Weiterhin Verzögerungen im Fernverkehr

Nach Streik-Chaos an Hauptbahnhöfen: Nahverkehr rollt wieder!

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Mannheim/Heidelberg - Die Gewerkschaft EVG hat am Wochenende zu Warnstreiks im Zugverkehr aufgerufen. Am Montagmorgen bricht deshalb ein Chaos am Mannheimer Hauptbahnhof aus:

+++ UPDATE, 11. Dezember: Nahverkehr rollt wieder, Verzögerungen im Fernverkehr

Nach dem deutschlandweiten Warnstreik der EVG am Montagmorgen (10. Dezember) rollen die Züge am Tag darauf im Regional- und S-Bahnverkehr in Baden-Württemberg wieder planmäßig. Lediglich im Fernverkehr könne es laut Auskunft der Deutschen Bahn noch vereinzelt zu Ausfällen und Verzögerungen kommen. „Die Züge sind noch nicht da, wo sie sein sollen, das Personal auch nicht“, so ein Sprecher der DB. Im Laufe des Tages werde sich aber alles wieder einpendeln.

+++ UPDATE 13:52 Uhr:

Wie die Polizei am Montag mitteilt, schubst ein verärgerter Bahn-Reisender (41) eine Bahn-Beschäftigte und verletzt sie dadurch an Rücken und Gesicht. Zudem beleidigt er die 29-Jährige. Das Sicherheitspersonal der Bahn geht dazwischen. Die Frau will den Angaben zufolge selbstständig zum Arzt gehen.

Der Vorfall auf dem Bahnhofsvorplatz wäre ein Fall für einen Alarm durch die neue „intelligente Überwachung“ gewesen. Doch die algorithmenbasierte Software sei noch nicht so weit, sagt ein Polizeisprecher. Im Endausbau werde sie sich in einem solchen Fall melden und das Eingreifen der Beamten auslösen. Allerdings sei der Angriff auf die Frau von den herkömmlichen Kameras aufgezeichnet worden.

+++ UPDATE 10:24 Uhr: Laut MANNHEIM24-Informationen ist es zwischen Streikenden und einem Reisenden zu einem Streit in der Bahnhofshalle in Mannheim gekommen. Zuvor soll der Mann auf dem Vorplatz auf die Streikenden losgegangen sein. Im Bahnhof stellen ihn die Angestellten zur Rede, dabei kommt es zu einem Handgemenge! Der pöbelnde Pendler kann jedoch flüchten.

Reisender geht am Mannheimer Hauptbahnhof auf Streikende los.

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+++ UPDATE 9:10 Uhr: Auch wenn der Warnstreik offiziell beendet ist, müssen Zugreisende mit massiven Verspätungen rechnen! Das teilt die Deutsche Bahn auf Twitter mit:

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Wartende Pendler und unzufriedene Gesichter ist man an einem Montagmorgen schon gewohnt. Doch an diesem Tag (10. Dezember) ist die Stimmung am Mannheimer und Heidelberger Hauptbahnhof schlechter als sonst! Grund dafür ist ein Warnstreik, zu dem die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am Wochenende aufgerufen hat. 

Zwischen 5 und 9 Uhr legen etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn ihre Arbeit nieder. Auch danach ist mit Einschränkungen zu rechnen. Der Fernverkehr sei, laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn, komplett eingestellt!

Mannheim und Karlsruhe gehören zu den regionalen Schwerpunkten in Baden-Württemberg, weshalb die Auswirkungen besonders dort zu spüren sind. „Im badischen Bereich ist der Regionalverkehr momentan mehr oder weniger eingestellt,“ erklärt eine Sprecherin. 

Grund für den Warnstreik ist der Abbruch der Tarifverhandlungen am Samstag (8. Dezember). Die EVG fordert unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn für ihre Beschäftigten!

Bahn-Streik: Chaos in Mannheim und Heidelberg

Chaos in den Hauptbahnhöfen

Wir sprechen mit einigen Pendlern, die am Heidelberger Hauptbahnhof in der Schlange zum Info-Stand anstehen. Besonders hart trifft es ein 66-jähriges Paar aus Stralsund. Gudrun und Heinz-Werner, die wegen ihrer Enkel auf einer Feier über das Wochenende in Heidelberg waren: „Wir müssen für die 1.000 Kilometer jetzt sicher 100 mal umsteigen, wissen nicht, wann wir ankommen!

Auch vier Pendler, die auf dem Weg nach Stuttgart sind, sind erbost. Hannelore M.:„ Uns hat man in Weinheim in den Zug einsteigen lassen, um dann in Heidelberg einfach stehenzubleiben. Unverschämt ist das!“ Völlig überfordert stehen auch zwei Mädchen in der Menge herum: „Wir warten einfach und hoffen das Beste...“ 

Am Rande der Schlange läuft eine verzweifelte Frau entlang und fragt jeden, ob er nach Bruchsal muss und mit ihr ein Taxi teilt – ohne Erfolg. Einzelschicksale, die die EVG besonders hart abstraft. Auf der A5 staut es sich inzwischen ohne Ende! Und auch rund um Stuttgart herrscht das Verkehrschaos.

150 Leute sitzen in Mannheim fest

Ein ähnliches Bild ergibt sich im Mannheimer Hauptbahnhof. Rund 200 Pendler stehen hier in der Vorhalle und wissen nicht, wann es weitergeht. Erst kurz vor 9 Uhr ist die große Tafel angesprungen, die die Ankunftszeiten anzeigt. Diese hatte ab circa 7:30 Uhr gar keine Abfahrtszeiten angezeigt, war blank. 

Ab 8:45 Uhr stehen die ersten Verspätungen wieder ausgeschrieben – teilweise bis zu vier Stunden!

Die Kolleginnen Doreen R. (42) Jutta H. (63) warten bereits seit 7 Uhr, bis es weitergeht. Sie müssen nach Frankfurt und hatten gehofft, ihren gewohnten Anschlusszug von Mannheim um 7:32 Uhr nehmen zu können – ohne Erfolg. „Wir haben Verständnis für den Streik, hoffen jetzt aber natürlich, dass nach Beendigung um 9 Uhr wieder alles normal läuft und wir nach Frankfurt kommen“, so R..

Auch Frau Wagner hat „grundsätzlich Verständnis für den Streik der EGV.“ Die 55-Jährige muss einmal pro Woche beruflich nach Offenburg pendeln – nun hat es ausgerechnet den einen Tag erwischt, an dem Sie nicht in Mannheim arbeitet. „Wenn das Ganze früher kommuniziert worden wäre, hätte man direkt Zuhause bleiben und Homeoffice machen können. So wird der Arbeitgeber unnötigerweise geschädigt. Infos, wann und ob es überhaupt weitergeht, gibt es derzeit nicht.

dh/rob/kpo/dpa

Quelle: Mannheim24

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