Inzidenz bei über 60

Corona in Mannheim: Wird die Ausgangssperre wieder eingeführt? Gesundheitsamt mit Einschätzung

Mannheim - Das bange Blicken auf die 7-Tage-Inzidenz geht auch in der Quadratestadt weiter. Der Wert steigt unaufhörlich. Folgen jetzt nächtlichen Ausgangssperren – die Stadt nimmt Stellung.

  • Coronavirus in Mannheim: Seit 11. Januar 2021 gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung.
  • Seit Beginn der Pandemie haben sich in Mannheim bislang 10.701 (+20) Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 255 Menschen sind an oder mit Covid-19 gestorben. (Stand: 27. Februar, 16:00 Uhr)
  • In der Quadratestadt gibt es gegenwärtig 491 akute Infektionsfälle (Stand: 27. Februar, 16:00 Uhr).
  • Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 62,1 (-5,8) (Stand: 27. Februar, 16:00 Uhr)

Update vom 27. Februar, 10 Uhr: In Mannheim ist die Corona-Inzidenz innerhalb der letzten Tage wieder angestiegen. Am Freitagnachmittag lag der Wert bei 67,9. Die Sorge in der Bevölkerung vor einer erneuten Einführung der nächtlichen Ausgangssperre ist groß. Jetzt gibt der Chef des Mannheimer Gesundheitsamts, Peter Schäfer, im Interview mit dem Mannheimer Morgen Entwarnung: Demnach sei aktuell keine Ausgangssperre nötig – allerdings müsse man die Situation täglich neu bewerten. Schäfer gehe außerdem nicht davon aus, dass der erneute Anstieg der Corona-Zahlen in Mannheim mit der Aufhebung der Ausgangssperre zusammenhänge. Der Gesundheitsamts-Chef spricht im Interview mit der Zeitung eher von einem „bundesweiten Trend“.

Corona in Mannheim: Inzidenz steigt heftig – Comeback der Ausgangsperre?

Update vom 26. Februar, 20:10 Uhr: 53 weitere Fälle an nur einem Tag. Damit hat Mannheim 484 akute Corona-Fälle und davon 96 Infektionen mit Virusvarianten. Der Trend ist alarmierend: Im Vergleich zum Vortag springt der Wert der 7-Tages-Indizenz um knapp 7 Punkte auf 67,9. Der Erlass des Sozialministeriums Baden-Württemberg sieht bei Inzidenzen über 50 eigentlich weitere Beschränkungen vor. Bedeutet das, die Menschen in der Quadratestadt müssen sich wieder auf nächtliche Ausgangssperren einstellen? Nein, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. „Die Stadt Mannheim hat keine nächtliche Ausgangsbeschränkung für das Stadtgebiet verfügt“.

Als Grund hierfür gibt die Stadt eine Besonderheit beim Mannheimer Infektionsgeschehen an: „Die Infektionslage war in den letzten Tage stark von Clustern geprägt worden, die vom Gesundheitsamt noch als nachverfolgbar eingeordnet werden konnten“. Somit bleibt die Lage zunächst noch übersichtlich. Dennoch wissen die Behörden, dass die Situation schnell wieder außer Kontrolle geraten kann. Daher hält man sich ein Hintertürchen für etwaige Ausgangssperren offen. „Diese Einschätzung wird täglich überprüft“, heißt es abschließend. Sollte sich der gegenwärtige Trend fortsetzen oder gar verschärfen, ist wahrscheinlich auch mit erneuten nächtlichen Ausgangssperren zu rechnen.

Corona in Mannheim: Inzidenz steigt erneut – Experte hat einen Verdacht

Update vom 25. Februar, 22:25 Uhr: Dem Gesundheitsamt sind bis heute Nachmittag (25. Februar, 16 Uhr) 32 weitere Fälle einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion gemeldet worden. Die Zahl der bestätigten Fälle in Mannheim erhöht sich auf insgesamt 10.628. Damit steigt auch die 7-Tages-Inzidenz weiter an und steht am Nachmittag bereits bei über 60.

Bereits seit dem Wochenende hat es einen allmählichen Anstieg des Inzidenz-Wertes gegeben. Ziel der Bundes- und Landesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken. Ein Abwärtstrend, wie in den Wochen zuvor, ist gegenwärtig nicht zu erkennen.

Derzeit wird viel darüber spekuliert, welchen Einfluss die neuen Corona-Mutanten auf das Infektionsgeschehen haben. Für den Experten Professor Timo Ulrichs von der Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin sieht auch andere Gründe für allgemein steigende Fallzahlen: Allem voran die sich einschleichenden Nachlässigkeiten bei den Hygiene-Maßnahmen, wie Kontakte beschränken oder Abstände einhalten, stellen ein Problem dar, sagt dem Epidemiologe im n-tv-Interview.

Corona in Mannheim: „Jetzt nicht schlappmachen zum Schluss“

Update vom 24. Februar, 18:40 Uhr:Die Inzidenz ist die einzige handfeste Zahl, die wir haben“, so Winfried Kretschmann gegenüber der „Heilbronner Stimme“. Baden-Württembergs Ministerpräsident erinnert daran, dass die Gesundheitsämter nur bei 50 Infektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in der Lage seien, die Kontakte nachzuverfolgen. Der Grünen-Politiker zeigt zudem Verständnis dafür, dass der Lockdown den Menschen „auf den Zeiger“ geht. Allerdings sei dem Virus egal, „wie wir uns fühlen“. Kretschmann appelliert an die Menschen, sich weiter diszipliniert an die Corona-Regeln zu halten: „Jetzt nicht schlappmachen zum Schluss.“

Vor allem in Mannheim steigt der Inzidenz-Wert seit Tagen wieder konstant an. Die Inzidenz-Zielmarke, die neue Lockerungen verspricht, ist beim letzten Bund-Länder-Treffen von 50 auf 35 gesenkt worden. Somit scheinen flächendeckende Lockerungen, insbesondere für den Einzelhandel, in weite Ferne zu rücken. (mit dpa)

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl309.370 (Stand: 2019)
OberbürgermeisterPeter Kurz (SPD)

Corona in Mannheim: Stadt appelliert an Firmen, Schnelltests anzubieten

Update vom 24. Februar, 14:41 Uhr: Wichtiges virtuelles Treffen von Vertretern der Mannheimer Stadtverwaltung, der IHK Rhein-Neckar, der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, des Arbeitgeberverbands Südwestmetall und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Mittwochvormittag. Das Thema: Eine kommunale Teststrategie für Unternehmen und Wirtschaft in Mannheim.

Mannheims OB Peter Kurz (SPD) hofft, dass viele Firmen ihren Mitarbeitern Schnelltest anbieten.

Wie Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (58, SPD) angesichts der im Vergleich zum Jahresbeginn geringeren Zahl an Neuinfektionen versichert, wolle man „Öffnungsschritte gehen“. Gleichzeitig beobachte man jedoch vermehrt „Ausbrüche im betrieblichen Kontext“, obwohl die meisten Firmen auf Einhaltung der Hygieneregeln achten.

Corona in Mannheim: Stadt bietet Firmen Schulungen für Schnelltest an

Daher kommt OB Kurz zu dem Schluss: „Gezielte Schnelltests könnten neben der konsequenten Anwendung von medizinischen Schutzmasken einen wichtigen Beitrag leisten, um Beschäftigte in Bereichen, in denen die sogenannten AHA-Regeln nicht eingehalten werden können oder wo es eine hohe Anzahl an Kontakten gibt, besser zu schützen.“ Schließlich gelte es, auch die Leistungsfähigkeit der Mannheimer Firmen zu schützen.

Heißt: Die Wirtschaftsförderung unterstützt die Unternehmen bei ihrer Initiative beim Thema Schulungen, damit diese selbst vor Ort die freiwilligen Selbsttests bei den Angestellten durchführen können. Es sollten möglichst einfache Tests, die auch kleine Betriebe umsetzen und sich leisten können. Auch der Besuch von Test-Zentren sei denkbar. 

Corona in Mannheim: Werden strenge Kontakt-Beschränkungen auch gelockert?

Update vom 23. Februar, 20:15 Uhr: Seit Tagen liegt die 7-Tage-Inzidenz über dem kritischen Wert von 50. Dennoch hat zuletzt ein Sprecher der Stadt auf Anfrage von MANNHEIM24 einen „Automatismus“ für das Erlassen erneuter Ausgangsbeschränkung ausgeschlossen. Im Klartext bedeutet das: So schnell kommen die nächtlichen Ausgangssperren in Mannheim nicht wieder, die Lage müsse sich auch hinsichtlich anderer Faktoren zuspitzen. Hier bereiten vor allem die gefährlichen Corona-Mutanten den Behörden in Mannheim Sorgen.

Dessen ungeachtet stellt sich die Frage, ob nach der Rücknahme der Ausgangsbeschränkung auch eine Lockerung bei der in Baden-Württemberg besonders strengen Kontaktbeschränkung in Aussicht steht. Und ja, genau hierzu hat sich heute Regierungschef Winfried Kretschmann geäußert:

Ich könnte mir vorstellen, dass wir wieder auf zwei Haushalte kommen.“ Allerdings müsse für eine Lockerung die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter 50 liegen, sagt der Ministerpräsident. Leider sieht es genau danach in Mannheim derzeit nicht aus. Wie gewohnt hat auch am heutigen Dienstag das Gesundheitsamt neue Zahlen veröffentlicht: Die 7-Tage-Inzidenz steigt um 2,6 Punkte auf einen Wert von 54,1.   

Corona in Mannheim: Wenigste Neuinfektionen an einem Tag seit Wochen

Update vom 23. Februar, 8:45 Uhr: In Mannheim sind nur drei Neuinfektionen registriert worden, so dass die Gesamtzahl seit Pandemie-Beginn leicht auf 10.553 steigt. Im gleichen Zeitraum sind 254 Menschen an oder mit Corona gestorben – ein Todesfall mehr als am Vortag. Die beispielsweise für die Verhängung der nächtlichen Ausgangssperre entscheidende 7-Tage-Inzidenz sinkt auf 51,5 (-1,6) und nähert sich somit der wichtigen 50er Marke.

Mannheim: Frühlingshaftes Wetter sorgt für Corona-Verstöße – die Bilanz der Polizei 

Bei schönstem Wetter hat es in Mannheim am Samstag und Sonntag (20./21. Februar) die Menschen scharenweise nach draußen gezogen. In öffentlichen Parkanlagen sowie auf Wanderwegen, Spiel- und Bolzplätzen, Uferanlagen an Rhein/Neckar und in Naherholungsgebieten kann die Polizei Mannheim ein sehr hohes Besucheraufkommen feststellen. Erwartungsgemäß kommen sich Menschen in diesem Fall zu nah. Nach Angaben der Polizei werden die geltenden Corona-Bestimmungen aber weitestgehend eingehalten. In einigen Fällen müssen die Beamten in der Quadratestadt jedoch durchgreifen:

Corona in Mannheim: Zugang zum Herzogenriedpark vorzeitig geschlossen

Gegen 13:45 Uhr werden am Samstag keine weiteren Gäste in den Herzogenriedpark eingelassen, weil die maximale Besuchergrenze schnell erreicht wird. Am Samstagnachmittag wird im Bereich des Alten Messplatzes eine Gruppe von ca. 50 Personen beobachtet, die weder die Abstandsregelung einhalten, noch eine Maske tragen. Über eine Lautsprecherdurchsage kann die Polizei Mannheimdie Situation schnell verbessern“.

Auch am Sonntag lockt strahlender Sonnschein die Menschen mit besten Bedingungen für einen Spaziergang ins Freie an die frische Luft. Die maximale Besuchergrenze ist im Herzogenriedpark diesmal bereits gegen 12 Uhr erreicht. Die Parkverwaltung macht daraufhin die Eingänge dicht. Damit sich keine weiteren Besucherinnen und Besucher auf den Weg zum Park machen, wird die Parkschließung auch im Radio bekanntgegeben. Die Innenstadt in Mannheim ist ebenfalls durchgängig stark frequentiert.

Die Polizei wurde aber nicht müde, auf die notwendigen Mindestabstände hinzuweisen und appellierte mit viel Fingerspitzengefühl an das Verantwortungsbewusstsein und die notwendige Solidarität beim Genießen der wärmenden Sonne in Zeiten der Pandemie“, heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Mannheim. Das scheint auch nötig, zumal die 7-Tages-Inzidenz über das Wochenende den Wert von 50 wieder überschritten hat. Tritt in Mannheim daher die nächtliche Ausgangssperre wieder in Kraft?

Corona in Mannheim: Strandbad, Waldpark, Hafenpromenade – die Polizei hat viel zu tun

In der Mannheimer Neckarstadt muss ein Bolzplatz in der Nähe des Neuen Messplatzes vorsorglich geschlossen werden. Dort haben knapp 40 junge Leute Fußball gespielt. Beim Anblick der Polizei sollen sie schnell davongelaufen sein.

Am Strandbad, im Waldpark und an der Rheinpromenade in Mannheim-Neckarau genießen teilweise bis zu 1.000 Personen die frühlingshaften Temperaturen. Auch gut besucht sind die Hafenpromenade in Mannheim-Jungbusch. Hier werden in der Spitze ca. 800 Personen festgestellt.

Das sonnige Wetter im Februar lädt zum Flanieren in Mannheim (Symbolbild).

Auch an der Wasserturmanlage Mannheim befinden sich zeitweise bis zu 300 Personen. Wie die Polizei berichtet, können auch hier durch gezieltes Ansprechen und offene Präsenz mit vielen Fußstreifen Verstöße gegen die CoronaVO überwiegend unterbunden werden. Teilweise soll es aber auch erforderlich gewesen sein, dass Personalien festgestellt werden, um Bußgeldanzeigen fertigen zu können. (pol/esk)

Rubriklistenbild: © dpa/Uwe Anspach

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