayern-, Silcher- und Lisztstraße (etwa 12.700 Quadratmeter) plant Diringer & Scheidel auf drei Baufeldern drei unterschiedliche Gebäudeensemble mit insgesamt rund 250 Zwei- bis Vier-Zimmer Komfort-Eigentumswohnungen sowie einer Kita. 

Die Außenbereiche der Wohnhäuser sollen eine intensive Begrünung erfahren, KFZ-Stellplätze ‚verschwinden‘ in einer unterirdischen Tiefgarage. Architekturpartner ist das renommierte Büro blocher partners.

>>> Bebauung nach Brand: Punktsieg für Stadt im ‚Parkinsel-Zoff‘

>>> Parkinsel-Inferno jährt sich zum dritten Mal

Stadt LU/pek

Quelle: Ludwigshafen24

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