Geplantes Selbstmordattentat auf Weihnachtsmarkt 

Bombenbauer (14) wird in Prozess gegen IS-Anhänger befragt!

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In Ludwigshafen sollte ein damals zwölfjähriger Junge einen Selbstmordanschlag auf den Weihnachtsmarkt verüben. 

Ludwigshafen/Wien - Der junge Bombenbauer vom Ludwigshafener Weihnachtsmarkt soll einen Anstifter gehabt haben. Jetzt wird er im Prozess gegen den mutmaßlichen IS-Anhänger aussagen:

Gibt es Verbindungen zwischen einem 19-jährigen mutmaßlichen IS-Terroristen aus Österreich und dem inzwischen 14-jährigen Bombenbauer aus Ludwigshafen? Hat der Ältere das Kind instruiert, sich mit einem Sprengstoffgürtel auf dem Weihnachtsmarkt in die Luft zu jagen?

All diese Fragen klärt das Wiener Straflandesgericht ab dem 4. April, so eine Sprecherin am Dienstag (27. März):

Der mutmaßliche österreichische IS-Terrorist mit möglichen Bezügen nach Ludwigshafen muss sich ab kommender Woche in Wien vor Gericht verantworten. Gegen den 19-Jährigen wurde Anklage wegen des Verdachts der versuchten Anstiftung zum Mord und zu einer terroristischen Straftat erhoben. Zunächst sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Dem Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. 

Trotz eines Deradikalisierungsprogramms hat man in seiner Zelle Zeichnungen brennender Gebetshäuser und gewaltbereiter Glaubenskrieger gefunden. 

Hat mutmaßlicher IS-Terrorist Kind zu Selbstmordattentat angestiftet?

Der 19-jährige Wiener mit albanischen Wurzeln soll laut Anklage im November 2016 den damals zwölfjährigen Jungen angestiftet haben, ein Selbstmordattentat auf einem Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen zu verüben. Die funktionsfähige Bombe detonierte nicht, der Junge legte den selbstgebastelten Sprengstoffgürtel in ein Gebüsch. 

Der nun 14-Jährige soll im Verfahren mittels Videokonferenz befragt werden. 

Mehrere Fälle von Terrorverdacht miteinander verknüpft

Verknüpft ist der Fall zudem mit einem bereits laufenden Prozess in Düsseldorf. Zwei junge mutmaßliche Helfer der Terrormiliz islamischer Staat stehen dort wegen schwerer staatsgefährdender Straftaten vor dem Richter. Ein 22-Jähriger aus Neuss soll den in Österreich Inhaftierten bei dessen Planung eines Terroranschlags auf die US-Militärbasis in Ramstein unterstützt haben. Eine 17-Jährige, mit dem der Wiener Angeklagte nach islamischen Recht verheiratet gewesen sein soll, soll mit dem Verkauf von Handys für die Männer Geld beschafft haben. Der 19-jährige Terrorverdächtige hat laut Anklage auch versucht, sie zu einem Selbstmordanschlag zu überreden.

dpa/hew

Quelle: Ludwigshafen24

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