Zweite in Rheinland-Pfalz

Beratungsstelle für Prostituierte in Ludwigshafen

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Rheinland-Pfalz richtet Beratungsstelle für Prostituierte in Ludwigshafen ein (Symbolfoto)

Mainz/Ludwigshafen - Rheinland-Pfalz richtet im Spätsommer eine Beratungsstelle in Ludwigshafen ein, um der Verelendung von Prostituierten entgegenzuwirken.

Bei der Umsetzung des neuen Prostituiertenschutzgesetzes will Frauenministerin Spiegel den Schutz von Sexarbeiterinnen in den Mittelpunkt stellen. 

Neben dem 2009 gestarteten Projekt Roxanne in Koblenz soll es eine ebenfalls von Pro Familia betreute Anlaufstelle in Ludwigshafen geben, wie Frauenministerin Anne Spiegel (Grüne) in Mainz mitteilt. Geplant ist der Kauf eines Wohnmobils, das gezielt für die aufsuchende Beratung in Gegenden mit Wohnungsprostitution eingesetzt werden soll, auch bis nach Worms oder Speyer. 

„Wir versprechen uns davon, dass wir so an Prostituierte herankommen, die sonst nie zu einer Beratungsstelle gehen würden", sagt Spiegel. Ähnlich wie in der Nachbarstadt Mannheim gebe es in Ludwigshafen viele Prostituierte aus Rumänien und Bulgarien. „Es geht um Streetwork, psychosoziale Beratung, Krisenprävention, gesundheitsbezogene Hilfen und um Ausstiegsberatung, auch um Drogen- und Schuldnerberatung." 

Die Finanzierung will das Land in diesem und im nächsten Jahr mit jeweils 59.000 Euro unterstützen. 

Der bessere Schutz von Sexarbeiterinnen ist auch Ziel des neuen Prostituiertenschutzgesetzes, das zum 1. Juli in Kraft tritt, aber in den meisten Bundesländern dann noch nicht umgesetzt wird. 

„Wir arbeiten im Haus mit Hochdruck an einer Rechtsverordnung dazu", sagt Spiegel. Ziel sei es, die Verordnung bis Ende des Jahres vorlegen zu können. „Ich hätte mir gewünscht, dass das Gesetz weniger Bürokratie mit sich bringt", sagt die Ministerin. 

Die Schätzungen über die Zahl der Prostituierten in Rheinland-Pfalz reichen von 5.000 bis 50.000. Spiegel verweist auf realistische Schätzungen von etwa 20.000 Menschen, möglicherweise auch weniger. Allerdings müsse davon ausgegangen werden, dass es auch Einführung der gesetzlichen Anmeldepflicht für Prostituierte und ihrer Registrierung mit einem entsprechenden Ausweis eine hohe Dunkelziffer gebe. 

Das Prostituiertenschutzgesetz sei ein sperriges Gesetz, „es hat seine Haken und Ösen", sagte Spiegel. „Jetzt haben wir dieses Gesetz, jetzt müssen wir es umsetzen."

dpa/kab

Quelle: Ludwigshafen24

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