Vorwurf der Tier-Verstümmelung 

PETA zeigt Luisenpark & Heidelberger Zoo an!

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Pelikane im Luisenpark.

Mannheim/Heidelberg – Es sind schwere Vorwürfe, die PETA gegen den Heidelberger Zoo und den Luisenpark erhebt. Werden Flamingos und weitere Vögel chirurgisch flugunfähig gemacht?

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, damit leitet die Tierschutzorganisation PETA am Mittwoch (8. November) ihre Pressemitteilung ein. 

Die Tierschützer wollen gegen insgesamt 20 Zoos und Tierparks vorgehen und werfen ihnen vor, eine „systematische Verstümmelung von Vögeln“ vorzunehmen. Auch der Heidelberger Zoo und der Luisenpark stehen im Verdacht.

Denn um den Flamingos, Pelikanen und Gänsen das Fliegen zu erschweren und gar unmöglich zu machen, werden die Tiere auf unterschiedlichen Methoden flugunfähig gemacht.

Beim sogenannten Flügelstutzen werden die Schwungfedern an einem oder beiden Flügeln gekürzt. Da die Federn wieder nachwachsen, muss diese Methode regelmäßig wiederholt werden. Für die Tiere bedeutet es wiederkehrenden Stress, wenn sie eingefangen werden“, erklärt PETA. Eine andere Methode sei ein chirurischer chirurgischer oder eine Laserbehandlung. „Auch eine Teilamputation am Flügelknochen („Kupieren“) wird teilweise vorgenommen“, warnt die Organisation.

Doch was ist dran an den Vorwürfen? 

Bei der Haltung von Tieren in Zoos oder Tierparks besteht generell eine Abwägung zwischen Tieren, die nicht in Freiheit leben, und dem Interesse, den Besucherinnen und Besuchern die Tierwelt näherzubringen. Die artgerechte Haltung von Tieren ist ein Thema, das der Luisenpark sehr ernst nimmt. Im Luisenpark werden keine Vögel durch chirurgische Eingriffe systematisch flugunfähig gemacht“, betont Joachim Költzsch, Luisenpark-Direktor am Donnerstag (9. November) auf Anfrage von MANNHEIM24.

Flamingos im Luisenpark.

Die bei uns gezeigten Vögel mit kupierten Flügeln sind entweder zu einer Zeit kupiert worden, zu der dies rechtlich noch zulässig war, es sind also Vögel aus dem sogenannten Altbestand , oder solche, die in diesem Zustand erworben wurden“, erklärt Költzsch weiter. Nur bei einem Pelikan müsse ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden, da dieser einen Geburtsfehler habe, sagt er weiter.  

Die Storch-Kücken in Bildern

Wir bewegen uns bezüglich aller Maßnahmen am Tier in dem Rahmen, der vom Veterinäramt, in diesem Thema für uns zuständige Behörde, vorgegeben ist. Vorwürfe in Form einer Anzeige vorzubringen, ist das Recht eines jeden Bürgers bzw. einer jeden Vereinigung“, so Költzsch abschließend.

Doch wie sieht es bei Neubestand oder Nachwuchs aus?

Auf diese Frage verweist der Luisenpark auf eine Stellungnahme des Verbands der Zoos, um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden. 

Dort findet man in den Hintergrundinformationen jedoch folgenden Absatz: „In Zoos des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) wird das Flugvermögen einiger weniger Vogelarten reversibel [...] oder irreversibel (nicht umkehrbar) eingeschränkt, um sie zu Zwecken der Zucht, des Artenschutzes, der Forschung und zur Bildung der Öffentlichkeit besser halten zu können“. Dafür sollen Methoden angewandt werden, die PETA anprangert.

Damit sind die Fragen nach den Jungtieren und des Verfahrens speziell im Luisenpark allerdings nicht eindeutig geklärt.

Der Verband der Zoos sieht den Anzeigen jedenfalls gelassen entgegen. „Für uns ist klar, dass unsere Mitglieder die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes gewissenhaft einhalten – nicht zuletzt, weil neben der Betreuung durch unsere Veterinäre auch die umfassende Kontrolle der Behörden gegeben ist“, so VdZ-Geschäftsführer Volker Homes. „Deswegen widersprechen wir den Vorwürfen von Peta.

Auch der Heidelberger Zoo meldet sich zu Wort.

„Ebenso wie der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) sehen wir einer möglichen Anzeige der Tierrechtsorganisation Peta (...) ruhig entgegen“, meint der Heidelberger Zoo am Donnerstag (9. November) auf die Rückfrage dieser Redaktion.  

„Nach Rücksprache mit unserer Kuratorin, Frau Sandra Reichler, kann ich Ihnen mitteilen, dass im Zoo Heidelberg die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes gewissenhaft einhalten werden – nicht zuletzt, weil neben der Betreuung durch unsere Zootierärztin, Frau Dr. Barbara Bach, auch die umfassende Kontrolle der Behörden gegeben ist. Wir werden folglich den vermeintlichen Vorwürfen von Peta widersprechen.“  

Bis heute liegen allerdings weder dem Zoo Heidelberg, noch dem VdZ oder den anderen angeblich betroffenen Zoos selbst tatsächlich entsprechende Anzeigen vor,  so der Zoo.

>>> Mehr zum Luisenpark findest Du auf der Themenseite

So schön macht der Herbst den Luisenpark

>>> Mehr zum Zoo Heidelberg findest Du auf der Themenseite

pm/jol

Quelle: Mannheim24

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