Mitarbeiter bangen um Arbeitsplätze

Investor bricht Verhandlungen mit GE ab!

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Die Verhandlungen von GE mit einem schweizer Investor laufen ins Leere.

Mannheim – Düstere Aussichten für die rund 1.000 Mitarbeiter, die bei General Electric in Käfertal um ihren Arbeitsplatz bangen. Jetzt hat ein wichtiger Investor abgesagt:

Die Vorgespräche zur Übernahme seien vielversprechend gewesen, teilt die Unternehmensgruppe Rasenberger Toschek am Donnerstag mit. Der Grund: General Electric (GE) fordert überraschend, dass für weitere Verhandlungen keine Gespräche zwischen Arbeitnehmer- und Investorenseite mehr stattfinden sollen.

Dies laufe dem Grundverständnis der schweizer Unternehmensgruppe grundlegend entgegen. Man könne nur durch Einbeziehung aller Beteiligten zu einer tragfähigen Lösung kommen. Versuche, GE von einer anderen Vorgehensweise zu überzeugen seien leider gescheitert.

Überraschender Abbruch

Dieser Abbruch der Verhandlungen kommt sehr überraschend. Seit Juli 2016 hatte GRANTIRO als für die Investition verantwortliche Projektgruppe mit der deutschen General Electric Geschäftsleitung Gespräche geführt. Auch auf Empfehlung des GE Power-Vorstandes hin, seien „intensive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geführt" worden.

Erst am Mittwoch hatte Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz den Konzernvorstand ermahnt, bei der Suche nach neuen Investoren alle Möglichkeiten zu prüfen (WIR BERICHTETEN).

Scharfe Kritik von Bundesregierung

Die Bundesregierung wirft dem US-Elektro-Konzern indes vor, mit immer neuen Vorbedingungen eine Sicherung des Standortes Mannheim zu gefährden

In einer ungewöhnlich scharfen Stellungnahme missbilligt Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) am Donnerstag das Agieren des Konzerns. Dieser habe dem Wirtschaftsministerium zugesagt, das Angebot eines Investors ernsthaft und lösungsorientiert zu prüfen. „Diese Verabredung hat GE gebrochen", sagte Machnig. Der Konzern verteibe so mögliche Investoren und nehme die Konsequenzen für die Arbeitnehmer billigend in Kauf.

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Hintergrund

GE hatte das Werk im November 2015 vom französischen Konkurrenten Alstom übernommen. Die Folge: In ganz Deutschland sollen insgesamt 1.700 Stellen wegfallen, rund 1.000 davon in Mannheim, vor allem in der Turbinenfertigung.

Nach Angaben des Betriebsrats will das Management den gesamten Standort in Mannheim aufgeben. Die übrigen rund 600 Stellen sollen demnach verlagert werden. Der GE-Sprecher hingegen sagte, er könne einen solchen Plan nicht bestätigen. Der Betriebsrat drängt darauf, dass eine Investorengruppe die von der Schließung bedrohten Betriebsteile übernehmen kann.

Das GE-Management hatte das bisher abgelehnt. Management und Betriebsrat konnten sich bisher nicht auf Eckpunkte für einen Interessenausgleich und Sozialplan einigen und rechnen damit, dass die Angelegenheit vor dem Arbeitsgericht landet. Der Betriebsrat hatte sie beantragt, weil er sich von GE unzureichend über die Pläne informiert und eingebunden fühlte.

Mehr zum Thema:

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sag

Quelle: Mannheim24

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