Krebserregend

Schulen in Ludwigshafen: Arsen in Tierpräparaten?

+
Ausgestopfte Tiere in 17 Schulen in Ludwigshafen noch nicht untersucht.

Ludwigshafen/Trier - Nicht nur in Museen, sondern auch in Schulen im Land stehen ausgestopfte Tiere. Früher wurde für ihre Konservierung das giftige Arsen verwendet. 

Einige Städte, darunter auch Ludwigshafen, wollen die Objekte nun inspizieren lassen. Im Gegensatz zu anderen rheinland-pfälzischen Gemeinden wurden dort die ausgestopften Tiere in Schulen noch nicht auf Arsen untersucht!

Das krebserregende Mittel wurde bis weit in die siebziger Jahre als Konservierungsmittel in Tierpräparaten zum Schutz vor Insekten eingesetzt

Einige Städte erklären in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, sie würden nun Maßnahmen einleiten. Das Institut für Angewandte Umweltforschung (IfAU) kam einst in einer Studie zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der untersuchten alten Felltier- und Federtier-Präparate aus Schulen stark belastet waren. 

Trotzdem rät das Institut bis heute nicht dazu, die ausgestopften Tiere gleich zu entsorgen. Es bestehe kein Grund zur Sorge, wenn man die ausgestopften Tiere nicht berührt, so ein Sprecher. „Sie stellen ein wissenschaftliches und pädagogisches Anschauungsmaterial von ausgesprochen hohem Wert dar.“ 

Richtlinie für Umgang mit Tierpräparaten

Für Schulen in Rheinland-Pfalz gebe es für Präparate eine Richtlinie der Kultusministerkonferenz, erklärt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier. Demnach sollten ältere Präparate mit Klarsichtfolien gegen Berühren gesichert werden. Das IfAU rät außerdem, die Tiere in verschlossenen Glasvitrinen aufzubewahren und im Unterricht nicht herumzureichen.

Manche Städte in Rheinland-Pfalz wie Neustadt an der Weinstraße haben gar keine ausgestopften Tiere mehr. Andere wie etwa Trier schon. Dort finden sich noch Dutzende - vor allem an den Gymnasien. Einige dieser Präparate sind untersucht worden, andere wiederum nicht. 

Die Ergebnisse seien bisher stets negativ gewesen, erklärt die Stadtverwaltung. In Worms haben noch fünf von 25 Schulen solche Objekte in Fachsammlungen, damit sie im Unterricht verwendet werden können. Ein Stadtsprecher versichert, dass die Tiere sich in abgeschlossenen Schränken befinden. „Die Objekte werden nur von autorisierten Lehrkräften transportiert, Hautkontakt mit Schülerinnen und Schülern wird vermieden.“ 

In Speyer sind alle Ergebnisse bei den staatlichen Schulen negativ. In Neuwied ist die Stadt nur noch für die Grundschulen zuständig. Dort heißt es: „Wir werden (die) Anfrage zum Anlass nehmen, um die Grundschulen über den Sachverhalt zu informieren.“ 

Untersuchungen in Ludwigshafen

Auch in Ludwigshafen will die Stadt nun für die 17 Schulen, die noch Präparate haben, tätig werden. „Die Stadt als Schulträgerin wird in Absprache mit einer Fachfirma die weitere Vorgehensweise besprechen und die Schulen zeitnah darüber informieren“, erklärte eine Sprecherin.

dpa/hew

Quelle: Ludwigshafen24

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Jugendliche (16) tot bei Grundschule entdeckt: War es ein Serientäter?

Jugendliche (16) tot bei Grundschule entdeckt: War es ein Serientäter?

WM-Kader von Deutschland 2018: Der finale Kader von Jogi Löw

WM-Kader von Deutschland 2018: Der finale Kader von Jogi Löw

Mannheim und Heidelberg für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Mannheim und Heidelberg für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Stromausfall nach Brand in Rheinau: Kinderheim evakuiert

Stromausfall nach Brand in Rheinau: Kinderheim evakuiert

„Hart aber fair“: Basler beleidigt Özil –  „Körpersprache von einem toten Frosch“

„Hart aber fair“: Basler beleidigt Özil –  „Körpersprache von einem toten Frosch“

Polizisten stoppen diesen VW Golf GTI - und können nicht glauben, was sie unter dem Wagen sehen

Polizisten stoppen diesen VW Golf GTI - und können nicht glauben, was sie unter dem Wagen sehen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.