Friedlich und ohne Zwischenfälle 

Klima-Aktivisten beenden Blockade des Großkraftwerks - Ziel erreicht? 

Am Samstag (3. August) protestieren die Klimaschützer auf dem Gelände des Großkraftwerks Mannheim.

Mannheim - Aktivisten besetzen seit dem Samstagmorgen (3. August) das Kohlekraftwerk in Neckarau. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Alle Infos rund um die Blockade: 

  • Klima-Aktivisten besetzen seit dem Samstagmorgen (3. August) das Großkraftwerk Mannheim  
  • Klimaschützer von „Ende Gelände“ fordern die Abschaltung des Großkraftwerks in Mannheim 
  • Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr am Großkraftwerk Mannheim 
  • Die Besetzung der Klima-Aktivisten endet am Samstagabend 

Update 3. August, 21:30 Uhr: Der Protest der Klimaschützer im und um das Großkraftwerk Mannheim endet noch am frühen Samstagabend friedlich. In enger Kooperation mit dem Kraftwerksbetreiber kann die Polizei laut eigener Aussage die Aktivisten schließlich dazu bewegen, das Gelände des Großkraftwerks freiwillig zu verlassen. Auch diejenigen, die vor der Zufahrt des Großkraftwerks ausgeharrt haben, räumen das Gelände des Kohlekraftwerks. 

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Mannheim: Blockade des Großkraftwerks beendet - mit Erfolg? 

Laut dem Aktionsbündnis „Ende Gelände“ hätten die Aktivisten die Blockade jedoch auf eigenen Wunsch beendet. Ihr Ziel, durch die Besetzung des Großkraftwerks Mannheim den Block 9 des Kohlekraftwerkes von der Kohleversorgung abzuschneiden und ihn so zum Herunterfahren zu zwingen, hätten sie laut eigenen Angaben erreicht. Doch stimmt das auch? Wir haben heute ein klares Zeichen gesetzt. Wir schauen nicht tatenlos zu, während hier Regierungen und Konzerne unsere Zukunft zerstören“, so Pressesprecher von „Ende Gelände“ Philipp Bergmann. 

Mannheim: Block 9 des Großkraftwerks wegen eines Defekts nicht in Betrieb

Wie der Betriebsleiter des Großkraftwerks, Peter Volkmann, jedoch sagt, habe die Aktion keinerlei Auswirkungen auf den Betrieb gehabt. Außerdem sei der Block 9 wegen eines Defekts gar nicht in Betrieb gewesen

Ob das Großkraftwerk Mannheim künftig konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung solcher Aktionen ergreifen werde, sei noch nicht sicher. Die Betreiber werden Gespräche mit der Polizei führen und mit ihnen zusammen die Lage bewerten. Das berichtet der Mannheimer Morgen. Es stehe auf jeden Fall fest, dass es gefährlich sei, zu den Förderbändern hochzusteigen, so der Betriebsleiter. 

Gemeinsam gehen die rund 100 Protestierenden zu einer Abschlusskundgebung in die Mannheimer Innenstadt. Diese endet um 19:45 Uhr. Die gesamte Aktion verläuft laut Polizei vollkommen friedlich und ohne Zwischenfälle.

Die Klimaschützer von „Ende Gelände“ hatten sich gegen 5:30 Uhr an der Zufahrt zum Kraftwerk in Mannheim versammelt und sie blockiert. Mehrere Personen haben auch unberechtigt das Gelände des Großkraftwerks Mannheim betreten und sind auf eine Kohleförderanlage gestiegen. 

Klima-Aktivisten besetzen Großkraftwerk – warum räumt Polizei das Gelände nicht?

Update, 3. August, 17:30 Uhr: Klimaaktivisten vom Bündnis "Ende Gelände" sind am frühen Samstagmorgen in das Areal des Großkraftwerks in Mannheim eingedrungen und haben stundenlang auch die Zufahrt zu dem Meiler blockiert. Einige waren auf ein Förderband gelangt, um den Kohlenachschub zu einem der Blöcke zu unterbrechen. Man wolle mit der Aktion ein Zeichen setzen gegen den CO2-Ausstoß des Großkraftwerks Mannheim, wie ein Sprecher des Bündnisses der Deutschen Presse-Agentur sagte. 

Den Betrieb von Block 9 wie geplant zu stoppen, gelang zunächst nicht. „Die Versorgung mit Strom und Fernwärme war zu jeder Zeit sichergestellt“, betonte dazu ein Sprecher des Großkraftwerkes. 

Laut Polizei blockierten rund 40 Demonstranten den ganzen Tag über das Hauptzufahrtstor und protestierten mit Bannern und Schildern. Weitere etwa zehn Personen hielten sich auf dem Gelände auf. Im Interesse der Sicherheit für die Aktivisten wurde auf eine Räumung verzichtet, sagte der Kraftwerkssprecher. Laut Aktionsbündnis nahmen rund 100 Klima-Aktivisten an dem Protest teil. Nach Angaben der Polizei waren zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort. „Die Lage ist friedlich und ruhig", sagt der Sprecher. 

Die Polizei sei aber vorbereitet für den Fall, dass sich die Situation verändere oder die Stimmung kippen sollte. Solange die Aktion dauere, blieben die Einsatzkräfte da - notfalls auch die Nacht über. 

Mannheim: Klima-Aktivisten besetzen Großkraftwerk – was wollen sie? 

Mit der Aktion wollen die Kohlegegner ihren Worten zufolge den Nachschub an Kohle für Block 9 unterbrechen. Für wie lange der Block noch Brennstoff hat, war demnach aber unklar. „Wir wollen so lange auf dem Förderband ausharren, bis der Block vom Netz muss“, sagt der Bündnissprecher. Der Steinkohlemeiler sei für etwa acht Prozent der CO2-Emissionen in Baden-Württemberg verantwortlich, hieß es in einer Mitteilung von „Ende Gelände“. 

Auf Twitter forderte das Bündnis: „Legt das Großkraftwerk Mannheim endlich still!“ Es sei das Steinkohlekraftwerk mit dem höchsten CO2-Ausstoß in Deutschland. Angesichts der Untätigkeit der Bundesregierung sehe man sich zu solchen Schritten gezwungen, teilte das Aktionsbündnis außerdem mit. „Wenn die deutsche Bundesregierung nicht den sofortigen Kohleausstieg einleitet, verspielen wir unsere Chance, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu beschränken.“ Der Landesverband der Linken solidarisierte sich mit dem Protest. Die Besetzung sei notwendig und richtig, sagte Linken-Politiker Michel Brandt.

Mannheim: Klimaschützer legen Großkraftwerk lahm – bleiben sie die ganze Nacht? 

Update vom 3. August, 11 Uhr: Klimaschützer Philipp Bergmann von „Ende Gelände“ erzählt in einem Interview, dass Aktivisten auch die Förderbänder des Großkraftwerks besetzt hätten. Damit wäre das Großkraftwerk von seiner Kohlezufuhr abgeschnitten und „zum Abschalten gezwungen“ so Bergmann. Wie lange die Aktivisten das Großkraft besetzt halten, lässt er offen. Viele der Klimaschützer wären auch aufs Übernachten vorbereitet. 

Die Polizei spricht derweil von einer ruhigen Lage, bestätigt aber auch, dass mehrere Personen unberechtigt auf das Betriebsgebäude eingedrungen wären und sich auf eine Kohleförderanlage des Großkraftwerks begeben hätten. Es wären zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei vor Ort. 

Mannheim: Klimaschützer legen Großkraftwerk lahm – Polizei und Feuerwehr vor Ort

Vor dem Großkraftwerk in Mannheim und auf dem Betriebsgelände des Kohlekraftwerks protestieren Aktivisten seit dem frühen Samstagmorgen gegen den CO2-Ausstoß der Anlage. „Die Demonstranten blockieren das Hauptzufahrtstor. Außerdem hält sich ein Teil von ihnen auf dem Gelände des Kraftwerks auf“, sagt ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Einige der Protestierenden befänden sich auf dem Kohleförderband des Großkraftwerks in Mannheim, andere mit Bannern und Schildern vor dem Eingang. Organisiert wird der Protest vom Aktionsbündnis „Ende Gelände“, wie dieses am Morgen mitteilte. 

Seit dem frühen Samstagmorgen haben die Klimaschützer das Kohlekraftwerk besetzt. 

Die Organisatoren sprechen von rund 100 teilnehmenden Klima-Aktivisten im und vor der Großkraftwerk Mannheim. Die Polizei von 30 bis 40. Eine Gefährdung der Protestierenden sei nicht auszuschließen, sagt der Polizeisprecher. Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst seien vor Ort. Die Protestaktion der Klima-Aktivisten habe gegen 5:30 Uhr begonnen. 

Mannheim: Klimaschützer besetzen Großkraftwerk – was fordern sie? 

Ob und inwieweit der Betrieb des Kraftwerks in Mannheim eingeschränkt ist, bleibt zunächst unklar. Umweltschützer hatten in der Vergangenheit immer wieder den Betrieb des gigantischen Meilers kritisiert und das Großkraftwerk als „Klimakiller“ bezeichnet - und vergeblich dagegen geklagt. 

Seit dem frühen Samstagmorgen protestieren die Klimaschützer auf dem Gelände des Großkraftwerks Mannheim. 

Auf Twitter fordern die Klimaschützer von Ende Gelände Südwest, dass Großkraftwerk Mannheim „endlich“ stillzulegen. Außerdem prangern sie die Geschlechter-Ungerechtigkeit an. 

Mannheim: Protest vor Kraftwerk – wer sind die Betreiber des Kohlekraftwerks? 

Betreiber des Großkraftwerks in Mannheim sind die drei Energiekonzerne RWE (Essen), EnBW (Karlsruhe) und MVV (Mannheim). 2015 ging der 1,2 Milliarden teure Block 9 ans Netz. Er hat eine Leistung von knapp 2.150 Megawatt.

dpa/kp

Quelle: Mannheim24

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