Zunehmender Wasserstand

Rheinpegel steigt wieder – Entwarnung für Schifffahrt?

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Schifffahrt auf dem Rhein wieder möglich.

Mannheim/Ludwigshafen - Nach dem langen ‚Hitze- und Dürresommer‘ regnet es seit ein paar Tagen (endlich) wieder. Der Wasserstand steigt. Was das für die Schifffahrt auf dem Rhein bedeutet: 

Umfangreiche Niederschlag, steigender Pegel – ist für die Schifffahrt auf dem Rhein jetzt wieder alles gut?

Nach einem gefühlten halben Jahr hat es in den vergangenen Tagen (endlich) mal wieder etwas ausgiebiger geregnet. Nach monatelangem Niedrigwasser von teilweise unter einem Meter am Rhein steigen die Pegel in den Flüssen wieder. 

Aktuell (5.12., 11 Uhr) hat der Rhein einen Wasserstand von 2,51 Meter und führt damit fast eineinhalb Meter Wasser mehr als noch vor zwei Tagen. Auch der Neckarpegel in Heidelberg liegt mit 2,27 Meter höher als in den vergangenen Monaten. 

Schiffe können wieder fahren – Prognose schwierig 

Durch die gestiegenen Pegelstände (auf der gesamten Länge führt der Rhein jetzt zwischen 1,20 Meter und 1,60 Meter mehr Wasser) können die Schiffe wieder mehr laden, erklärt Jörn Heilmann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mannheim.  

Nachdem Unternehmen ihre Transporte wegen des Niedrigwassers vom Schiff auf Schiene oder Straße verlegt haben, versuchen viele Firmen jetzt wieder Schiffe zu buchen, da der Transport auf Wasserstraßen günstiger als mit Lkw oder Zug ist, so Heilmann.  

Es sind wieder verstärkt Aufträge auf dem Markt“, bestätigt Hartmut Hofmann von der Reederei Niederländische Partikuliere Rheinfahrt Centrale in Mannheim. Eine Erholung für die Schifffahrt sei dennoch nicht in Sicht.

Transportschiffe können jetzt wieder bis zu drei Viertel voll geladen werden“, sagt Heilmann, nachdem wegen des niedrigen Wasserstands oft nur ein Viertel der Schiffskapazität als Maximalladung möglich war. Dennoch könne man noch nicht Entwarnung geben.

Laut Prognose der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ BW) wird der Rheinpegel am Wochenende wohl wieder unter zwei Meter sinken. Dementsprechend müssten die Reedereien bei der Beladung auch planen, sagt Heilmann. Schließlich dauert beispielsweise eine Schifffahrt von Rotterdam nach Mannheim drei Tage. 

Die weitere Entwicklung für die Schifffahrt lässt sich derzeit noch schlecht vorhersagen“, so Heilmann. „Wichtig ist es, dass es auch in den Alpen weiter regnet und sich die Talsperren und Stauseen dort wieder mit Wasser füllen.“ So könnte wieder regelmäßiger bei Bedarf Wasser abgelassen werden, um die Flusspegel auf einem höheren Niveau zu halten.

Auch noch keine Entspannung bei der BASF 

Die leichte Besserung der Niedrigwasserlage des Rheins hat beim Chemieriesen BASF noch nicht zu einer völligen Entspannung der Situation geführt. 

Es wird einige Zeit dauern, bis sich Logistik, Rohstoffversorgung, Lagerbestände und Produktion am Standort Ludwigshafen wieder normalisiert haben“, sagt ein Sprecher des Unternehmens. Die Normalisierung hänge „unter anderem von der langfristigen Erholung der Pegelstände ab“. 

Im gegenwärtigen Niedrigwasser der bedeutendsten Wasserstraße Europas können Schiffe nicht mehr voll laden, BASF bekommt damit nicht mehr alle Rohstoffe. Zuletzt hatte Regen die Pegelstände wieder steigen lassen. Für eine völlige Entspannung der Niedrigwasserlage wären Experten zufolge allerdings mehrmonatige und flächendeckende Niederschläge nötig. 

BASF-Chef Martin Brudermüller hatte zuletzt angeregt, künftig Niedrigwasser des Rheins mit neuen Staustufen zu verhindern. Dies stieß bei Experten und Naturschützern aber auf Skepsis. Bislang ist der Rhein im Süden bis zum baden-württembergischen Iffezheim mit Staustufen geregelt.

rmx/dpa

Quelle: Mannheim24

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