Zwangsprostitution von Thailänderinnen

Bundesweite Razzia im Rotlichtmilieu!

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Bundesweite Razzia gegen Organisierte Kriminalität

Mannheim - Hunderte Thailänderinnen sollen als Prostituierte ausgebeutet worden sein: Die Bundespolizei geht bundesweit gegen ihre mutmaßlichen Peiniger vor – auch in Mannheim und Speyer! 

+++ Update (10:22 Uhr):

In einem Rastatter Bordell nimmt die Polizei sechs Prostituierte vorläufig fest. Zudem kann sie eine Frau, die per Haftbefehl gesucht worden sei, dingfest machen. Sie soll zu einer Bande gehören, die bundesweit Thailänderinnen zur Prostitution gezwungen haben soll, so eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Stuttgart.

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Mit einer bundesweiten Razzia im Rotlichtmilieu geht die Bundespolizei gegen die Zwangsprostitution von Thailänderinnen vor. 

Im Südwesten werden am Morgen neun Objekte durchsucht. Unter anderem auch in Mannheim! Außerdem in Karlsruhe, Speyer, Bruchsal, Pforzheim, Rastatt und Offenburg. 

Die Frauen und Transsexuellen – wohl hunderte – sollen mit gefälschten Visa nach Deutschland geschleust worden sein, um anzuschaffen. 

Von Bordell zu Bordell

Das eingenommene Geld müssen die Opfer an ihre Peiniger abgeben, wie eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Stuttgart am Mittwoch (18. April) sagt. 

17 Hauptbeschuldigte stünden bundesweit im Fokus. Es gibt bereits Festnahmen. Die Prostituierten sollen von Bordell zu Bordell gereicht worden sein. Wie alt sie sind, will die Sprecherin zunächst nicht sagen. 

1500 Beamte im Einsatz

Bundesweit werden seit dem Morgen Privatwohnungen und Bordelle durchsucht – mehr als 60 sollen es sein, etwa 1500 Beamte der Bundespolizei seien im Einsatz, sagte die Sprecherin. 

Das Verfahren liege bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main. Es handele sich um die größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme seit Bestehen der Bundespolizei, teilten mehrere Direktionen mit. 

„Die Frauen und Transsexuellen aus Thailand wurden wie im Rotationsbetrieb von Bordell zu Bordell weitergereicht", sagt die Sprecherin in Rastatt. „Sie wurden zwangsprostituiert und mit erschlichenen Visa nach Deutschland eingeschleust." 

Einnahmen im Millionenbereich

Zwischen 16.000 und 30.000 Euro hätten sie dafür bezahlt. „Das mussten die Damen dann abarbeiten."  Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtigen damit Einnahmen in siebenstelliger Höhe erzielten. Sie sollen in einem Netzwerk zusammengearbeitet haben und deutscher und thailändischer Nationalität sein. 

Den Verdächtigen werden unter anderem Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Ausbeutung von Prostituierten vorgeworfen, sagt ein Sprecher der Bundespolizei in Siegen.

Kopf aus Thailand 

Nach Angaben der Bundespolizei in Siegen in Nordrhein-Westfalen werden zahlreiche Haftbefehle vollstreckt und eine Reihe von Menschen festgenommen. Hauptbeschuldigte ist nach Angaben der Bundespolizei eine 59 Jahre alte Frau aus Thailand, die in Siegen wohnt und dort verhaftet wurde.

Allein in Siegen seien zwei Haftbefehle vollstreckt und acht Menschen vorläufig festgenommen worden. „Aber es werden noch mehr werden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei an diesem Einsatzort. Ob es auch schon Festnahmen in Baden-Württemberg gibt, ist zunächst unklar.

dpa/gs

Quelle: Mannheim24

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