Bilanz fällt gemischt aus

Konzerne und ihre Erfahrungen: Flüchtlinge bei der Arbeit

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Zur Integration gehört auch Arbeit – aber wie gut funktioniert das in den Konzernen? (Symbolfoto)

Ludwigshafen/Walldorf/Mannheim - Die Forderung nach der Integration von Flüchtlingen ist in aller Munde. Doch wie gut funktioniert das eigentlich in den Konzernen? Eine erste Bilanz:

Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren – Das ist erklärtes politisches Ziel: Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) brachte die Idee von Ein-Euro-Jobs für Asylbewerber auf, Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat ein Gesetz ins Gespräch gebracht, das die Integration in den Arbeitsmarkt zur Pflicht machen soll. Große Konzerne haben schon im vergangenen Jahr eigene Initiativen gestartet. Eine erste Bilanz fällt gemischt aus.

Der Chemiekonzern BASF (rund 50.000 Mitarbeiter in Deutschland) hat im Oktober 2015 50 Flüchtlinge in ein Kennenlern-Programm aufgenommen, das die Teilnehmer auf den Arbeitsmarkt vorbereiten soll (WIR BERICHTETEN). Bislang sei jedoch noch keiner bereit für ein bezahltes Praktikum, eine Ausbildung oder gar den Direkteinstieg. „Wir sammeln noch viele Erfahrungen, wo Hindernisse sind“, erklärt eine Sprecherin. Aufenthaltsstatus und Arbeitsrecht seien große Hürden, genauso wie Deutschkenntnisse. Gerade in einem Chemiekonzern ist es wichtig, dass die Sicherheitsvorschriften auch verstanden werden. BASF plane deshalb derzeit noch nicht, eine weitere Gruppe von Flüchtlingen aufzunehmen, so die Sprecherin.

Der Softwarekonzern SAP (rund 18.000 Mitarbeiter in Deutschland) versucht seit 2015, 100 Flüchtlingen mit technischem Grundwissen einen Praktikumsplatz zu vermitteln. Sie sollen allerdings bereits einen Hochschulabschluss oder vergleichbare Qualifizierungen mitbringen. Bislang haben rund 40 von 150 Bewerbern eine Zusage erhalten. Ein Syrer hat einer SAP-Sprecherin zufolge sogar eine Stelle bei SAP bekommen. Er sei seit 2013 in Deutschland, spreche inzwischen nahezu perfekt Deutsch, könne programmieren und habe Kenntnisse im Personalmanagement.

Auch die Deutsche Bahn (rund 196.000 Mitarbeiter in Deutschland) setzt auf Vorbildung: 15 Flüchtlinge mit Erfahrung im Bereich Elektrotechnik werden seit November zu Elektronikern im Betriebsdienst ausgebildet. Das Programm dauert 28 Monate – normalerweise braucht die Ausbildung 3,5 Jahre (42 Monate). Die ersten Erfahrungen seien gut, sagte ein Sprecherin. Deshalb wolle die Bahn das Programm für andere Berufe ausbauen, etwa Gleisbauer. Darüber hinaus will die Bahn 35 Flüchtlinge in ein Berufsvorbereitungsprogramm aufnehmen, an dem jährlich 300 Jugendliche ohne Ausbildungsreife teilnehmen können.

Die Bundesagentur für Arbeit sieht die Integration der Flüchtlinge noch am Anfang. „Die Masse kommt erst im zweiten Quartal und im zweiten Halbjahr auf uns zu“, betont ein Sprecher. Die Behörde rechne damit, dass im Jahresschnitt 130.000 Flüchtlinge als arbeitssuchend gemeldet sind, genaue Prognosen seien nicht möglich. Der Arbeitsmarkt könne theoretisch 350.000 Menschen aufnehmen. Den Fachkräftemangel, der vor allem in Industrie und IT-Branche droht, könnten Flüchtlinge aber wohl erst langfristig lindern.

>>> Arbeitsagentur Ludwigshafen: Eigenes Team für Flüchtlinge

Laut pro Asyl sind es vor allem kleinere Unternehmen, die tatsächlich Flüchtlinge integrieren. Persönliche Kontakte, sich kennen, das sei entscheidend. 

>>> Bildung und Integration – PHV testet Bildungscheck für Flüchtlinge

dpa/mk

Quelle: Mannheim24

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