Polizei-Kontrollen

Trotz Schock-Video: Über 200 Radler bei Fahrt über Rot erwischt!

+
Polizei kontrolliert Radfahrer (Symbolfoto).

Mannheim/Heidelberg - Ein ernüchterndes Ergebnis, dass die Polizei zur ersten Woche der Radkontrollen präsentiert: Trotz Schock-Video fahren viele Radfahrer über Rot!

Da hilft wohl auch kein Schock-Video!

Vor dem Auftakt des Fahrradkontroll-Monats veröffentlicht die Polizei ein Dashcam-Video vom Adenauerplatz, in dem eine Radfahrerin frontal von einem Auto erfasst wird, nachdem sie bei Rot über die Ampel gefahren ist. Mit dem Video will die Polizei Radfahrer für mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr und korrekte Fahrweise sensibilisieren.

Die erschreckenden Szenen scheinen Radfahrer allerdings nicht sonderlich beeindruckt zu haben. Nach der ersten Wochen der angekündigten Fahrradkontrollen, bei denen vor allem die Einhaltung von Ampelzeichen überwacht wurde, zieht die Polizei eine ernüchternde Bilanz:

Über 200 Radfahrer radelten über Rot! In Heidelberg waren es 111, in Mannheim 98 Radler. Besonders erstaunlich: Am Übergang Gaisbergstraße/Adenauerplatz – dem Schauplatz des Dashcam-Videos – wurden 37 Radler beim Fahren über Rot erwischt!

Eine weitere aufschlussreiche Statistik: In nur 45 Minuten verwarnen Polizisten am Donnerstagmorgen (8. November, 9:45-10:30 Uhr) 40 Radler wegen Fahrens auf dem Gehweg – und das direkt vor dem Verkehrskommissariat!

Der Gehweg an der Rohrbacher Straße wird regelmäßig auch von Radfahrern genutzt.

Aggression und Hass auch in sozialen Medien

Wir haben die regionalen digitalen Medien am Wochenende nach unserer Berichterstattung zum Kontrollmonat ausgewertet. Die verschiedenen Artikel und das Schock-Video wurden mehr als 110.000 mal aufgerufen. In 174 Kommentaren spiegelt sich das zerrissene Bild der Verkehrsteilnehmer“, berichtet Dieter Schäfer, der Chef der Verkehrspolizei. 

In zum Teil aggressiven und hasserfüllten Kommentaren schimpfen Autofahrende über Radfahrende und umgekehrt. 78 Prozent sind dabei kontra Radfahrende und nur 17 Prozent pro. Ganz wenige suchen mäßigend den Ausgleich. Von der Vorgabe des §1 der Straßenverkehrsordnung, dass bei der Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht geboten ist, sind die Kommentierenden weit entfernt“, stellt Schäfer ernüchtert fest.

In den kommenden Tagen wolle man verstärkt Fahren ohne Licht kontrollieren, so Schäfer. Neben Verkehrspolizisten sollen auch Streifenbeamte der Polizeireviere entsprechende Vergehen ahnden.

Radelnde Falschfahrer in Ludwigshafen

Am „Hemshofknoten“ in Ludwigshafen häufen sich seit Jahren Unfälle, auch mit Radfahrern. In letzter Zeit häufen sich auch Beschwerden über Radler, die gegen die Fahrrichtung fahren und es deshalb zu Konflikte mit Fahrzeugen, Passanten und korrekt fahrenden Radlern kommt.

Deshalb führt die Polizei zwischen 16 und 18 Uhr am Mittwochabend (7. November) eine Verkehrskontrolle durch. Dabei werden vor Tor 7 57 Radfahrer verwarnt, die in falscher Richtung auf dem Radweg unterwegs sind und in der Folge auch die Hemshofstraße in falscher Richtung überquert hätten. Bußgeld: 20 Euro.

Die Polizisten erklären den Radfahrern (weitestgehend Berufstätige auf dem Heimweg) ihr Fehlverhalten und die daraus resultierenden Gefahren für sich selbst und andere. 

Die Sicherheit der Radfahrer ist ein wichtiger Aspekt im Rahmen der Verkehrsunfallprävention. Zu ihrer Sicherheit tragen die Radfahrer auch selbst bei, indem sie Radwege links der Fahrbahn nur bei Freigabe durch entsprechende Beschilderung nutzen. Denn nur dann wird der Querverkehr an Einmündungen und Kreuzungen auf von rechts kommende, auch in dieser Fahrtrichtung bevorrechtigte Radfahrer hingewiesen“, sagt Helmut Pfaff, zuständig für den Verkehrsbereich der Polizeiinspektion Ludwigshafen 2 und Mitglied der städtischen Unfallkommission, über die Wichtigkeit der Beachtung Rechtsfahrgebots.

Das blüht, wenn gegen Verkehrsvorschriften verstoßen wird: 

  • Rotlicht überfahren: 60 Euro, bei länger als 1 Sekunde Rot: 100 Euro
  • Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung (Geisterfahrer): 10 Euro
  • Gehwegfahren: 10 Euro, mit Behinderung 15 Euro 
  • Fahren ohne Licht: 20 Euro
  • Smart-Phone-Nutzung während des Radfahrens: 55 Euro

Fotos: Unfall vor Gaisberg-Tunnel

pol/rmx

Quelle: Mannheim24

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare