Brisantes Foto aufgetaucht

„Hitlergruß“-Skandal: Geschäftsführer von MVV-Tochter gefeuert

MVV stellt Geschäftsführer von Tochter-Firma frei (Archivbild).
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MVV stellt Geschäftsführer von Tochter-Firma frei (Archivbild).

Mannheim/Heidelberg - Rechte Umtriebe bei der Burschenschaft Normannia sorgen weiter für Wirbel. Jetzt kündigt die MVV dem Chef einer Tochtergesellschaft - wegen eines Fotos:

In den vergangenen Tagen war es nach dem mutmaßlich antisemitischen Übergriff auf einen 25-Jährigen ruhig geworden um die Burschenschaft Normannia am Heidelberger Schlossberg. Doch jetzt erschüttert ein neuer Skandal die Region, der den Chef einer Tochtergesellschaft des Mannheimer Energieversorgers MVV seinen Job gekostet hat. Der Auslöser: ein Foto, auf dem ein Burschenschafter den „Hitlergruß“ zeigt. Neben ihm sitzt der Geschäftsführer einer MVV-Tochter und hebt ebenfalls den rechten Arm - in der Hand einen Bierkrug. Das Zeigen des „Hitlergruß“ gilt in Deutschland als Straftat.

Mannheim: MVV stellt Geschäftsführer von Tochtergesellschaft frei

Auf Anfrage von MANNHEIM24 bestätigt ein MVV-Unternehmenssprecher, dass es sich bei dem Mann mit dem Bierkrug um den Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft handelt. Dieser sei „bis zur Klärung des Vorfalls freigestellt“ worden. Den Namen des Mitarbeiters will der Sprecher nicht nennen. Das Unternehmen dulde „keinerlei Nähe zu rechtsradikalen Positionen. MVV steht für Toleranz, Vielfalt und Gerechtigkeit, gleichzeitig für Null Toleranz gegenüber jeglicher Form von politischem Extremismus.“ Nur kurze Zeit später gibt das Unternehmen bekannt, dass der MVV nun die „endgültige Trennung“ vollzogen und dem Mitarbeiter gekündigt habe.

Veröffentlicht wurde das Foto am Freitag (2. Oktober) im Rahmen eines ausführliche Artikels („Im Normannen-Haus brennt noch Licht“) auf der Website „Indymedia“. Das Medien-Netzwerk deckt im Text nicht nur Namen der Abgebildeten auf, sondern auch deren Verbindungen in das rechte Milieu. So soll der Chef der MVV-Tochtergesellschaft „Alter Herr“ der Normannia sein und mehrfach Mitglieder der „Identitären Bewegung“ in das Haus gebracht haben.

Rechte Umtriebe in Heidelberger Burschenschaft Normannia

Als „Alte Herren“ werden die Mitglieder der Burschenschaft bezeichnet, die nicht mehr studieren. Wann das Foto aufgenommen wurde, ist noch unklar. Es soll im Haus der Normannia aufgenommen worden sein. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg versuche, den Mann zu identifizieren, der den Hitlergruß zeigt, heißt es. Laut „Indymedia“ handelt es sich bei dem Mann um einen Burschenschafter aus Köln. Zu den Alten Herren der Normannia zählt laut dem Medien-Netzwerk unter anderen auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Christian Wirth.

Gökay Akbulut, Bundestagsabgeordnete und migrationspolitische Sprecherin der Linken, begrüßt das schnelle Handeln der MVV. „In einer Stadt wie Mannheim, die kulturell-divers geprägt ist und in der viele verschiedene Nationen und Religionen gut zusammenleben, ist das ein wichtiges Signal des Energieversorgers MVV.“ Man dürfe nicht dulden, wenn sich rechte Burschenschaftler neben dem Hitlergruß fotografieren lassen. Mit Blick auf die rechtsgerichteten Vorgänge bei der Normannia fordert Akbulut konsequentere Verfolgung und Aufklärung seitens der Polizei und Justiz. „In der Normannia tümmelt sich seit Jahren rechtes Gedankengut, die Verbindungen zur AfD sind gut bekannt. Hier muss viel entschiedener und deutlicher Stellung bezogen werden.

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