Niedrige Erwartungen

Bilfinger-Krise: „2016 wird ein Übergangsjahr“

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Mannheim - Der angeschlagene Bau- und Industriedienstleister Bilfinger rechnet nach einem Rekordverlust 2015 auch mit einem schwierigen Jahr 2016.  Im Raums steht sogar der Verkauf wichtiger Unternehmensteile.

Rund eine halbe Milliarde Euro Miese hieß es am Ende des Geschäftsjahres 2015 für den kriselnden Bau- und Industriedienstleister Bilfinger – Rekordverlust! Die Folge: Der Konzern strich die Dividende, woraufhin die Bilfinger-Aktie einbrach.

Deswegen seien auch die Erwartungen für 2016 „verhalten“, wie der MDax-Konzern mitteilte. Trotz eines erwarteten leichten Wachstums im Baugeschäft und bei Gebäudediensten dürfte die Leistung im laufenden Jahr deutlich sinken, hieß es.

Klar ist: 2016 wird ein Übergangsjahr“, schrieb Konzernchef Per Utnegaard im Geschäftsbericht. Der Norweger hatte nach seinem Amtsantritt Mitte 2015 den Konzern mit seinen knapp 60.000 Mitarbeitern umgekrempelt und das Kraftwerksgeschäft zum Verkauf gestellt. Hohe Abschreibungen in diesem Geschäft und Kosten für den Konzernumbau sorgten 2015 für einen Verlust von 489 Millionen Euro.

Gibt es eine Zukunft für Bilfinger?

Erst im Januar gab das Unternehmen bekannt, für zentrale Teile der Dienstleistungsaparte - gemeint ist das Geschäft mit Immobilien und Gebäudemanagment - Kaufangebote erhalten zu haben, die ergebnisoffen geprüft werden. Rund 22.000 Beschäftigte und somit fast jeder dritte Bilfinger-Mitarbeiter wäre damit von einem Verkauf betroffen. Doch ob es tatsächlich so weit kommt, ließ Konzernchef Utnegaard bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Mannheim offen.

Die Sparte mit einer Leistung von rund 2,4 Milliarden Euro galt bisher als ein tragender Pfeiler der Zwei-Säulen-Strategie, die Utnegaard erst im vergangenen Herbst angekündigt hatte. Ein Verkauf käme laut Analysten einer Zerschlagung des Unternehmens gleich. Bilfinger ist bereits dabei, das Kraftwerksgeschäft mit einer Leistung von mehr als einer Milliarde Euro aus seiner Industriesparte zu veräußern. 

Utneegard betonte, dass ein Verkauf genau geprüft werden müsse. „Wir machen hier wirklich unsere Hausaufgaben gut.“ Der Bilfinger-Chef wolle eine Entscheidung treffen, die im besten Interesse für das Unternehmen sei, und werde sich dafür „noch ein paar Wochen“ Zeit nehmen.

dpa/rob

Quelle: Mannheim24

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