Wehwehchen

Immer mehr unnötige Notrufe in der Region!

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Rettungsdienste geraten in die Bredouille. (Symbolbild)

Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen - Ein Rettungsdienst muss in Baden-Württemberg innerhalb von 15 Minuten am Ort des Geschehens sein. Eine Mammutaufgabe angesichts der vielen Notrufe:

Die Ärzte können dieses Gesetz leider nicht immer einhalten. Personalmangel und ein sprunghafter Anstieg von falschem Alarm sind die Hauptgründe dafür! Laut Leander Strate von der Johanniter-Unfall-Hilfe wird der Rettungsdienst „immer häufiger zu Notfällen gerufen, die medizinisch nicht als akut einzuschätzen sind“.

Notärzte müssen immer öfter als Notnagel herhalten, wenn Hausärzte oder ärztliche Notdienste nicht mehr funktionieren“, so Strate weiter. 

2015 wurden die Einsatzzeiten ausgeweitet und 25 neue Rettungsfahrzeuge dazu gekauft. Doch trotz der Aufstockung können die Fristen weiterhin nicht immer eingehalten werden. Auch Daniel Groß vom Arbeiter-Samariter-Bund beklagt sich in diesem Zusammenhang über die unverhältnismäßig vielen Notrufe.

Auch das Deutsche Rote Kreuz macht die gleichen Erfahrungen. „Die Einsätze in der Notfallrettung haben sich beim DRK in Baden-Württemberg in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 70 Prozent auf rund 803.000 Einsätze in 2015 erhöht“, so Udo Bangerter vom DRK in Stuttgart.

Außerdem haben Rettungsdienste große Probleme, geeignetes Fachpersonal für die Einsätze zu finden. Sanitäter seien besonders in Ballungszentren und stark ländlichen Gebieten rar. 

Trotzdem, dass die Rettungsdienste mit 4000 Rettungskräften, mehr als 900 Fahrzeugen, 250 Rettungswachen und 34 Leitstellen 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen, reicht das nicht aus. Der abgeschaffte Zivildienst mache sich sehr negativ bemerkbar. Etwa 20 Prozent des jüngeren Personals seien weggefallen.

Statistisch gesehen verletzen sich in Deutschland am Tag nur 100 Leute so schwer, dass ihr Leben ernsthaft bedroht ist und sie die medizinische Betreuung eines Rettungsdienstes brauchen.

Allerdings sind heute die Überlebenschancen deutlich besser als in den 1990er-Jahren: Damals überlebten nur rund 60 Prozent der Notruftätigenden. Heute sind es bereits 80 Prozent. Jedoch muss der Rettungsdienst dafür auch schnell genug eintreffen können!

dpa/hew

Quelle: Mannheim24

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