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Lufthansa-Streik legt am 2. September die Flughäfen lahm – rund 800 Flüge gestrichen

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Von: Daniel Hagen

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Wieder legt ein Streik die Flughäfen des Landes lahm. Die Piloten der Lufthansa werden am Freitag die Arbeit niederlegen. Was Fluggäste dazu wissen müssen:

Update vom 1. September, 14 Uhr: Aufgrund des spontanen Piloten-Streiks muss die Lufthansa alleine an den Drehkreuzen München und Frankfurt rund 800 Flüge streichen – nahezu das komplette Programm. Davon seien rund 130.000 Passagiere betroffen, wie die Lufthansa Group berichtet. Auch heute und am Wochenende könnte es bereits zu Flugausfällen kommen.

Von dem Streik nicht betroffen sind Flüge der Lufthansa-Tochter Eurowings und Eurowings Discover, sowie Flüge des Unternehmens im Ausland, sofern die Crews bereits vor Ort sind. Kritik gibt es weiterhin vom Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann. Die Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ wolle die Personalkosten um 40 Prozent erhöhen – was innerhalb von zwei Jahren zu einer Mehrbelastung von 900 Milliionen Euro führen würde.

Lufthansa-Piloten legen am Freitag die Arbeit nieder

Erstmeldung vom 1. September, 07:20 Uhr: Fluggäste haben es derzeit nicht leicht. Erst fehlt durch die Corona-Pandemie Personal an den Flughäfen, sodass es ewig lange Schlangen gibt und das Gepäck stunden- oder tagelang verschwindet, dann streikt Ende Juli das Bodenpersonal der Lufthansa – mitten in der Urlaubszeit. Jetzt gibt es eine neue Hiobsbotschaft für alle Reisenden.

Gescheiterte Verhandlungen: Lufthansa-Streik legt am Freitag die Flughäfen lahm

Die Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ verkündete am späten Mittwochabend (31. August), dass die Piloten der Lufthansa am Freitag (2. September) streiken werden! Wie ein Sprecher mitteilt, hat das der Vorstand nach intensiven Verhandlungen mit dem Unternehmen und auf Antrag der Tarifkommission beschlossen.

Offizieller Anlass sind die aus Sicht der Gewerkschaft gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag. Auch eine nachfolgende Sondierungsrunde hinter verschlossenen Türen und ein verbessertes Angebot des Unternehmens aus der vergangenen Woche bringt kein Ergebnis. Der bislang letzte Verhandlungsversuch am Mittwoch scheitert ebenfalls.

Forderungen der Vereinigung Cockpit: Mehr Gehalt und klare Strategie von Lufthansa

Die Piloten-Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ verlangt eine Gehaltssteigerung von 5,5 Prozent im laufenden Jahr sowie einen automatisierten Inflationsausgleich ab 2023. Hinzu kommt ein Konflikt über die künftige Strategie der Lufthansa. Hintergrund sei, dass die Gewerkschaft sich eine exakte Zahl von 325 Flugzeugen habe garantieren lassen, die nur von den rund 5.000 Kapitänen und ersten Offizieren geflogen werden dürfen.

Während der Corona-Krise habe die Lufthansa die Vereinbarung aber aufgekündigt und damit begonnen, einen neuen Flugbetrieb mit niedrigeren Tarifbedingungen aufzubauen. Die neue Airline mit der internen Bezeichnung „Cityline 2“ soll im Europa-Verkehr zahlreiche Flüge der bisherigen Kerngesellschaft übernehmen.

Über 90 Prozent der Lufthansa-Piloten stimmen für Streik

Laut der „Vereinigung Cockpit“ haben bei der Urabstimmung in der Lufthansa-Passage 97,6 Prozent für den Arbeitskampf gestimmt, bei der kleineren Lufthansa Cargo sind es sogar 99,3 Prozent. Die Beteiligung liegt laut Gewerkschaft in beiden Flugbetrieben über 93 Prozent! „Um Arbeitskämpfe anzuwenden, muss Lufthansa ein deutlich verbessertes Angebot vorlegen“, erklärt VC-Tarifchef Marcel Gröls.

Für Reisende könnte es aber noch schlimmer kommen. Denn auch die Lufthansa-Tochter Eurowings mit ihren rund 100 Flugzeugen könnte ab nächster Woche streiken, wenn die Verhandlungen zuvor scheitern. Die Lufthansa kritisierte den Streikaufruf, da das Unternehmen laut Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael Niggemann ein „sehr gutes und sozial ausgewogenes“ Angebot gemacht habe.

Auswirkungen der Lufthansa-Streiks an Flughäfen Stuttgart und Frankfurt noch unklar

Aktuell könne die Lufthansa noch nicht absehen, welche Auswirkungen der Streik der Piloten an großen Flughäfen wie Frankfurt oder Stuttgart haben werde. Man werde alles tun, um sie so gering wie möglich zu halten. Fluggäste sollen sich über www.lufthansa.com informieren. Wenn ein Flug spontan storniert wird, kann man sogar eine finanzielle Entschädigung bekommen. (dh mit dpa)

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