Waffen-Anleitung namens „Terroristen-Chefkoch“

Versuchtes Bomben-Attentat auf Weihnachtsmarkt: Prozessauftakt gegen Anstifter (19)

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Ludwigshafener Weihnachsmarkt (Archivfoto)

Ludwigshafen/Wien - Sein Ziel soll der Ludwigshafener Weihnachtsmarkt und der Tod vieler unschuldiger Menschen gewesen sein, nun startet der Prozess gegen den 19-Jährigen aus Wien:

Laut Anklage soll er die Anleitung zum Bombenbau unter dem Titel „Terroristen-Chefkoch“ im Internet verbeitet haben, mit der Absicht, Anschläge in Deutschland sehen zu können. Dafür soll er sogar einen damals 12-Jährigen angestiftet haben, ein Selbstmordattentat zu begehen. Der Junge soll mittels einer Nagel-Bombe viele Menschen auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt in den Tod reißen.

Nun steht der 19-jährige Wiener vor Gericht, denn am Mittwoch (4. April) beginnt sein Prozess. 

Ruhig sitzt der mutmaßliche Islamist in der Mitte des Verhandlungssaals am Wiener Landgericht. Sein Anwalt sieht seinen Mandaten vielmehr selbst als Opfer der Ideologie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Er soll von einem Mentor einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein. 

Die Staatsanwaltschaft hat jedoch eine andere Ansicht: Die Anklage lautet auf versuchte Anstiftung zum Mord und zu einer terroristischen Straftat. Dass es überhaupt zu dem viel beachteten Prozess komme, sei nur „eine glückliche Fügung des Schicksals", so der Staatsanwalt. Wären die Pläne des 19-Jährigen aufgegangen, wäre der Angeklagte gemeinsam mit vielen Unschuldigen tot - denn er soll auch ein Selbstmordattentat geplant haben. 

Der Mann gibt beim Prozessauftakt zu, Mitglied einer terroristischen Vereinigung und kriminellen Organisation zu sein. Alle anderen Vorwürfe streitet er weitgehend ab. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. 

Vorbild für jugendlichen Attentäter

Die Staatsanwaltschaft bezeichnet den Angeklagten als Vorbild für den Jungen, der die Bombe in Ludwigshafen zünden wollte. Die Verteidigung dreht den Spieß allerdings um. Der Schüler soll bereits radikalisiert gewesen sein. 

Der heute 14-Jährige wird zurzeit außerhalb von Ludwigshafen betreut. Am Donnerstag soll er mittels Videokonferenz in das Wiener Gericht zugeschaltet werden

Weitere Bluttat geplant

In einem weiteren Punkt wird dem Wiener Angeklagten vorgeworfen, kurz nach dem gescheiterten Anschlag in Ludwigshafen einen eigenen Selbstmord geplant zu haben. Mit einer damals 16-jährigen Frau, die er nach islamischem Recht geheiratet hat, hat er ein Selbstmordattentat auf die Militärbasis im pfälzischen Ramstein verüben wollen. Sein Verteidiger tut diese Anschlagspläne als „naives Gebrabbel" ab.

Radikalisierung im Gefängnis

Die kriminelle Laufbahn des Angeklagten hat bereits früh begonnen. Wegen schweren Raubes saß er bereits im Gefängnis. Ein Mithäftling soll ihn mit dem IS-Gedankengut in Kontakt gebracht haben. Aufgewachsen war der Österreicher mit albanischen Wurzeln in einem atheistischen Elternhaus. Ein aktuelles Deradikalisierungsprogramm in Haft soll bei dem Mann aber laut Behördenaussagen nur bedingt anschlagen. In seiner Zelle sind Zeichnungen brennender Gebetshäuser und gewaltbereiter Glaubenskrieger gefunden worden. Zudem soll er Mitgefangene dazu gebracht haben, zum Islam zu konvertieren.

dpa/jol

Quelle: Ludwigshafen24

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