Gewerbegebiet in Rheingönnheim

Ludwigshafen: Uran in Grundwasser, Radon in der Luft? Zuständige Behörde äußert sich

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Symbolfoto

Ludwigshafen - Auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik wird im August 2018 ein erhöhter Wert von radioaktiven Stoffen festgestellt. Dabei wurden auch Spuren von Uran im Grundwasser gefunden!

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) führte in einem Teil des Gewerbegebiets „Am Sandloch“ im Stadtteil Rheingönheim im Jahr 2006 Messung durch. Auf dem Gelände einer alten Farbpigmentfabrik, die von den 1890er Jahren bis 1959 dort stand und Schwermetalle und Uran für die Herstellung von Farben nutzte, wurden die Forscher fündig. Der Boden war mit Uran, Radionukliden, Blei, Arsen, Kupfer, Chrom, Mineralkohlenwasserstoffe und die Bodenluft mit Radon kontaminiert. Teilweise gab es auch stark bis extrem stark hohe Radonbelastungen in Gebäuden und Uran im Grundwasser

Ludwigshafen: Uran im Grundwasser und Radon in der Luft – keine Gefahr für Mensch und Tier

Diese Belastungen wurden auch im August 2018 bei einem weiteren Gutachten festgestellt. Nach Informationen des Magazins „Der Spiegel“ seien „Einträge in das Grundwasser eingetreten“ – bis zu 140 Mikrogramm Uran pro Liter Wasser. Laut der SGD Süd sei eine Gefahr für Mensch und Tier aber ausgeschlossen, da eine Nutzung des Trinkwassers in diesem Bereich untersagt sei. 

Im „Spiegel“ heiße es auch, dass der Wert bei den letzten Messungen kurzzeitig um das Achtfache des Richtwerts für Radon gestiegen sei. Dazu äußert sich Nora Schweikert von der Struktur-und Genehmigungsdirektion Süd auf Anfrage. Sie erklärt, dass die über das Jahr ermittelte Konzentration von Radon in der Luft nicht den Jahreswert von 200 Becquerel pro Kubikmeter überschreite! 

Die Konzentration wird durch die Steuerung der Lüftungsanlage unter den geforderten Werten gehalten. Kurzfristige Konzentrationsspitzen sind im gesamten Konzentrationsverlauf zu betrachten“, so Schweikert. 

Ludwigshafen: Keine weiteren Maßnahmen wegen Uran und Radon nötig 

Die Werte seien in einem Sanierungskonzept festgelegt worden. Nach den 1960er Jahren wurden die alten Fabrikgebäude in Ludwigshafen abgerissen und neue Hallen gebaut. Im Frühjahr 2015 wurden auch diese zurückgebaut. Die Sanierung zur Sicherung der Altlasten auf dem etwa 28.000 Quadratmeter großen Areal begann bereits 2008. Nach einer erfolgreichen Sanierung des Geländes mit einer Radonschutzfolie und und einer Gasdrainage unter der Bodenplatte seien keine weiteren Abschirmmaßnahmen erforderlich gewesen. Danach wurde von der INWO-Bau GmbH ein REWE-Markt auf dem Gebäude erbaut. 

Ludwigshafen: Uran in Grundwasser und Radon in der Luft? Es sei „alles gesichert“! 

Die Sanierung des Geländes erfolgte gemäß den Anforderungen des Bodenschutzrechts. Im Bodenschutzrecht ist die Gefahrenabwehr maßgeblich. Eine Sicherung des Schadens ist einer Dekontamination gleichgesetzt. Die Behörde hat keine Befugnisse, dem Sanierungspflichtigen ein bestimmtes Verfahren vorzuschreiben, solange durch die Maßnahme die relevanten Gefährdungspfade unterbunden werden“, sagt Nora Schweikert von der SGD Süd. Sie betont, dass es sich um eine sanierte Altlast handle und alles gesichert sei.

In Heddesheim und Hirschberg sind zwar keine radioaktiven Stoffe im Boden gefunden worden, dafür ist das Grundwasser hier mit biologischen Keimen kontaminiert. Am 15. Juli warnt das Gesundheitsamt davor, das Wasser zu trinken – allerdings erst vier Tage nach dem die Wasserprobe entnommen wurde!

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dh

Quelle: Ludwigshafen24

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