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Klimaneutral bis 2030: Mannheim und Heidelberg auf gemeinsamem Weg

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Von: Marten Kopf

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Mannheim und Heidelberg werden EU-Modellstädte beim Klimaschutz. Die beiden Städte wollen den Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2030 nun gemeinsam beschreiten.

„Die Europäische Union hat mit Mannheim und Heidelberg zwei Nachbarstädte zu Modellstädten für Klimaneutralität ausgewählt – das ist ein starkes Signal für unsere Region“. Diese Worte des Heidelberger Oberbürgermeisters Eckart Würzner vom Mittwoch (11. Mai) sind die Reaktion auf eine Entscheidung der EU von Ende April, die beiden Gemeinden für ein Vorreiterprojekt auszuwählen.

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EU-Modellstädte Mannheim und Heidelberg: Klimanautral bis 2030

Beide Städte hatten sich Ende Januar für das Projekt „100 klimaneutrale Städte bis 2030“ beworben. Für ihre Mission „Klimaneutrale und smarte Städte“ stellt die EU insgesamt 117 Millionen Euro zur Verfügung – das Geld soll für konkrete Klimaschutz-Maßnahmen eingesetzt werden. Wie die aussehen könnten, erklären Würzner und sein Mannheimer Kollege Peter Kurz nun am Mittwoch.

Umweltfreundliche Wärme- und Stromversorgung und nachhaltige Mobilität etwa gehörten aus beider Sicht zu den wichtigsten Hebeln auf dem Weg zur Klimaneutralität. Diese herrsche, wenn keine klimaschädlichen Gase mehr ausgestoßen würden, die nicht gebunden werden könnten. Bei den Themen Fernwärmeversorgung, dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Einrichtung von Radschnellwegen arbeiten die Städte bereits jetzt eng zusammen.

Klimaneutral bis 2030: 360 Millionen Euro bis 2023

Klimaschutz sei eine Gemeinschaftsaufgabe, sagt Würzner. Auch die Themen Geothermie und Bau von Flusswärmepumpen entlang des Neckars und am Rhein sind aus Sicht der Stadtoberhäupter gemeinsame Zukunftsthemen. Heidelberg hat mit dem Energiespeicher, einer überdimensionalen Thermoskanne für die Wärmespeicherung auf Vorrat, und mit der weltgrößten Passivhaussiedlung Neuland betreten.

Das EU-Projekt soll mit 360 Millionen Euro bis 2023 finanziert werden. Die Städte sollen beispielsweise in saubere Transportmöglichkeiten, Energieeffizienz und Grünflächen investieren und können dafür Forschungsmittel und Beratung erhalten.

EU-Modellstädte zur Klimaneutralität: 9 deutsche Kommunen ausgewählt

Um die EU-Mittel beworben hatte sich aus Baden-Württemberg auch Konstanz, das aber nicht zum Zuge kam. Aus ganz Deutschland waren 9 von 30 Kommunen mit ihrer Bewerbung erfolgreich, darunter Frankfurt am Main, Dortmund und München. Ende April war verkündet worden, dass sowohl die Bewerbung Mannheims zur Klimaneutralität als auch die Bewerbung Heidelbergs erfolgreich waren.

Die Kampagne der Europäischen Kommission trägt auch der Tatsache Rechnung, dass 75 Prozent der EU-Bürger in Städten wohnen und ihr Anteil bis zum Jahr 2050 bei knapp 85 Prozent liegen wird. Städte nehmen nach Angaben der EU-Kommission zwar nur ungefähr 3 Prozent Landfläche der Erde ein, produzieren aber mehr als 70 Prozent der Treibhausgasemissionen.

Modellstädte Mannheim und Heidelberg: „Künftig noch stärker kooperieren“

Mannheim und Heidelberg seien schon lange in internationalen Städtenetzwerken aktiv, um den Klimaschutz voranzutreiben, so Eckart Würzner, die Städte könnten eine Schlüsselrolle übernehmen. „Zusammen werden wir alle Hebel in Bewegung setzen, um uns dem sehr ambitionierten Ziel der Klimaneutralität bis 2030 mit großen Schritten zu nähern, und werden daher künftig noch stärker kooperieren.“

Und Peter Kurz ergänzt: „Besonders wichtig ist uns beiden die Zusammenarbeit der verschiedenen Ebenen Europa, Bund und Kommune. Hier ist natürlich die Verbindung von zwei starken, international vernetzten Städten ein Vorteil, aber auch aus der gegensätzlichen Struktur werden sich Schlüsse ziehen lassen, die im Kampf gegen den Klimawandel unabdingbar sind.“ (mko/dpa/PM)

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